Kein Hersteller beherrscht die Kunst der Kleinserien und Einzelstücke so gut wie Pagani. Prominentestes Beispiel ist der Zonda: Obwohl der Huayra das Erstlingswerk von Horacio Pagani 2011 ablöste, enthüllen die Italiener bis heute immer wieder neue Zonda-Einzelstücke (zuletzt einen brandneuen 760 Roadster). Und da das mit dem Zonda so gut klappt, wird auch der Huayra immer wieder weiterentwickelt.
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Nach jeweils 100 Coupés und 100 Roadstern, 20 Huayra BC, fünf Huayra Imola und 40 Huayra Roadster BC wurde 2021 der nur für die Rennstrecke entwickelte Huayra R mit einem V12-Saugmotor präsentiert – als "extremster Pagani aller Zeiten" und letzte Ausbaustufe des Huayra. Doch Pagani ist noch längst nicht fertig mit dem Huayra!
Pagani Huayra Codalunga
Das Heck des Huayra Codalunga wurde um 36 Zentimeter verlängert und komplett neu designt.
Erst kürzlich debütierte der Huayra NC – ein Einzelstück auf Basis des BC, aber ohne Flügeltüren und mit Lufthutze auf dem Dach. Und nur wenige Wochen später zieht Pagani nun das Tuch vom Huayra Codalunga. Ob dieses Sondermodell wohl wirklich die letzte Version des Huayra ist?

Die Idee zum Codalunga entstand 2018

Die Ursprünge des Codalunga liegen im Jahr 2018, als zwei langjährige Kunden mit der Bitte an Horacio Pagani herantraten, eine Longtail-Version des Huayra zu designen. Longtail ist die englische Übersetzung des italienischen Begriffs Codalunga und bedeutet so viel wie Langheck.
Vier Jahre nach der ersten Vision ist der Codalunga jetzt fertig. Nur fünf Stück zum Basispreis von mindestens sieben Millionen Euro werden gebaut.
Pagani Huayra Codalunga
Die Flügeltüren hat nur das Huayra Coupé; die Roadster-Version kommt mit konventionellen Türen.
Realisiert wurde das Projekt von der Spezialabteilung für Einzelstücke und Kleinserien "Pagani Grandi Complicazioni" auf Basis des 2011 präsentierten Huayra Coupé. Als Inspiration dienten die Le-Mans-Rennwagen der 1960er-Jahre mit ihren stromlinienförmigen Karosserien.
Das Ziel war klar: Der Codalunga sollte nicht nur länger, sondern auch eleganter werden. Ein Auto, das auch noch in vielen Jahrzehnten die Leute auf Concours-Veranstaltungen weltweit begeistert.

36 Zentimeter länger als ein normaler Huayra

Dazu wurde der gesamte Hinterwagen neu designt. Die Motorabdeckung mit Codalunga-Schriftzug ist 36 Zentimeter länger und hat nichts mehr mit dem normalen Huayra zu tun.
Aber das war erst der Anfang, denn die Heckpartie wurde vollkommen neu gestaltet: Die drei Leuchten pro Seite wurden neu angeordnet und sitzen jetzt nebeneinander. Auf einen ausladenden Diffusor und Grilleinsätze wurde verzichtet, sodass das Heck einen völlig neuen Look erhält.
Ein Element darf aber auch beim Codalunga nicht fehlen, und das ist der ikonenhafte, vierflutige mittige Auspuff aus Titan, der nur 4,4 Kilo wiegen soll und mit einer speziellen Keramikbeschichtung versehen ist.
Pagani Huayra Codalunga
Im Huayra Codalunga leistet der V12-Biturbo 840 PS und 1100 Nm. Fahrleistungen nennt Pagani nicht.

Gewicht ist ein gutes Stichwort, denn wie jeder Pagani ist auch das bereits ausverkaufte Kleinserienmodell extrem leicht. Dank Carbon-Triax-Monocoque und dem großflächigen Einsatz von Carbon und Titan soll der rund fünf Meter lange Codalunga gerade mal 1280 Kilo wiegen. Nur für die Relationen: Damit ist er ist in etwa so schwer wie ein gut ausgestatteter VW Polo.

V12-Biturbo mit 840 PS und 1100 Nm

Mit den 1280 Kilo dürfte der 6,0-Liter-V12-Biturbo leichtes Spiel haben. Im Huayra Codalunga leistet der Pagani-V12 840 PS und 1100 Nm maximales Drehmoment, die mittels des bekannten sequenziellen Siebengang-Getriebes von Getrag über die Hinterräder herfallen.
Fahrleistungen verraten die Italiener nicht, doch Werte um die 3,0 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 350 km/h sollten mehr als realistisch sein.
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Doch Bestwerte standen sicherlich nicht an erster Stelle bei der Entwicklung, denn der Codalunga wurde weniger für die Rennstrecke als vielmehr für prestigeträchtige Events designt. Dementsprechend elegant ist die Konfiguration des ersten Kundenfahrzeugs in einem Blausilber mit teilweise mattem Finish.
Auf den großflächigen Einsatz von Sichtcarbon wurde verzichtet, und die filigranen Siebenspeichen-Felgen erinnern an die Räder des Einzelstücks Zonda Venti.

Besonders edler Innenraum

Im Innenraum des Huayra Codalunga kommt großflächig braunes Nubukleder mit speziell gewebten Ledereinsätzen zum Einsatz – auch hier wird der besonders elegante Ansatz des Projekts deutlich.
Pagani Huayra Codalunga
Luxuriöses Interieur mit braunem Nubukleder und speziell gewebten Ledereinsätzen.
Immer wieder ein Highlight: Die Flügeltüren des Huayra Coupé im Stile des legendären Mercedes 300 SL, die auch beim Codalunga beibehalten wurden.

Basispreis: sieben Millionen Euro

Trotz eines Basispreises von sieben Millionen Euro (vermutlich netto) sind alle fünf Exemplare des Pagani Huayra Codalunga längst ausverkauft. Dieses spektakuläre Projekt zeigt nicht nur, dass der Wunsch nach Individualisierung immer größer wird, sondern auch, wie aus einer Vision Wirklichkeit werden kann. Und warten wir mal ab, ob der Codalunga tatsächlich das letzte Sondermodell des Huayra ist.