Opel Combo Life: Kaufberatung
Gesucht: der beste Opel Combo

Dank der PSA-Partnerschaft hat Opel wieder einen Combo im Programm, der auch als Pkw eine richtig gute Figur macht – nicht gerade die Stärke seiner Vorgänger. AUTO TEST fühlt dem Kasten auf den Zahn.
- Andreas Jüngling
Zugegeben: Die Wagenklasse der Hochdachkombis à la Citroën Berlingo und Co. löst auch unter engagiertesten Testern keine emotionalen Höhenflüge aus. Trotzdem wäre es falsch, den neuen Opel Combo als aufgehübschten Kleinlaster unter ferner liefen abzuspeichern. Im Gegenteil: Wir sind der Meinung, dass er eine echte Bereicherung für den Alltag ist. Konkurrenten wie VW Caddy oder Renault Kangoo haben Freunde, die den kargen Reiz eines handlichen Nutztieres schätzen. Mit der neuesten Generation des Combo ist es Opel aber gelungen, den schnöden Klapperkisten-Charakter durch gediegenen Pkw-Komfort zu ersetzen. Außer seinem kastigen Format erinnert fast nichts daran, dass es den Combo und seine französischen Geschwister auch als simplere Blaumann-Version gibt.
Die serienmäßige Combo-Sicherheitsausstattung ist üppig
Video: Opel Combo (2018)
Das hat der neue Combo drauf
Auch große Lasten mindern nicht die Handlingeigenschaften
Auch im Fahreigenschaftskapitel reißt unser Lob nicht ab. Gerade beim Fahrwerk bewies die hessisch-französische Allianz ein gutes Händchen. Das Handling ist agil, die Lenkung angenehm mitteilsam, und die Federn sprechen für Van-Verhältnisse besonders fein an. Der Clou: auch große Lasten bringen den Combo nicht ins Schwitzen; es bleibt genügend Federweg übrig, um die Handlingeigenschaften nicht nennenswert zu verschlechtern. Bemerkbar wird eine volle Zuladung erst durch die verstärkte Neigung zum Untersteuern – und durch einen etwas angestrengter wirkenden Motor. Als Universalgenie empfehlen wir als einzig verfügbaren Benziner den 1,2-Liter-Dreizylinder aus dem PSA-Regal. Emsig drehfreudig, aber mit fast dieselhaftem Turbo-Punch unterstreicht er den leichtfüßigen Combo-Charakter. Auf Stadt- und Landstraßen fühlt sich der Fahrer mit ihm pudelwohl, und auch bei zivilen Autobahngeschwindigkeiten geht die Leistung in Ordnung, ohne den Verbrauch zu sehr in die Höhe zu treiben.
Der starke Diesel ist den Aufpreis wert

Tipp: der Topdiesel mit 130 PS. Den schwächeren Diesel-Varianten geht auf der Autobahn schnell die Puste aus.
Mit einer Ladelänge von gut drei Metern ist Sperrgut kein Problem
Seine Fähigkeiten zwischen Kinderhort und Urlaubsort sind somit erwiesen, doch fast hätten wir seine lasterhafte Abstimmung vergessen. Laut Opel bietet schon der kurze Combo genügend ebenen Ladeboden für zwei Europaletten. Sollen Opas Standuhr oder ähnlich lange Gegenstände mit, lässt sich auch die Beifahrersitzlehne umlegen. So entsteht eine Ladelänge von gut drei Metern. Wer statt Sperrgut lieber Kinder mitnimmt, bekommt noch ein Argument für das Panoramadach: Hinter der längs angeordneten Ablageschale gibt es hier eine Deckenbox mit Schiebetürchen, die sich sowohl durch die separat zu öffnende Heckscheibe als auch vom Fahrgastraum aus erreichen lässt. Für Spielzeug und Kleinkram ist das unschlagbar. Der Combo ist ein wahrer Praxiskönig.
Fazit
Für mich sind flache Vertreterkombis mit sportlichem Anstrich oft ein Kompromiss: ein bisschen Dynamik und ein wenig Raum. Nehmen Sie doch stattdessen den Combo. Der ist der perfekte Alltagsheld mit massig Platz und einem Preis, der noch Luft für einen flotten Zweitwagen lässt. Auch zu Crossover und SUV ist der Combo eine interessante Alternative.
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