Peugeot gebraucht: Marken-Check
Gebrauchte Peugeot-Modelle: Daten, Fakten, Tipps

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Mit langer Tradition baut die französische Marke Peugeot Autos. Genau genommen schon seit 1891. Und seit 2019 unter dem Dach des neu gegründeten Stellantis-Konzerns. Synergien nutzte man zuvor bereits intensiv mit der Schwestermarke Citroën, setzte jedoch stets auf die konservativere Klientel. Große Peugeot hatten und haben es hierzulande traditionell schwer. Dafür glänzt die Marke mit einer relativ hohen Elektrifizierung, coolem Design und einer erfreulichen Angebotsvielfalt im bürgerlichen SUV-Lager.
Mehrere Qualitätsoffensiven im vergangenen Jahrzehnt zeigen nun auch im Gebrauchtwagen-Segment Wirkung: Von Laisser-faire kann schon länger keine Rede mehr sein. In Deutschland reichte es 2024 für einen Marktanteil von 2,4 Prozent (67.454 Neuzulassungen; Quelle: KBA).
Dass sich die Langzeitqualitäten enorm verbessert haben, belegte ein Peugeot 3008 Hybrid4 im AUTO BILD-Dauertest: Das SUV sicherte sich die Note 1–. Und auch der Klassensieg des Peugeot 208 im TÜV-Report zeigt, dass der französische Löwe erstarkt ist.
Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Gebrauchtmodelle? Wie teuer sind sie? Worauf ist besonders zu achten? Hier kommt unser Schnell-Check!
Peugeot iOn
Neupreise: von 17.850 bis 29.393 Euro; Gebrauchtpreise: von 7320 bis 12.990 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 9830 Euro; Motor: 67 PS; Motortipp: 67 PS (Verbrauch: 13,3 kWh auf 100 km); Rückrufe: 3; Euro-NCAP-Insassenschutz 73 % (4 Sterne, 2011).

Für kleines Geld ermöglicht der exotische Peugeot iOn den Einstieg in die Elektrowelt.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Das 3,48 Meter kurze und nur 1,48 Meter schmale E-Auto Peugeot iOn ist eigentlich ein Japaner, genauer der Technikzwilling des von 2009 bis 2020 gebauten Mitsubishi i-MiEV. Klima, Alufelgen und Bluetooth-Radio sind die wesentlichen Extras. Exotisch ist hierzulande der CHAdeMO-Ladeanschluss. Die Qualität des Kleinstwagens ist grundsätzlich ordentlich, auch sein Akkupaket gilt als recht haltbar.
Dennoch ist mit 16 kWh Brutto-Akkugröße nur Kurzstreckenverkehr realistisch planbar. Achtung: Die Ersatzteilpreise sind deutlich erwachsener als das Auto! Durchgerostete Akkuträger kosten rund 3000 Euro. Und auch eine defekte Heizung wird schnell teuer: Die Erneuerung des Heizblocks kostet über 2500 Euro. Wenn nichts mehr geht, könnte der AC/DC-Wandler defekt sein. Kosten: über 5000 Euro! Oft lohnt es sich, bei freien Händlern im Internet nach günstigeren Teileangeboten zu schauen.
Peugeot 107/108
Neupreise: von 10.090 bis 16.800 Euro; Gebrauchtpreise: von 4499 bis 12.800 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 10.840 Euro; Motoren: von 68 bis 82 PS; Motortipp: 82 PS (Verbrauch: 5,9 l S auf 100 km); Rückrufe: 5+3, Euro-NCAP-Insassenschutz 80 % (4 Sterne, 2014).

Peugeot 107: günstiger Kleinwagen, jedoch nicht ohne Risiko. Der Nachfolger 108 ist spürbar moderner.
Bild: Christian Bittmann
Als billiger Kleinstwagen für Fahranfänger und preissensible Städter sind Peugeot 107 und 108 eine Option, die jedoch nicht ganz risikolos ist. Der in die Jahre gekommene 107 wurde bis 2014 im tschechischen Kolín gebaut und ist eng mit dem Toyota Aygo und dem Citroën C1 verwandt.
Handlichkeit, Raumangebot vorn und niedrige Fixkosten sind seine Stärken. Facelifts 2008 und 2012. Mäßig ist die Basisausstattung, ESP und Klima sind nicht immer verbaut. Heute sind zahlreiche ungepflegte Exemplare mit lückenhafter Wartungshistorie im Umlauf. Die Bremsanlage ist wenig standfest, der Auspuff oft rostig. Besser, aber nicht perfekt ist der ebenfalls gemeinsam mit Toyota entwickelte, 3,48 Meter kurze Nachfolger 108 (Bild). Er wurde bis 2022 gebaut.
Er ist spürbar moderner und erwachsener, fährt je nach Dynamikanspruch mit 68 oder 82 PS vor. Umfangreichere Ausstattungsoptionen, Farben, ein optionales Faltverdeck und ein gründliches Infotainment-Update belegen die Bemühungen, den 108 nicht länger nur als Sparauto, sondern auch als urbanes Lifestyle-Modell zu vermarkten. 9,60 Meter Wendekreis sind top. Abgasanlage und Bremsscheiben sind Problemkandidaten.
Peugeot 207/206+
Neupreise: von 10.390 bis 28.100 Euro; Gebrauchtpreise: von 2490 bis 12.999 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 5999 Euro; Motoren: von 68 bis 175 PS; Motortipp: 120 PS (Verbrauch: 7,2 l S auf 100 km); Rückrufe: 3+6; Euro-NCAP-Insassenschutz 5 Sterne (2007).

Der alte Peugeot 206 wurde als 206+ weitergebaut.
Bild: Werk
Im hart umkämpften Kleinwagensegment setzte Peugeot zu Beginn der Zehnerjahre auf ein dynamisches Duo. Der alte 206 wurde leicht modernisiert mit Einstiegsmotoren als 206+ (Bild) weitergebaut und bis 2013 zu Kampfpreisen vermarktet. Er krankt insbesondere an Elektronikstörungen, Ölverlust und maroden Abgasanlagen.
Der modernere 207 lief von 2009 bis 2015 vom Band. Er war im Grunde eine ganze Modellfamilie, denn es gab ihn auch als Kombiversion SW und als Blechklappdach-Cabriolet CC. Problematisch sind die mit BMW entwickelten THP-Motoren durch Ketten- und Turboschäden.
Der dank 175 PS lustvolle 205-GTI-Erbe 207 RC teilte sich sein sportliches, problematisches Triebwerk mit dem Mini Cooper S. Wer sich für einen Gebrauchten 206+ oder 207 interessiert, sollte auf eine halbwegs schlüssige Wartungshistorie achten. Marode Abgasanlagen und teuer zu beseitigender Ölverlust sind Dauerthemen, die die vermeintlich günstigen Einstiegspreise der gebrauchten Franzosen schmerzhaft relativieren.
Peugeot 208
Neupreise: von 12.300 bis 40.325 Euro; Gebrauchtpreise: von 6800 bis 30.390 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 16.770 Euro; Motoren: von 68 bis 208 PS; Motortipp: 130 PS (Verbrauch: 6,8 l S auf 100 km); Rückrufe: 40; Euro-NCAP-Insassenschutz 91 % (4 Sterne, 2019).

Peugeot 208 II: deutlich besser als die erste Generation.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Einen riesigen Schritt nach vorn macht Peugeot mit dem 208 II (Bild). Dem Kleinwagen gelingt der Sieg im diesjährigen TÜV-Report in seiner Klasse. Bei der ersten 208-Generation (2012 bis 2019) musste viel im Feld nachgebessert werden, was die enorme Anzahl von 40 Rückrufen erklärt.
Achsprobleme, verschlissene Kupplungen und marode Abgasanlagen sind typisch. Beim neu konstruierten 208 II hält der GT-Line mit 130 PS als Ersatz für den GTI her. Zusätzlich gibt es einen vollelektrischen e-208. Unter der sportlichen Hülle steckt moderne Stellantis-Technik. Der 4,06 Meter kurze Löwe lässt sich zur kleinen Luxus-Raubkatze aufrüsten: Panoramadach und Massagesitze gibt es genauso wie eine Lenkradheizung. Sensibel ist der im Ölbad laufende Zahnriemen.
Peugeot 2008
Neupreise: von 15.200 bis 43.850 Euro; Gebrauchtpreise: von 8995 bis 38.995 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 19.627 Euro; Motoren: von 100 bis 156 PS; Motortipp: 130 PS (Verbrauch: 6,8 l S auf 100 km); Rückrufe: 25; Euro-NCAP-Insassenschutz: 93 % (5 Sterne, 2019).

Peugeot 2008: Voll im Trend fährt das kleinste SUV der Marke.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die erste Generation des Peugeot 2008 wurde von 2013 bis 2019 verkauft, 2016 gab es ein Facelift. Technisch basiert der erste 2008 auf dem Kleinwagen 208. Wenig sorgfältig verarbeitet, strapaziert er mit Defekten an Bremsen und Abgasanlage sowie ausgefallenen Lüftungen die Nerven.
Deutlich eleganter und solider ist die 2019 vorgestellte zweite 2008-Generation. Sie baut auf der neu eingeführten CMP-Plattform auf. Es gibt sie als Benziner, Diesel und vollelektrische Variante e-2008 mit alltagstauglichem 50-kWh-Akku. Probleme sind defekte Traggelenke und feuchte Rückleuchten.
Peugeot 308
Neupreise: von 16.950 bis 48.440 Euro; Gebrauchtpreise: von 5795 bis 31.990 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 15.965 Euro; Motoren: von 82 bis 277 PS; Motortipp: 130 PS (Verbrauch: 5,2 l D auf 100 km); Rückrufe: 44; Euro-NCAP-Insassenschutz: 92 % (5 Sterne, 2013).

Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Im Golf-Lager zu wildern, ist in Deutschland – anders als in Südeuropa – verdammt schwierig. Schon bei der Einführung der zweiten, von 2013 bis 2021 gebauten 308-Generation versprach Peugeot vollmundig eine (heute bei Gebrauchten im Ansatz fühlbare) Qualitätsoffensive. Gewöhnungsbedürftig sind das winzige Volant und die darüber positionierten Instrumente.
Vorbildlich ist das großzügige Platzangebot. Als Kombivariante 308 SW streckt der Peugeot seine Fühler in Richtung Mittelklasse aus, ist 33 Zentimeter länger. Zum 2017er Facelift gab es neben etwas Kosmetik LED-Tagfahrlicht und modernere 1,5-Liter-Dieselmotoren.
Leider gibt es auch Probleme: Marode Achsaufhängungen, anfällige THP-Triebwerke und verschleißfreudige Bremsen belasten das Budget. Dazu gab es auffällig viele Rückrufe. Der bis 2013 gebaute erste 308 hat solidere Achsen, ist aber insgesamt fragiler und kleckert häufig mit Öl.
Peugeot 3008
Neupreise: von 22.350 bis 57.550 Euro, Gebrauchtpreise: von 7000 bis 39.950 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 23.990 Euro; Motoren: von 110 bis 300 PS; Motortipp: 131 PS (Verbrauch: 7,3 l S auf 100 km); Rückrufe: 44; Euro-NCAP-Insassenschutz: 86 % (5 Sterne, 2016).

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Die erste Generation spielt praktisch keine Rolle. Der 2016 eingeführte 3008 II ist 4,45 Meter lang und wird Familien mit Kindern gerecht. Er gefällt mit seiner erhöhten Sitzposition. Gut sind 520 bis 1482 Liter Kofferraum – ein Kompaktkombi bietet kaum mehr.
Spannendes Design ist aktuell eine Peugeot-Spezialität, das niedrig bauende i-Cockpit polarisiert jedoch. Achtung: Die Hybridversion ermöglicht zwar Allradantrieb durch eine angetriebene Hinterachse, bietet aufgrund der zusätzlichen Technik aber nur 395 bis 1357 Liter Ladevolumen. Oder anders formuliert 125 Liter weniger als die reinen Verbrennervarianten. Gut zum 3008 II passt der BlueHDi-Diesel mit 131 PS. Im AUTO BILD-Dauertest reichte es für die Note 1-!
Peugeot 508
Neupreise: von 24.900 bis 71.150 Euro; Gebrauchtpreise: von 6390 bis 47.090 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 24.980 Euro; Motoren: von 112 bis 360 PS; Motortipp: 177 PS (Verbrauch: 6,5 l D auf 100 km); Rückrufe: 30; Euro-NCAP-Insassenschutz: 96 % (5 Sterne, 2018).

Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Als stilvolle Alternative gelingt dem 508 II wieder das, was mehreren Modellgenerationen zuvor verwehrt blieb. Der als Fließhecklimousine und Kombi (SW, 530 bis 1780 Liter Ladevolumen) erhältliche Mittelklässler punktet bei der Kundschaft mit elegantem Design und ordentlicher Qualität. Gewöhnungsbedürftig ist das verspielte i-Cockpit im nobeleingerichteten Innenraum.
Über 30.000 Kilometer lief ein 508 PSE Hybrid-Benziner mit 360 PS in der Redaktion. Er wurde als zuverlässiges Langstreckenauto geschätzt, nur der 43-Liter-Tank (Verbrenner 55 l) nervte. Wirtschaftlicher und dennoch ausreichend kräftig ist der 177-PS- Euro-6-Diesel. Unterdimensioniert für hiesige Ansprüche sind dagegen die 1,2-Liter-Turbobenziner. Poltert das Fahrwerk, rät Peugeot zum Entlüften der adaptiven Dämpfer. Die Verarbeitung zeigt im Detail Luft nach oben.
Peugeot 5008
Neupreise: von 21.950 bis 51.400 Euro; Gebrauchtpreise: von 5900 bis 41.745 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 24.980 Euro; Motoren: von 109 bis 180 PS; Motortipp: 130 PS (Verbrauch: 6,2 l D auf 100 km); Rückrufe: 31; Euro-NCAP-Insassenschutz: 86 % (5 Sterne, 2016).

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Verlängert um 16,5 Zentimeter, ist der 5008 II seit 2017 am Start. Neben zusätzlichem Stauraum gibt es eine optionale dritte Sitzreihe mit zwei Sitzplätzen. Als Geländewagen taugt der SUV-Van-Zwitter mangels Allrad jedoch nicht.
Qualitativ deutlich schlechter und damit nicht empfehlenswert ist die rundliche, von 2009 bis 2017 gebaute erste Generation des 5008: Die Verarbeitung ist im Detail mäßig, die Elektronik eher lausig. Häufiger sorgen verschlissene Fahrwerke, Ölverlust und frühzeitig verrottende Auspuffanlagen für massive Probleme. Im AUTO BILD-Dauertest von 2012 erreichte ein 5008 I die Note 4.
Peugeot 807
Neupreise: von 27.000 bis 41.300 Euro; Gebrauchtpreise: von 3490 bis 5950 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 3790 Euro; Motoren: von 109 bis 170 PS; Motortipp: 136 PS (Verbrauch: 7,2 l D auf 100 km); Rückrufe: 3; Euro-NCAP-Insassenschutz: 5 Sterne, 2003.

Bild: Werk
Als Verbote des Stellantis-Konzerns entwickelte PSA die EuroVan-Basis für den 807 zusammen mit dem Fiat-Konzern. Für ein großes Familienauto ist er nicht zuletzt durch seine zwei Schiebetüren prädestiniert. Aufgrund diverser Elektronikprobleme ging das Gros der Fahrzeuge bereits in den Export oder wurde verschrottet.
Wirtschaftlich an der Zapfsäule ist der 2.0 HDi mit 136 PS. Er hat ausreichend Kraftreserven und gilt als robust, leidet jedoch unter häufigen Schäden an der Kupplung und dem Zweimassenschwungrad. Noch flotter, aber etwas komplexer, ist der 2.2 HDi Biturbo mit 170 PS. Achtung: Im Alter sind Rostprobleme am Fahrwerk ein Thema. Teils ist bereits heute die Ersatzteilsituation unerwartet angespannt.
Peugeot Traveller
Neupreise: von 34.530 bis 68.610 Euro; Gebrauchtpreise: von 21.890 bis 50.990 Euro; Durchschnittlicher Gebrauchtpreis: 37.500 Euro; Motoren: von 115 bis 177 PS; Motortipp: 177 PS (Verbrauch: 8,3 l D auf 100 km); Rückrufe: 48; Euro-NCAP-Insassenschutz: 87 % (5 Sterne, 2015).

Bild: Werk
Als Gemeinschaftsentwicklung mit PSA-Schwester Citroën und Toyota spart der Peugeot Traveller Kosten und ist eine bezahlbare Großraumlimousine, die nicht nur frankophile Naturen ansprechen soll. Der Traveller mit bestuhltem Fond und vollständiger Verglasung ist komfortabel und sieht seinen Geschwistern von Toyota und Citroën zum Verwechseln ähnlich. Auf dem Papier taugt der Maxi-Löwe dank seiner drei unterschiedlichen Längen sogar als etwas günstigere Alternative zu V-Klasse und den VW T-Modellen.
Bereits mit dem 150-PS- Diesel fährt man souverän. Die Qualität ist jedoch nicht optimal und genügt eher einem Nutzfahrzeug. Das EAT8-Getriebe macht häufiger Probleme. Lästige Klassiker sind schlecht eingestellte Schiebetüren und Lackfehler. Extrem viele Rückrufe! Ende 2021 folgte der vollelektrische e-Traveller (Bild) mit 136 PS und 50 oder 75 kWh Akkukapazität.
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