Pannen-Piraten schlagen im Urlaub zu
So funktionieren die fiesen Maschen der Betrüger

Bild: Frank Stange
Urlaub auf vier Rädern: Für viele Deutsche ist das die beste Art zu reisen! Kein Warten am Flughafen, keine Gepäcklimits und Pause, wann immer man will: Die Mehrheit der Deutschen fährt am liebsten mit dem Auto in den Urlaub, laut ADAC-Umfrage sind es satte 73 Prozent.
Aber aufgepasst! Der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club) schlägt Alarm und warnt vor fiesen Pannen-Betrügern, die es auf ahnungslose Urlauber abgesehen haben. Diese sogenannten Pannen-Piraten geben sich als Helfer in der Not aus, haben aber ganz andere Absichten.
Das sind die fiesen Tricks der Auto-Gauner
Es gibt diverse Tricks der Auto-Piraten. Zum einen wäre da der Abschlepp-Trick: "Bei einer Panne auf einer ausländischen Autobahn ist zufällig ein Abschleppdienst sofort zur Stelle. Noch bevor Hilfe gerufen werden kann, bieten die vermeintlichen Helfer ihre Dienste an", sagte ein ÖAMTC-Sprecher.
Der Wagen wird nicht etwa zur nächstgelegenen Werkstatt gebracht, sondern zu einem Betrieb, der oft viele Kilometer entfernt liegt. Und dort kommt dann das böse Erwachen: eine völlig überzogene Rechnung, die den Urlaub ordentlich vermiesen kann. "Wir vermuten, dass fragwürdige Firmen bewusst auf den Hauptreiserouten patrouillieren, um im Pannenfall rasch an Ort und Stelle zu sein."
Besonders betroffen sind Reisestrecken in Kroatien, vor allem entlang der Route Zagreb – Rijeka und weiter Richtung Süden bis Zadar. Auch in Serbien und Slowenien wurden ähnliche Fälle gemeldet.

Im Urlaub sollte man die Zeit genießen, aber auch stets vorsichtig sein.
Bild: Marcus Gloger
Wichtiger Tipp: Bei einer Panne immer zuerst den eigenen Automobilclub kontaktieren, ob nun ADAC, ÖAMTC oder ein Partnerclub im Ausland.
Es geht noch dreister
Doch es geht noch dreister: An Raststätten nutzen Kriminelle einen kurzen Moment der Unachtsamkeit, lassen Luft aus den Reifen oder stechen sie sogar gezielt an. Später auf der Strecke folgt die "Panne" – und prompt tauchen vermeintlich hilfsbereite Helfer auf, die in Wahrheit nichts anderes im Sinn haben, als die Reisenden auszurauben.
Der ÖAMTC: "Eine ähnliche Vorgehensweise ist das Abdrängen durch hupende Fahrzeuge, deren Fahrer wild gestikulierend deuten, dass man anhalten soll."
Während man gemeinsam nach dem Problem schaut, schleicht sich der Komplize unbemerkt ins Fahrzeug und klaut Wertsachen – Geldbeutel, Handtasche, Laptop. Alles, was greifbar ist, verschwindet blitzschnell.
Diese fiese Masche wird vor allem auf der Autobahn A7 (E-15) rund um Peñíscola und im Raum Barcelona angewandt. Deshalb sollte man sein Fahrzeug nie aus den Augen lassen und vor der Weiterfahrt kontrollieren. Wird ein Stopp erzwungen, gilt es, im Auto sitzen zu bleiben und die Türen zu verschließen.
Auch den Spiegel-Trick gibt es
Ein beliebter Betrugsversuch auf Urlaubsstraßen ist zudem der sogenannte Spiegel-Trick. Dabei werfen Kriminelle am Straßenrand kleine Steine oder andere Gegenstände gegen vorbeifahrende Autos, um ein Geräusch oder einen vermeintlichen Schaden zu erzeugen. Wenige Kilometer später winken sie die Urlauber raus, mit der Behauptung, es sei ein Außenspiegel beschädigt worden.
Angeblich soll der Schaden gerade eben passiert sein, und natürlich möchten die Täter die Sache "ohne Polizei" klären. Zwischen 100 und 200 Euro werden häufig als "Ausgleich" verlangt. Viele zahlen aus Unsicherheit oder um unnötigen Ärger zu vermeiden.
Besonders betroffen: Regionen in Italien, vor allem die Touristenorte an der oberen Adria wie Caorle und Jesolo sowie die Umgebung von Livorno.
Wenn man sicher ist, nichts falsch gemacht zu haben, weiterfahren! Hält man an, sollte man darauf bestehen, die Polizei zu rufen. Das schreckt die meisten Betrüger ab.
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