Pkw-Maut
EU-Kommissarin will EU-Maut

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EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc bringt eine europaweite Pkw-Maut ins Spiel. Viele unterschiedliche Systeme seien dagegen ein "Mobilitätshindernis".

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc will eine europaweit einheitliche Maut-Lösung.
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Alles Wissenswerte zur Pkw-Maut
Unterschiedliche Systeme ein "Mobilitätshindernis"
Die vielen unterschiedlichen Systeme und Lösungen in Europa seien für die Autofahrer "eine Belastung und ein Mobilitätshindernis". Ob eine "Euro-Maut" für die einzelnen EU-Mitgliedsländer zur Pflicht werden könnte, ließ Bulc offen. "Ebenso gut ist es möglich, dass sie optional ist, also dass die Länder selbst entscheiden, ob und auf welchen Straßen sie eine kilometerabhängige Straßennutzungsgebühr erheben wollen." Wichtig sei, dass die Einnahmen an die jeweiligen EU-Länder zurückfließen, die sie dann für den Bau und den Erhalt ihrer nationalen Infrastruktur einsetzen könnten.Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte gegenüber der BILD zu dem Vorschlag: "Dass die Kommission sich positiv zur Mautfinanzierung von Straßen äußert, ist ein gutes Signal." Eine europaweite Maut sei jedoch nur schwer umzusetzen. "Dazu wird es sehr lange Diskussionen in Europa geben. Das ändert nichts an unserer Entscheidung, im nächsten Jahr in Deutschland die Infrastrukturabgabe einzuführen."
Länder formieren Widerstand gegen Pkw-Maut
Doch auch in Deutschland formiert sich neuer Widerstand gegen die umstrittene Pkw-Maut. Der Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, sagte: "Der Bundesrat ist fast einhellig gegen die Dobrindt-Maut." Tatsächlich bezweifeln sowohl der Verkehrs- als auch der Finanzausschuss des Bundesrats die Höhe der Einnahmen und haben "grundsätzliche Bedenken", ob das vom Bundeskabinett beschlossene Paket mit europäischem Recht vereinbar ist. Das geht aus Empfehlungen der Ausschüsse für die Sitzung der Länderkammer am 6. Februar hervor.
Hintergrund: Dobrindt will die Pkw-Maut ab 2016 für Autobahnen und Bundesstraßen kassieren. Fahrer aus dem Ausland sollen nur für Autobahnen zahlen. Erwartet werden daraus nach Abzug der Systemkosten zusätzlich 500 Millionen Euro pro Jahr für Investitionen ins Straßennetz.
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