Der zum Super-Konzern Stellantis gehörende deutsche Autobauer Opel vermeldet trotz Corona erneut einen operativen Millionengewinn. 527 Millionen waren es 2020, über 400 Millionen allein im 2. Halbjahr, sogar mehr als im Vergleichszeitraum 2019. Jeder Opel-Mitarbeiter bekommt – erst zum zweiten Mal nach 1997 – im April 500 Euro freiwillige Erfolgsprämie.
Michael Lohscheller zu AUTO BILD: "Ich freue mich über die Zahlen. Aber dass die Autohäuser immer noch geschlossen sind, halte ich für falsch und problematisch. Was ich außerdem wichtig finde: Wir können und wollen bei Opel möglichst bald unsere Mitarbeiter impfen. Wir wollen kostenlos impfen, wir haben ein Team von Betriebsärzten, wir könnten, wenn Impfstoff verfügbar wäre, am Tag 500 Menschen gegen Corona impfen. Wir sind ein internationaler Konzern, in anderen Ländern wie den USA ist man da schon weiter. Natürlich wollen auch wir uns strikt an die vorgegebene Impfreihenfolge halten."
Gebrauchte Opel mit Garantie im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Die Gefahr, dass Opel im Stellantis-Konzern (Peugeot, Citroen, Fiat-Chrysler) untergehen könnte, wie es manche Experten voraussagen, sieht Lohscheller nicht. "Unsere Stimme wird im Konzern gehört, für uns hat diese Verbindung mehr Chancen als Risiken. Ich empfinde die Schwarzseherei eher als extra Ansporn."
Was machte den Gewinn aus?
Der Opel-Chef: "Drei Gründe: Der neue Corsa ist der meistverkaufte Kleinwagen Deutschlands. Wir haben 2020 fast 35000 elektrifizierte Autos verkauft – mehr als jemals zuvor. Natürlich hilft da auch die Innovationsprämie. Wir haben unseren Vertrieb optimiert und natürlich haben wir auch gespart, wo immer möglich, unsere Effizienz so verbessert, dass sie nun für andere Vorbild ist."
Was immer noch fehlt, so Lohscheller: "Die Ladeinfrastruktur muss sich fundamental verbessern. Ich kann zu Hause laden und hier im Werk, aber das können doch längst nicht alle, die auf ein E-Auto umsteigen würden. Da müssen wir uns in Deutschland noch verbessern."