Oktoberfest vs. E-Autos: Stromverbrauch im Vergleich
Oktoberfest zieht viel mehr Strom als alle E-Autos in München

Bild: Robert Haas
Regelmäßig warnen E-Auto-Skeptiker vor einem "Blackout", der eintreten könnte, wenn zu viele Elektroautos gleichzeitig am Stromnetz saugen. Doch bisher ist die Gefahr gering, dass der deutsche E-Auto-Bestand unsere Elektrizitätsversorgung ausfallen lässt. Das legt eine – saisonal aktuelle – Berechnung des Ladenetz-Betreibers Digital Charging Solutions (DCS) nahe.
Das Münchner Unternehmen, Eigentum von BMW, Mercedes und dem Ölkonzern BP und einer der größten Ladenetzbetreiber in Deutschland, zieht eine Parallele zwischen dem Stromverbrauch des Oktoberfests und dem Konsum am öffentlichen Ladenetz. DCS stellt den Stromverbrauch der Fahrgeschäfte und Buden dem Konsum durch öffentliches Laden in den zwei Oktoberfest-Wochen des vergangenen Jahres gegenüber – und zwar in derselben Zeitspanne.
14-mal höherer Stromverbrauch auf der Wiesn
Demnach kam das leuchtende Wiesn-Vergnügen auf etwa 2.800.000 kWh. Parallel luden auf dem Münchner Stadtgebiet Elektroautos an AC- und Gleichstromladern rund 193.000 kWh, also einen Bruchteil des Energiehungers vom Oktoberfest. Die Belustigung auf der Theresienwiese verschlang gerundet 14-mal mehr Energie als die Akkus der rund Elektroautos an Wechselstrom- und Schnellladesäulen.
Bidirektionales Laden wird bald das Stromnetz stützen
Diese Größenangaben machen deutlich: Die Befürchtung, Elektroautos überfordern unsere Netze, ist unbegründet. Jörg Reimann, CEO von Digital Charging Solutions: "Wenn eine Großveranstaltung mit dem 14-fachen Stromverbrauch des öffentlichen Ladens das Stromnetz nicht kollabieren lässt, wird das auch nicht durch die graduelle Vergrößerung des Anteils von E-Autos passieren."
Überdies werden in absehbarer Zukunft die meisten E-Autos durch bidirektionales Laden das Netz stützen. Reimann: "E-Autos werden in Zukunft durch die Vehicle-to-Grid-Technologie, also die Einspeisung der in den Akkus gespeicherten Energie in das Stromnetz, einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes leisten, weil sie dabei helfen, die Schwankungen der grünen Stromerzeugung auszugleichen."
Fazit
Ein lustiger Vergleich: Beim Anblick der Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest würde man wohl nicht so schnell an Elektroautos und deren Akkus denken. Und schon gar nicht, dass das Volksfest de facto ein so gewaltiger Stromfresser ist. Tatsächlich geht die Rechnung nicht komplett auf: Auch an Wallboxen wird in München (und nicht nur dort) geladen, diese Zahl fehlt im Vergleich zwischen Oktoberfest und Akku-Laden. Gleichwohl beruhigt das griffige Beispiel von DCS: Denn es macht deutlich, dass der Stromkonsum von Elektroautos nicht so dramatisch ist, dass ihn unser Stromnetz nicht bewältigen könnte.
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