Opel Insignia im TÜV-Check (2026)
Das sind die Schwachstellen des Insignia beim TÜV

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Groß, komfortabel, repräsentativ – der Opel Insignia sollte die Marke in die Oberklasse führen. Auf der Hebebühne offenbaren sich jedoch seine Schwächen: Vor allem Ölverluste an Motor und Antrieb trüben die TÜV-Bilanz.
Bild: Opel Automobile GmbH
Viel Platz, hoher Komfort und ein souveräner Auftritt sprechen für den Opel Insignia. Im TÜV-Report hinterlässt er jedoch einen durchwachsenen Eindruck: Überdurchschnittlich viele Fahrzeuge werden mit Mängeln beanstandet. Zwar hat Opel bei der zweiten Generation nachgebessert, doch auch der Insignia B bleibt kein Selbstläufer. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein genauer Blick auf Wartungshistorie, Zustand und Kilometerstand.
Opel Insignia B
- Bauzeit: 2017 bis 2022
- Motoren: 110 PS (1.6 Turbo D) bis 260 PS (2.0 Turbo 4x4)
- Preis: ab 11.000 Euro
Das ist er: Mit 4,89 Metern richtig lang, dank zehn Zentimetern mehr Radstand geräumiger und dazu 200 Kilo leichter als sein Vorgänger. Ab sofort gibt es kein Stufenheck mehr, die übrigen Varianten Fließheck (Grand Sport), Kombi (Sports Tourer) und der leicht höhergelegte Country Tourer (bis 2019) fußen auf GM-Technik.

Das Fließheck ärgert mit schlechter Rundumsicht.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die Mehrlenker-Hinterachse arbeitet komfortabel. Mit diversen Assistenzsystemen und dem hervorragenden Matrix-LED-Licht (gegen Aufpreis) gönnt Opel dem Insignia frische Technik. Je sieben Benziner (140 bis 260 PS) und Diesel (110 bis 210 PS) standen in den Preislisten, am beliebtesten sind die Selbstzünder-Kombis. Selten kommen der sparsame Dreizylinder mit 122 PS sowie Allrad- und tiefergelegte GSi-Versionen vor.
Das kann er: Entspanntes Reisen ermöglichen. Die bequemen AGR-Sitze ("Aktion Gesunder Rücken") waren damals die modernsten am Markt. Das Fließheck ärgert den Fahrer jedoch mit schlechter Rundumsicht, der Kombi lädt mit 560 bis 1665 Liter Gepäck weniger, als man es von Opel einst gewohnt war.
Das macht Ärger: Knisternde Armaturenträger, schlecht eingepasste Türen und Frontscheiben. Die insgesamt acht Rückrufe betrafen u. a. fehlerhafte Spritleitungen und Vordersitze, Turbolader-Öllecks und Ausfälle des Bremskraftausgleichs.
Opel Insignia A
- Bauzeit: 2008 bis 2017
- Motoren: von 110 PS (2.0 CDTI) bis 325 PS (2.8 V6 Turbo OPC)
- Preis: ab 3000 Euro
Das ist er: Ein moderner und imposanter Auftritt eines Opels, zu haben mit Stufen-, Fließ- oder Kombiheck. Das Auto ist aber weniger geräumig und vor allem schwerer, als es die Abmessungen erahnen lassen. Der Kombi bot mit maximal 1530 Liter Gepäckraum nicht mehr Volumen als der Vorgänger Vectra.

Langstrecken sind im bequemen Insignia locker zu meistern.
Bild: Werk
Im Angebot waren elf Diesel (120 bis 195 PS). Es gab Allrad und starke V6-Benziner mit bis 325 PS. Eine Empfehlung ist der sparsame 1.6 CDTI Ecoflex (136 PS); muss es ein Benziner sein, lautet der Rat 140-PS-Ecoflex mit 1,8 Liter Hubraum.
Das kann er: Mit einem satten Fahrgefühl und guten Sitzen sowie komfortabler Federung auf der Langstrecke verwöhnen. Schon damals war mit modernem Licht, einer (noch sehr einfachen) Verkehrszeichenerkennung und einem Spurhalteassistenten viel Sicherheit serienmäßig an Bord.
Das macht Ärger: Geräusche des Schaltgetriebes und defekte Sitzheizungen; der ADAC musste häufig wegen leerer Starterbatterien und defekter Ladeluftkühler ausrücken. Elf Rückrufe, etwa wegen Wassereintritt, defekter Steuergeräte und Hinterachskorrosion.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Am Insignia A werden Federn und Dämpfer überdurchschnittlich oft moniert. Auch dessen Lenkanlage kann hier und da negativ auffallen. Einige der ältesten A machen außerdem das erledigt geglaubte Thema Rost wieder zu einem akuten. Im Übrigen gibt der Insignia eine passable Figur ab.
Licht
Auch hier steht die zweite Generation recht solide da. Typ A hat dagegen insbesondere mit Mängeln an Abblendlicht und hinterer Beleuchtung zu kämpfen. Die Blinkanlage von Typ A und B ist in der Regel eine verlässliche Baugruppe.
Bremsen
Insgesamt eine Stärke des Insignia. Fuß- und Feststellbremse funktionieren zuverlässig, Bremsleitungen und -schläuche sind allenfalls bei den ältesten Insignia A in Ausnahmen marode. Dafür fallen die jüngsten B überdurchschnittlich häufig mit Mängeln an den Bremsscheiben auf.
Umwelt
Ölverlust! Schon jeder zehnte 8- bis 9-Jährige versagt hier, zwei Prüfungen später ist es jeder fünfte. Auch die Abgasanlagen sind allenfalls Mittelmaß. Zudem verpatzt der B die AU deutlich häufiger als im Schnitt.
Opel Insignia: Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 85,7 (Ø 89,4) | 5,0 (Ø 4,0) | 9,3 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 80,2 (Ø 84,7) | 6,7 (Ø 5,3) | 13,1 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 71,5 (Ø 78,8) | 9,1 (Ø 7,6) | 19,3 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 61,5 (Ø 71,7) | 16,9 (Ø 10,0) | 21,7 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 55,3 (Ø 64,7) | 19,9 (Ø 12,4) | 24,8 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 47,4 (Ø 56,0) | 22,3 (Ø 15,5) | 30,3 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Bloß nicht vom optisch souveränen Auftritt blenden lassen: Der große Opel fährt sehr viel mehr Kilometer als das Durchschnittsauto – und deutlich seltener unbeschadet durch die HU. Der häufig anzutreffende Ölverlust kann teure Reparaturen mit sich bringen. Immerhin sind Federn und Dämpfer des Insignia B zuverlässiger als beim Vorgänger. Gleiches gilt für die Beleuchtung. Doch auch Generation B ist weit von der Perfektion entfernt.
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