Parkscheinschilder

Parken in Hamburgs City

Parkschein wird überall Pflicht

Die Suche nach kostenlosen Parkplätzen in Hamburgs Innenstadt dürfte für Autofahrer bald umsonst sein. Grund ist eine Gebühren-Offensive des Senats, die Millionen bringen soll.
Der Hamburger Senat will die letzten kostenlosen Parkplätze in der Innenstadt abschaffen. Das geht aus dem Entwurf einer Senatsdrucksache hervor, aus dem mehrere Medien der Hansestadt zitierten. Außerdem will die SPD-Landesregierung die Bezahlzeiten verlängern. Statt von 8 bis 18 Uhr in der Woche und 8 bis 16 Uhr am Samstag soll generell von 9 bis 20 Uhr gelöhnt werden. In Gegenden mit vielen Restaurants und Kneipen droht gar eine Zahlungsaufforderung bis Mitternacht. Doch damit nicht genug: Auch die Höchstparkdauer soll in Hamburgs City auf eine Stunde begrenzt werden, mehr Überwachungspersonal für die Eintreibung der Gebühren sorgen.

Vergleich: Die Knöllchen-Rangliste deutscher Großstädte

Auch das noch: Ein Knöllchen fürs Falschparken zieht ab April 2013 mindestens zehn statt wie bisher fünf Euro Strafe nach sich.

Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist die schlechte Zahlungsmoral der Autofahrer sowie das Chaos der Parkregeln in Hamburgs Innenstadt. Nach Schätzungen des Landesrechnungshofs kostet es die Stadt jährlich 35 Millionen Euro, dass nur rund jeder fünfte Parkplatznutzer fürs Abstellen seines Fahrzeugs auf kostenpflichtigen Flächen bezahlt. Der Opposition gehen die Senatspläne hingegen zu weit. Da Autofahrer schon viele Steuern zahlten, solle die erste Stunde Parken frei sein, sagte FDP-Verkehrsexperte Wieland Schinnenburg dem Norddeutschen Rundfunk. Die CDU forderte die Beibehaltung der Parkscheibenregelung und einen verstärkten Kampf gegen Zweite-Reihe-Parker.

Städtische Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern 2011

Ingolstadt (92.971 zugelassene KfZ)

Sechs Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 594.930 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 36 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Traunstein (13.436 zugelassene KfZ)

Zehn Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 133.170 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus drei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Heide (11.849 zugelassene KfZ)

Zwölf Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 140.886 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 27 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Pirmasens (25.189 zugelassene KfZ)

Zwölf Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 304.116 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus zehn Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Recklinghausen (66.745 zugelassene KfZ)

13 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 898.230 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Minden (49.971 zugelassene KfZ)

15 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 746.806 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 29 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

München (707.697 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 13.290.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: acht Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Göttingen (53.750 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.014.225 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus 16 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Moers (64.068 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.244.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 15  Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Paderborn (80.069 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.600.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Nürnberg (262.150 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 5.262.284 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 39 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Freiburg (98.654 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.000.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: fünf Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Solingen (93.720 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.906.181 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus zwei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Neuss (92.158 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.000.235 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 19 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Offenburg (36.532 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 804.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwhn Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Trier (55.358 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.241.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 20 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Chemnitz (136.744 zugelassene KfZ)

26 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 3.553.974 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 50 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Baden-Baden (36.277 zugelassene KfZ)

29 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt Euro 1.066.799 • Steigerung gegenüber 2010: acht Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Mainz (105.010 zugelassene KfZ)

30 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 3.159.841 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 45 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Erlangen (57.761 zugelassene KfZ)

32 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.843.774 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 35 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Hamburg (834.906 zugelassene KfZ)

36 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 30.025.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: keine • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Münster (147.962 zugelassene KfZ)

37 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 5.460.279 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Flensburg (45.530 zugelassene KfZ)

38 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.751.561 Euro • Steigerung gegenüber 2010: ein Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Lübeck (102.788 zugelassene KfZ)

40 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 4.080.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: keine • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Duisburg (245.122 zugelassene KfZ)

41 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.094.246 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 18 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Leipzig (221.915 zugelassene KfZ)

47 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.431.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Stuttgart (309.698 zugelassene KfZ)

49 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 15.190.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: sieben Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Mannheim (158.692 zugelassene KfZ)

51 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 8.100.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 14 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Tübingen (40.837 zugelassene KfZ)

52 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.135.762 Euro • Steigerung gegenüber 2010: neun Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Aachen (118.063 zugelassene KfZ)

53 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 6.281.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Köln (496.441 zugelassene KfZ)

61 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 30.100.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 19 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Bielefeld (170.417 zugelassene KfZ)

63 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.692.300 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus 13 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Schwerin (46.017 zugelassene KfZ)

63 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.905.339 Euro • Steigerung gegenüber 2010: fünf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Ulm (68.232 zugelassene KfZ)

65 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 4.461.671 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Smarter Parken: Handy-Apps als Parkplatzfinder

Immerhin: Für die kommenden Jahre sind ein weiterer Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (vor allem der Buslinien) sowie diverse Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit an S- und U-Bahnhöfen geplant. Rückenwind bekommt der Senat für seine Anti-Auto-Strategie in der Innenstadt vom "Fortschrittsbericht 2012" zur Radverkehrsstrategie in Hamburg. Der weist einen Rückgang des Autoverkehrs in der City um 16 Prozent seit 1990 aus. Im Gegenzug stieg der Anteil der Fahradfahrer am Verkehr in Hamburg auf nunmehr zwölf Prozent.

Lesen Sie auch: Falschparken wird teurer

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