Peugeot 3008 Hybrid 145, Peugeot E-3008 210: Kaufberatung
Benziner oder E-Auto – mit welchem Peugeot 3008 fährt man besser?

Die dritte Generation des Peugeot 3008 ist erstmals wahlweise als Hybridbenziner oder als Elektroauto erhältlich – mit welcher Motorisierung ist man angenehmer, mit welcher günstiger unterwegs? AUTO BILD macht den Test.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Nur Eingeweihte können die Elektro- und die Hybridbenziner-Versionen des neuen, nunmehr dritten Peugeot 3008 unterscheiden. Allein Schriftzüge, unterschiedliche Felgen und beim E-Auto das E-Kennzeichen ermöglichen die Identifikation.
Die Interieurgestaltung mit der arg einmauernden Mittelkonsole und dem kleinen, unter dem Cockpit angeordneten Lenkrad ähnelt der des Vorgängers – der irgendwie edler wirkte mit seiner Klaviatur aus gefrästen Echtmetall-Tasten.

Peugeot-typisch: Das Interieur des neuen 3008 ähnelt dem des Vorgängers. Kurzwahltasten helfen bei der Bedienung.
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Aber nachts und LED-illuminiert macht auch der Neue innen einiges her, wirkt leicht spacig. Wie gehabt ergänzen ausgelagerte Kurzwahltasten den Touchscreen. Die sind jetzt frei belegbar und deshalb nicht mehr aus Metall.
Großgewachsenen passt der 3008 nicht
Vorn sitzt man auf maximal 26 Zentimeter Höhe über dem Wagenboden, also recht SUVig. Wer als richtig groß gewachsener Mensch mit der Anschaffung eines solchen Peugeot liebäugelt, sollte ihn zuvor ausprobieren. Es gab in unseren Reihen Fahrer über 1,90 Meter, denen das tief platzierte Lenkrad auf dem Schoß lag.

Das Peugeot-Arrangement mit Lenkrad unterm Cockpit taugt nicht für sehr große Fahrer – unbedingt vorher ausprobieren!
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Auch hinten ist der 3008 eher für mittelgroße Passagiere gedacht. Zwar ist das Fließheck so gestaltet, dass es sich erst hinter den Fond-Fahrgästen absenkt, die Kopffreiheit reicht also auch für Großgewachsene. Sitzen aber zwei lange Menschen hintereinander, kann die Kniefreiheit knapp werden. Die Fondbank bietet keine besondere Variabilität in Form von Längs- oder Lehnenneigungsverstellung, immerhin ist eine mittige Durchreiche Serie.
Mildhybrid-Antrieb reagiert verzögert
Schnappen wir uns zuerst den Stellantis-üblichen 1,2-Liter-Turbobenziner mit Mildhybridisierung via Elektromotor im Gehäuse der Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik: Der Dreizylinder – nun mit Nockenwellenantrieb via Kette statt des gefürchteten Zahnriemens, der sich im Ölbad auflösen konnte – stemmt trotz Elektro-Unterstützung nur milde 230 Nm Drehmoment auf die Antriebswellen.

Der für Stellantis typische 1,2-Liter-Turbobenziner mit E-Motor im Getriebe. Das System reagiert wenig spontan auf Gaspedalbefehle.
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Er spricht wie so viele Hybridantriebe verzögert an, weil die Befehlskette Gaspedal-Elektroboost-Turbodruck Zeit kostet. Während sich der Antrieb beim kräftigen Beschleunigen knurrig bemerkbar macht, klingt er beim Gaslupfen, wenn das Getriebe etwa vor einer Ampel herunterschaltet, schwer nach Daniel Düsentrieb – offenbar eine Lebensäußerung der elektrischen Gangwahl.
Der Hybridbenziner vermittelt einen handlichen Gesamteindruck. Auf Kopfsteinpflaster wirkt er ordentlich zusammengefügt, allerdings gibt's Windgeräusche ab 130 km/h. Egal, über 140 km/h beschleunigt er ohnehin nur zäh. Unser Exemplar in der einfacheren Allure-Ausstattung verfügt zwar über eine serienmäßige Lendenwirbelstütze im Fahrersitz, die Verstellung über ein fürchterlich schwergängiges Drehrad an der rechten Sitzseite ist aber mühsam.
Elektrovariante gewinnt beim Sprinten
Das Fahrverhalten des gut 500 Kilogramm schwereren elektrischen E-3008 haben wir schon beschrieben: sicher, berechenbar, mit leichtgängiger, etwas synthetischer Lenkung.

Nur im Sprint kann der E-3008 den Verbrenner schlagen – bei Vmax und vor allem Reichweite ist er deutlich unterlegen.
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Die Bremsen sind mit den 2,2 Tonnen Leergewicht gut gefordert und nicht frei von Fading. Das E-Auto spurtet flotter, aber bei 170 km/h ist Schluss. Und die wird kein vernünftiger Fahrer ausfahren, weil er dann arg viel Zeit an Ladesäulen verbummelt.
Ladezeiten sind durchschnittlich

Der 73 kWh große Akku des E-3008 kann an der Schnellladesäule in 32 Minuten von 25 auf 80 Prozent "aufgetankt" werden.
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Gut gemacht, bei beiden: die halbwegs waldwegetaugliche Bodenfreiheit von 195 mm, das bis über 60 km/h zug- wie lärmfreie Glasschiebedach und die soliden Metall-Verzurrösen, die auch auf kurviger Strecke einen schweren Rasenmäher halten können.
Fahrzeugdaten
Modell | Peugeot E-3008 210 | Peugeot 3008 Hybrid 145 |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid |
Leistung/Systemleistung | 157 kW (213 PS) | 107 kW (145 PS) |
Drehmoment | 345 Nm | 230 Nm |
0-100 km/h | 8,8 s | 10,2 s |
Vmax | 170 km/h | 201 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/Einganggetriebe | Vorderrad/Sechsgang- Doppelkupplung |
Verbrauch/Reichweite WLTP | 16,8 kWh/100 km/526 km | 5,4 l S/100 km/k. A. |
Testverbrauch/Reichweite | 22,9 kWh/100 km/372 km | 7,0 l S/100 km/785 km |
Batteriekapazität/Tank | 73 kWh | 55 l |
Länge/Breite/Höhe | 4542/1895/1641 mm | 4542/1895/1641 mm |
Radstand | 2739 mm | 2739 mm |
Kofferraum | 520–1480 l | 520–1480 l |
Leergewicht/Zuladung | 2207/433 kg | 1670/430 kg |
Anhänge-/Stützlast | 1250/80 kg | 1200/80 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 17/21/26 | 18/22/26 |
Grundpreis | 48.650 Euro | 40.080 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 6045,60 Euro | 7896 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 500 Euro | 1600 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 308 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 7292 Euro | 7452 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)** | 27.501,85 Euro | 18.480,89 Euro |
Euro pro Kilometer | 0,69 € | 0,60 € |
Während man mit dem Benziner klar billiger fährt (Anschaffung, Wiederverkaufswert), schenken sich beide wenig bei Zuladung und Zuglast – siehe Tabelle oben.
Fazit
Beim Peugeot 3008 muss man die Elektroversion schon wollen – Rechner greifen hier zum Benziner. Wer viel zu Hause lädt und eher Kurzstrecke fährt, kann sich beim Stromer zumindest an niedrigeren Kraftstoff-, Steuer-, Wartungs- und Versicherungskosten erfreuen – die Differenzen bei Anschaffungspreis und Wertverlust lassen sich damit jedoch nicht hereinfahren. Der Stromer beschleunigt aber kraftvoller.
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