Das SUV dominiert unsere Straßen. Immer größer, immer schneller und immer luxuriöser. Dinge, die die Welt bei genauer Betrachtung nicht braucht. Eine Fahrzeugklasse, die schon deutlich länger auf Straßen in aller Welt Kilometer sammelt, ist zu großen Teilen aus dem Bewusstsein verschwunden. Der Hochdachkombi ist zugegeben keine wirklich attraktive Gattung, verdient sich seine Anerkennung aber besonders über ein Attribut, das viele SUVs nur noch bedingt bieten. Es geht um Praxistauglichkeit. Während das SUV immer wildere Formen annimmt, bleibt sich der Hochdachkombi auch im Jahr 2018 treu. Gut, einem gewissen Hang zum SUV­-Trend kann sich auch der neue Rifter nicht entziehen. Schwarze Plastikbeplankung an den Stoßfängern, Radhäusern und Schwellern sowie eine erhöhte Karosserie und Unterbodenschutz laufen mit jedem Rifter serienmäßig vom Band. Beim Design orientiert sich der Rifter am frischen 308 und seinen SUV-­Verwandten 3008 und 5008. Im Zuge dieser Neugestaltung wirkt die Front mit der kurzen und hohen Haube deutlich bulliger. Das Heck grüßt serienmäßig mit einer einteiligen Heckklappe und kommt gegen den Aufpreis von 200 Euro mit separat öffnender Heckscheibe. Optional bietet Peugeot in den beiden Linien Access und Active Heckflügeltüren zum Preis von 50 Euro an.

Motto des Rifter: Stauraum, Stauraum, Stauraum

Peugeot Rifter
Mehr Kopffreiheit gibt's nur im Bus. Die Sitzauflage dürfte etwas länger sein. Erfreulich: Hier passen drei Kindersitze nebeneinander.
Sollten Sie bereits einen Blick auf den neuen Opel Combo und Citroën Berlingo geworfen haben, dann offenbart der Rifter Ihnen im Großen und Ganzen nichts Neues. Der Armaturenträger hat entsprechend der Marke eine eigene Optik, im Falle Peugeot sind das ein kleines Lenkrad, hoch positionierte Instrumente, zentrales Touchdisplay und eine breite Mittelkonsole mit reichlich Stauraum. Weitere Ablagen finden Sie über den Sonnenblenden, im Fond­-Fußraum und im Mitteltunnel des optionalen Multifunktionsdaches inklusive eines großen Fachs in Reihe drei (ab 900 Euro). Die Sitze für Fahrer und Beifahrer sind bequem, taugen auch für lange Strecken, könnten aber eine längere Auflage und, gerade bei Reisen mit Kindern, eine Option auf Belederung vertragen. Gleiches gilt für die Sitze der Fondpassagiere, denen es ein wenig an Schulterfreiheit mangelt. Jedoch erfreulich: Selbst mit dem engen Schnitt passen drei Kinder­sitze nebeneinander. Im Zuge gesteigerter Alltagstauglichkeit mit Kind und Kegel empfehlen wir Ihnen Schiebetüren auf beiden Seiten (450 Euro), den klappbaren Beifahrersitz (250 Euro) sowie die drei Einzelsitze im Fond (200 Euro). Wenn Sie sich für den Rifter mit verlängertem Radstand (+350 Millimeter) interessieren, bietet Peugeot die Option auf zwei Ein­zelsitze (750 Euro) in der dritten Reihe, die ebenfalls klappbar und einzeln herausnehmbar sind. Die Paradedisziplin des Rifter beginnt erst hinterm Fond. Der Kofferraum fasst ordentliche 775 Liter mit auf­rechten Sitzen. Fallen die, schluckt er 3000 Liter, die lange Variante 3500. Zum Vergleich: Der Ford Tourneo Connect kommt mit kurzem Radstand auf 2410 Liter, der VW Caddy auf 3030 Liter.
Überblick: Alles zum Peugeot Rifter

Motorenprogramm: Vorfahrt für den Diesel

Peugeot Rifter
Die Gangwechsel erfolgen beim Achtstufen-Wandler über einen Drehregler.
Um Hab und Gut in Bewegung zu bringen, setzen die Franzosen vor­wiegend auf Diesel, bei den Benzinern steht zum Marktstart nur ein einziges Exemplar zur Verfügung. 110 PS in Verbindung mit einem Sechsgang­-Schaltgetriebe reichen für alltägliche Aufgaben, Sportlichkeit oder Gänsehaut dürfen Sie aber nicht erwarten. Eine 130-­PS-­Variante mit Achtstufen­-Automatik soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Die Diesel mit je 1,5 Liter Hubraum leisten entweder 102 oder 130 PS. Nur das stärkere Aggregat lässt sich mit der bereits erwähnten Achtstufen­-Automatik (2000 Euro) koppeln. Auch die zwei Diesel werden Sie nicht in Ekstase versetzen, dennoch ver­richten die beiden Vierzylinder ihren Dienst solide mit genug Durchzug und angemessenem Verbrauch.

Nur für die Linie Allure gibt es das empfehlenswerte Easy-­Paket

Wankbewegungen und Untersteuern stehen beim Rifter kaum auf der Tagesordnung. Die Übersetzung der Lenkung ist direkt, das Fahrwerk federt komfortabel, spitze Kurven nimmt er in Anbetracht seiner Ausmaße erstaunlich gut. Bei den Assistenten fahren Tempomat, Spurhaltewarner, Verkehrsschilderkennung und City­-Notbremssystem immer serienmäßig mit. Der Parkassistent, die Rückfahrkamera mit Einparkhilfe vorn und hinten sowie der Totwinkel­-Assistent sind nur im 1200 Euro (1000 Euro mit GT-­Line-­Paket) teuren Easy-­Paket zu bekommen, das ausschließlich an die höchste Linie Allure gekoppelt ist. Damit wären wir bei unserer Empfehlung: 130 Diesel­-PS in Kombination mit dem Handschalter und der Linie Allure. Sie zahlen 25.290 Euro und erhalten im Gegenzug einen gut ausgestatteten Rifter. Gönnen Sie sich zusätzlich das Panorama-­Glasdach mit weiteren Ablagen (insgesamt 92 Liter), das erwähnte Easy­-Paket, die drei Sitze im Fond und den klappbaren Beifahrersitz.

Bildergalerie

Kaufberatung Peugeot Rifter
Kaufberatung Peugeot Rifter
Kaufberatung Peugeot Rifter
Kamera
Kaufberatung Peugeot Rifter

Fazit

von

Christoph Richter
Den praktischen und mehr als familienfreundlichen Hochdachkombi hat gefühlt niemand mehr auf dem Schirm – das ging auch uns so. Mit dem Rifter liefert Peugeot eine grundsolide und preislich ansprechende Alternative zum Kombi oder SUV. Viel Assistenz für mehr Sicherheit und problemloses Fahrverhalten unterstreichen den guten Gesamteindruck.

Von

Christoph Richter