Pössl ist so etwas wie der Aldi der Camper-Szene. Die Produkte sind gut, die Preise günstig. Diesen Ruf hat sich das im schönen Berchtesgadener Land vor den Toren Salzburgs ansässige Unternehmen in über 30 Jahren verdient. "Einmal Pössl, immer Pössl", lautet das Credo vieler Kunden. Auch wir konnten uns schon von der legendären Qualität überzeugen: Ein Pössl Summit 640 war das beste bisher bei uns im Dauertest eingesetzte Fahrzeug. Mit mikroskopisch kleiner Mängelquote, was in der Caravaning-Welt leider nicht selbstverständlich ist. Besonders erstaunten uns damals die vielen kleinen netten Details, die das Camperleben an Bord komfortabel machen. Daher waren wir gespannt, wie die Pössl-Entwickler es schaffen wollten, auf rund einem Meter weniger ein vollwertiges Wohnmobil zu realisieren.

Ein 5,40-Meter-Kastenwagen fordert Kompromissbereitschaft

Pössl Summit 540
Für zwei Schmale groß genug: das quer eingebaute Doppelbett.
Das ist er: Ein kurzer, knackiger Kastenwagen für zwei, die nicht viel Geld für Komfort ausgeben wollen. Und gleichzeitig das kleinste Modell der für Pössl so wichtigen Summit-Reihe, die 2016 mit Schwenkbad und reisefertiger Ausstattung startete. Besonders bei preissensiblen Kunden dürfte das neue Einstiegsmodell (ab 35.699 Euro) gut ankommen. Allerdings: So schlank wie das Budget sollten auch die Interessenten dieses Modells sein, denn ein 5,40-Meter-Kastenwagen fordert Kompromissbereitschaft. Das betrifft hier vor allem das recht knappe Querbett, das in der unteren Hälfte auch noch eingeschnitten ist. Immerhin: Für schmale Menschen bis 1,80 Meter Körperlänge passt die Liegefläche (1,94 x 1,40 bis 1,17 Meter) noch ganz gut. Abgesehen davon zaubert Pössl auf den wenigen Quadratmetern aber einen vollwertigen Camper.

Platz ist in der kleinsten Hütte – wenn man Hirnschmalz aufbringt

Pössl Summit 540
Das Interieur des Summit ist hell und freundlich. Es gibt genügend Fenster, Luken und Beleuchtungselemente.
Das hat er: Alles an Bord, was zwei Zugvögel brauchen – und ein paar schlaue Ideen, die das Leben an Bord erleichtern: drehbare Fahrerhaussitze, Seitensitzbank, kompakte Küche, Bad, einfaches Kontrollpanel, Querbett. Zu den Pössl-typischen Pfiffigkeiten gehört der Klapptisch, der während der Fahrt raumsparend an der Seitenwand ruht. Durch ein Extrabrett zum Aufklappen entsteht ein Minitisch für eine Person. Wer mehr braucht, klappt die ganze Konstruktion aus. Einziges Manko: Die Bauteile sorgen für Klappergeräusche. Im Sitzkasten sind Truma-Heizung und Elektrik eingebaut. Der Kühlschrank sitzt an der Stirnseite der Küche und ist dank beidseitig angeschlagener Tür von innen und außen bedienbar. Staumöglichkeiten bieten Unterschrank mit Besteckschublade und Oberschrank. Das Bett entsteht aus verschiedenen Polsterteilen mit durchschnittlichem Liegekomfort. Schulter und Hüfte ruhen auf Lattenrosten, Kopf und Beine auf den Holztruhen. Die größere (rechts) beherbergt einen kleinen Kleiderschrank mit Garderobenstange. Entfernt man Lattenroste und Holzbrett im Durchgang, entsteht ein großer Stauraum für sperrige Güter, zum Beispiel Surfbretter. Das Bad bietet dank Schwenkwand einen getrennten Wasch-/Duschbereich. Die Dusche wird dadurch aber recht eng. Trotzdem – für einen Kastenwagen nicht schlecht. Eine Lamellentür sorgt für Sicht- und Spritzschutz.So fährt er: Aufgrund des kurzen Radstands wirkt der Summit 540 auf schlechten Straßen etwas nervös und stuckerig. Auf glattem Untergrund fährt er ruhig und sicher. Mit dem 140-PS-Motor ist eine Reisegeschwindigkeit von 130 km/h problemlos über längere Strecken möglich. Der Verbrauch beträgt akzeptable 9,6 Liter.

Bildergalerie

Pössl Summit 540
Pössl Summit 540
Pössl Summit 540
Kamera
Pössl Summit 540 im Wohnmobil-Test
Fazit von Axel Sülwald: Ich dachte, nach über 30 Jahren in der Campingszene kann mich nichts mehr überraschen. Denkste! Mit dem günstigen Summit 540 hat sich Pössl selbst übertroffen. Phänomenal, was auf so engem Raum alles geht. Jetzt noch ein Klappdach drauf, dann ist der 540er sogar familientauglich! Urteil: 4,5 von fünf Punkten.