Peugeot 208 GTi Facelift (2015): Gebrauchtwagen-Test
Wie gut ist der Spaßmacher-Peugeot 208 GTi gebraucht?

Der Peugeot 208 GTi ist kein Sportler für Profis. Er ist der erschwingliche Spaßmacher für Laien. Kann er auch gebraucht überzeugen?
Bild: Caroline Jüngling / AUTO BILD
Viel hat sich getan in der Klasse der kleinen Flitzer um 200 PS. Der Hyundai i20 N belebt gerade diese Liga wieder, Ford Fiesta ST und VW Polo GTI halten mit frischen Facelifts dagegen. Nur von Peugeot hört man leider so gar nichts mehr. Der Fokus der Marke liegt klar auf Elektromobilität – und nicht mehr auf sportlichen Verbrennern. Bleibt ein Peugeot 208 GTi aus zweiter Hand.
Vor zwei Jahren haben wir den Franzosen hier als jungen Gebrauchten vorgestellt – damals mit gemischten Gefühlen. Extrem spaßiges Fahrverhalten, aber im Detail doch ein paar Schwachstellen. Nun schauen wir, was sich nach dem Facelift beim 208 GTi getan hat. Denn grundsätzlich steckt unendlich viel Potenzial in der leichtfüßigen Plattform.
Der abgelöste 208 GTi ist nach wie vor der schnellste Kleinwagen in unserer Sachsenring-Hitliste. Mit seiner 2018 gefahrenen 1:41,17 Min. knöpft er selbst dem brandneuen i20 N fast eine Sekunde ab. 98 Hundertstel sind es, um genau zu sein. Der Vorfacelift-Fiesta verliert 1,3 Sekunden, vom Polo reden wir gar nicht erst. Selbst auf den 53 PS stärkeren und allradgetriebenen Toyota GR Yaris fehlt ihm nur eine halbe Sekunde.
Peugeot 208 GTi gebraucht: Facelift-Modelle gibt es ab etwa 13.000 Euro
Schon damals war das eine sensationelle Performance – und vor allem eine nachhaltige. Bei uns im Test war freilich der nochmals angeschärfte "by Peugeot Sport" mit Brembo-Stoppern, Torsensperre, breiterer Spur und zehn Millimeter tieferem Fahrwerk. Der kostete damals vertretbare 4190 Euro Aufpreis zum normalen GTi und blieb selbst zuletzt mit 28.810 Euro noch deutlich unter der 30.000er-Marke. Heute sieht die Marktlage sehr vielschichtig aus: Vorfaceliftmodelle mit sechsstelligen Laufleistungen gibt es bereits um die 9000 Euro, wer den überarbeiteten 208 will, muss mit mindestens 13.000 Euro rechnen. Dann haben die meisten Angebote um die 60.000 Kilometer gelaufen.

Der 208 GTi by Peugeot Sport ist nur selten zu bekommen. Wer einen erspäht: zugreifen!
Bild: Caroline Jüngling / AUTO BILD
Unser Testwagen vom Peugeot-Händler Bebion in Magstadt bei Stuttgart ist mit 16.980 Euro eingepreist, hat dafür aber auch erst 35.000 Kilometer auf der Uhr. Wenn er mal einen GTi auf den Hof bekommt, meint Verkäufer Alexander Knieling, ist der meist ratzfatz verkauft. Auch unser Fotoauto in seidenmattem Ice Silver hat schon wieder eine neue Bleibe samt kurvenhungrigem Besitzer gefunden. Den auffälligen Strukturlack gab es zum Facelift übrigens zum absoluten Kampfpreis. Nur 180 Euro mehr als ein konventioneller Metalliclack kostete der Matt-Look seinerzeit.
Technische Daten
Peugeot 208 GTi | |
|---|---|
Motor | R4, Turbo, vorn quer |
Ventile/Nockenwelle | 4/2 |
Hubraum | 1598 cm³ |
Leistung | 153 kW (208 PS) bei 6000/min |
Drehmoment | 300 Nm bei 3000/min |
Höchstgeschw. | 230 km/h |
0–100 km/h | 6,5 s |
Tank/Kraftstoff | 50 l/Super |
Getriebe/Antrieb | 6-Gang manuell/Vorderrad |
L/B/H | 3973/1739/1450 mm |
Kofferraumvolumen | 285-1076 l |
Leergewicht/Zuladung | 1198/452 kg |
Wir fragten uns damals, ob solch ein günstiges Finish über die Jahre halten würde. Schließlich galten Mattlacke anfangs als äußerst divenhaft. Aber: Auch nach dreieinhalb Jahren sieht die Außenhaut nahezu makellos aus. Dafür missfällt der Chromlook am Heckstoßfänger mit ein paar Ausblühungen. Die 17-Zoll-Räder tragen den Namen Carbone und sind hier in Grau ausgeführt.
Spaß an jeder noch so kurzen Fahrt
Erste Rostanflüge finden sich zudem am Endtopf, doch der Händler versichert uns, das Material sei massiv genug. Da passiert nichts. Bevor die Abgasanlage gewechselt werden muss, fallen eher die Halterungen ab – auch nicht gerade erstrebenswert. Egal, höchste Zeit zu fahren. Ein Schlüsseldreh neben dem Mini-Volant – und der 1,6 Liter grummelt heiser vor sich hin. Der Schaltknauf schaut nur knubbelig aus, liegt sehr gut in der Hand. Die Ausbuchtungen an der Vorderseite machen ihn schön griffig. Die Sechsgangbox schaltet sich nach wie vor sauber, ein bisschen federn die Gassen jedoch nach. Das war aber auch schon bei den Werkstestwagen mit vierstelligen Kilometerständen so.
Auf der Landstraße verzaubern uns der kernige Sound und das sehr mitteilsame Fahrwerk des flotten Franzosen. Andere nennen es "hoppelig" oder "straff", doch das ist uns zu negativ besetzt. "Handfest" trifft es wohl am besten – und damit passt es astrein zum direkt rückmeldenden Lenkrad mit den hoch liegenden Instrumenten. Die innovative Anordnung hat anfangs viel Kritik einstecken müssen, doch Probleme damit haben ohnehin nur Fahrer, die ihre Lehne zu lümmelig einstellen. Der Peugeot 208 GTi erzieht einen quasi zu einer korrekten Sitzposition – und dazu, an jeder noch so kurzen Fahrt Spaß zu haben.
Unterhaltskosten*
Testverbrauch | 7,4 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 176 g/km |
Ölwechsel/Inspektion | 200/380 Euro |
Haftpflicht (15)* | 473 Euro |
Teilkasko (23)* | 625 Euro |
Vollkasko (21)* | 982 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 92 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 846,35 Euro |
|---|---|
Anlasser | 725,48 Euro |
Wasserpumpe | 154,28 Euro |
Zahnriemen | – |
Nachschalldämpfer | 799,13 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | ca. 700 Euro |
Bremssch. und -klötze (vorn) | 392,16 Euro |
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