Polens Ostseeküste: Die besten Ziele
Diese Orte müssen Sie gesehen haben
– Endlose Strände, haushohe Dünen: Die Region zwischen Swinemünde und Danzig ist ideal für einen Sommertrip.
Bild: VisitGdansk
Die polnische Ostseeküsteist berühmt für ihr sonniges, warmes und stabiles Sommerwetter. Kaum ein von Westen her aufziehendes Tief kann es mit den kräftigen kontinentalen Hochdruckgebieten aufnehmen. Die traumhaft schöne, 500 Kilometer lange Küste zwischen Swinemünde und Danzig ist ein weiteres Argument, hier Urlaub zu machen. Dazu gibt es viel zu entdecken: alles verschlingende Wanderdünen, schroffe Steilküsten, Stettin von unten, die Wiege der polnischen Demokratie oder die größte Burg der Welt. Zudem zeigen wir Ihnen in der entsprechenden Übersicht die besten Camping- und Stellplatzmöglichkeiten.
Radeln an der Küste – Swinoujscie (Swinemünde)
Swinemünde auf Usedom ist berühmt für seine endlos lange Promenade, den feinen Sandstrand und die schneeweiße Mühlenbake auf der Spitze der Westmole, das Wahrzeichen des 40.000-Einwohner-Badeorts. Swinemünde ist zugleich Shopping-und Kurstadt – und perfekter Startpunkt für Radtouren. Schließlich führt der internationale Küstenradwanderweg R10 mitten durch die Stadt und von dort 491 Kilometer weiter bis nach Danzig.
Für den Anfang reicht den meisten von uns sicher ein entspannter Küsten-Kurztrip nach Miedzyzdroje (Ziel 3). Der Weg verläuft an historischen Strandvillen, Swinemünder Hafen, Leuchtturm und Ostfort entlang bis zur eindrucksvollen, fast 400 Meter langen Seebrücke Miedzyzdroje. Unterwegs geht's ein Stück durch den Küstenmischwald. Natürlich ist auch ein Bad in der Ostsee drin, am besten am Naturstrand Osternothafen. Bei gemütlicher Fahrt mit Pausen und Badestopp dauert die einfache Tour (ca. 15 Kilometer) gute zwei Stunden. Stadt, Wald, Strand – ein abwechslungsreicher Weg ohne nervige Steigungen.
Kurna Chata – Swinoujscie (Swinemünde)
Zugegeben, das Kurna Chata erinnert optisch etwas an einen Imbiss. Der Name des Restaurants lässt sogar noch Schlimmeres befürchten: Kurna Chata lässt sich frei ins Deutsche mit "verdammte Hütte" übersetzen. Vielleicht hat sich der Restaurantbetreiber über den Zustand seiner Immobilie geärgert. Wir wissen es nicht. Trotz des schrägen Namens und der wenig einladenden Optik sollten Swinemünde-Urlauber der "verdammten Hütte" unbedingt eine Chance geben.
Weitere Wohnmobil-Stellplätze finden Sie auf pincamp.de
Denn die Kurna Chata ist Kult, die Einheimischen lieben das Lokal. Dort gibt es tolle traditionelle Gerichte von Piroggen, der polnischen Nationalspeise, über Eisbein (Golonka) bis Zander, vorsichtig und auf den Punkt im eigenen Sud und mit knackigem Gemüse gegart. Ein verdammter Genuss!
Marszałka Józefa
Piłsudskiego 20
72-600 Swinoujscie
0 80 51-43 81
https://kurnachataswinoujscie.eatbu.com
Öffnungszeiten: tägl. 12-22 Uhr
Piłsudskiego 20
72-600 Swinoujscie
0 80 51-43 81
https://kurnachataswinoujscie.eatbu.com
Öffnungszeiten: tägl. 12-22 Uhr
Gosan-Klippe – Miedzyzdroje
Die Steilküste nordöstlich von Mie¸dzyzdroje erhebt sich knapp 100 Meter über die Ostsee und verändert ständig ihr Gesicht. Am spektakulärsten und schönsten ist der Blick vom Aussichtspunkt auf der Gosan-Klippe im Wollin-Nationalpark. Sie ist nur wenige Fußminuten von einem Parkplatz an der Landstraße 102 entfernt. Alternative zur Gosan-Klippe ist der knapp vier Kilometer weiter südwestlich gelegene Kaffeeberg (Kawcza Góra) am Ortsrand von Miedzyzdroje. Wer mehr Zeit hat, sollte sich eine Strandwanderung unterhalb der Steilküste mit Start- und Zielpunkt Miedzyzdroje gönnen. Von unten betrachtet wirkt die Abbruchkante noch gewaltiger als von einem der Aussichtspunkte oben. Nach stärkerem Regen oder Wind ist die Tour aber nicht ratsam. Wie gesagt: Die Küste verändert hier ständig ihr Gesicht.
Tourist-Info
Bohaterów Warszawy 20
72-500 Miedzyzdroje
Tel. +48-9 13 28 27 78
Bohaterów Warszawy 20
72-500 Miedzyzdroje
Tel. +48-9 13 28 27 78
Castellum Lubinum – Lubin
Einen knapp zweistündigen Spaziergang von Miedzyzdroje entfernt liegt das kleine, unspektakulär verschlafene Lubin. Hier, an der Haffseite, ticken die Uhren noch langsamer als an der Ostseeküste. Ein herrlicher Ruheort. Zur Stärkung empfiehlt sich die Einkehr auf der Terrasse des "Pod Kasztanem" am nördlichen Ortsrand, doch die eigentliche Attraktion ist das Castellum Lubinum gegenüber der Kirche. Es handelt sich um Ausgrabungen einer mittelalterlichen Burg, von der aus sich einst das Stettiner Haff und der Zugang zur Swine kontrollieren ließen. Nebenan gibt es eine kleine Ausstellung sowie ein Café und Restaurant mit Terrasse. Ein romantischer Ort mit Haffblick.
Tourist-Info
Bohaterów Warszawy 20
72-500 Miedzyzdroje
Tel. +48-9 13 28 27 78
Bohaterów Warszawy 20
72-500 Miedzyzdroje
Tel. +48-9 13 28 27 78
Maritimes Wissenschaftszentrum MCN
Das MCN ist vor allem eines: ein riesiges Experimentierfeld für Kinder und neugierige Erwachsene. In Laborräumen und der Modellbauwerkstatt erklärt und veranschaulicht Fachpersonal physikalische Gesetzmäßigkeiten und gewährt spannende Einblicke in Mechatronik, Schiffbau, Mathematik, Automatik, Chemie und Biologie. Selbst auf schwierigste Fragen gibt das Team gut verständliche Antworten, etwa in den beliebten, mit Experimenten gespickten Wissenschaftsshows. Die ganz großen Zusammenhänge werden Besuchern im Planetarium deutlich – soweit sie der Menschheit überhaupt bekannt sind. Nachhilfeunterricht kann spannend sein und richtig Spaß machen!
Nad Dunczyca 1
70-655 Szczecin
Tel. +48-9 13 51 80 01
centrum-nauki.eu
Öffnungszeiten: Di.-Fr. 9-17, Sa. u. So. 10-18 Uhr
Preise: Ausstellung 30 PLN (Erw.), 25 PLN (erm.)
2D-Planetaria 25 PLN (Erw.), 16 PLN (erm.)
3D-Planeten 40 PLN (Erw.), 25 PLN (erm.);
10 PLN = 2,31 Euro
70-655 Szczecin
Tel. +48-9 13 51 80 01
centrum-nauki.eu
Öffnungszeiten: Di.-Fr. 9-17, Sa. u. So. 10-18 Uhr
Preise: Ausstellung 30 PLN (Erw.), 25 PLN (erm.)
2D-Planetaria 25 PLN (Erw.), 16 PLN (erm.)
3D-Planeten 40 PLN (Erw.), 25 PLN (erm.);
10 PLN = 2,31 Euro
Kriegstunnel-Führung – Szczecin (Stettin)
Gleis 3 des Stettiner Hauptbahnhofs ist nicht irgendein Gleis. Der Bahnsteig ist das Tor zur Unterwelt der Stadt, dem Stettiner Kriegstunnel. Fast täglich finden Führungen durch die Betonröhren statt, die in einen 3000 Quadratmeter großen Luftschutzbunker münden. Bis zu 5000 Menschen fanden hier, rund 16 Meter unter der Erdoberfläche, während des Zweiten Weltkriegs Schutz vor Luftangriffen.
Besonderheit: Besichtigungen sind auch auf eigene Faust möglich, doch ist es ratsam, mit einem Guide in die Gewölbe hinabzusteigen, der über die Geschichte des Kriegstunnels informiert. Zur Auswahl stehen mehrere Themenführungen und Routen zum Zweiten Weltkrieg, Kalten Krieg und der Zeit des Kommunismus in Polen. Spannend und bedrückend. Die Tunnel unter Stettin führen zurück in eine andere Zeit – "Time Tunnel".
Kolumba 2
Szczecin 70-035
Tel. +48-6 05 43 34 33
https://schron.szczecin.pl/de
Infos zu Touren s. Internet
Preise: 40 PLN (Erw.), 32 PLN (erm.); 10 PLN = 2,31 Euro
Szczecin 70-035
Tel. +48-6 05 43 34 33
https://schron.szczecin.pl/de
Infos zu Touren s. Internet
Preise: 40 PLN (Erw.), 32 PLN (erm.); 10 PLN = 2,31 Euro
Schloss - Szczecin (Stettin)
Trotz etlicher Kriege, darunter der Dreißigjährige, blieb das Stettiner Schloss mehr als 600 Jahre lang nahezu unversehrt. Erst 1944 erwischten Bomben die Heimstatt der Herzöge von Pommern und beschädigten die Uralt-Immobilie schwer. Die Volksrepublik Polen rekonstruierte sie zwischen 1960 und 1980 im Renaissance-Stil und machte den Prunkbau zu einem Kulturzentrum der Superlative. Heute beherbergt das Schloss unter anderem eine Oper sowie einen Theater- und Konzertsaal in der alten Schlosskirche.
Unter dem Gotteshaus, in der Krypta, ruhen die früheren Eigentümer, die Pommernherzöge. Tagsüber sind große Teile des Schlosses zu besichtigen. Zu den Highlights zählen die Hexenzelle und das Kabinett des Eilhard Lubinus mit einer Ausstellung, in der die "Große Landkarte des Herzogtums Pommern" zu sehen ist, einer der bedeutenden Schätze des 17. Jahrhunderts. Ein gewaltiger Bau mit wechselvoller Geschichte.
Korsarzy 34
70-540 Szczecin
Tel. +48-9 14 89 16 30
https://zamek.szczecin.pl/de
Öffnungszeiten (Sommer): tägl. 10-18 Uhr
im Winter montags geschlossen
Preis: 8 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
70-540 Szczecin
Tel. +48-9 14 89 16 30
https://zamek.szczecin.pl/de
Öffnungszeiten (Sommer): tägl. 10-18 Uhr
im Winter montags geschlossen
Preis: 8 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
Ciuchcia Retro – Gryfice
Vor 100 Jahren pendelte eine Küsten-Schmalspurbahn zwischen Greifenberg (Gryfice) und dem Seebad Horst (Niechorze) hin und her, um Sommerfrischler ans Meer zu bringen. Heute rumpelt der Gleisbummler als Touristenattraktion rund zehn Kilometer von Trzeszacz nach Pogorzelica an der Ostsee entlang. Vorn schnauft eine 75 Jahre alte Dampflok vom Typ PX48-3916. Alternativ wird der historische Zugverband Ciuchcia Retro von einer Diesellok gezogen: einem kantigen Stahlmonster, Eisenbahnern unter dem "Star Wars"-verdächtigen Namen Lxd2 bekannt.
Abends und außerhalb der Sommersaison (Juni bis September) ruht sich der betagte Fuhrpark im historischen Lokschuppen des Eisenbahnmuseums Gryfice aus. Es macht aber natürlich viel mehr Spaß, sich in einem der Waggons die Küste entlangschaukeln zu lassen, als sich den Zug im Winterquartier anzusehen. Tipp für echte Eisenbahn-Freaks: Morgens startet der Zug in Gryfice Richtung Meer, um dann tagsüber an der Küste zu pendeln. Wer schon am Startpunkt zusteigt, hat exakt 39,4 Schmalspur-Kilometer auf einer nicht allzu bequemen Holzbank bis Pogorzelica vor sich. Vorsichtshalber ein Sitzkissen aus dem Reisemobil mitnehmen.
Ul. Błonie 1
72-300 Gryfice
Tel. +48-7 98 62 70 70
www.kolej.rewal.pl
Preise: 28 PLN (Einzelfahrt), 64 PLN (Familien, einfache Fahrt)
13 PLN (Fahrrad); 10 PLN = 2,31 Euro
72-300 Gryfice
Tel. +48-7 98 62 70 70
www.kolej.rewal.pl
Preise: 28 PLN (Einzelfahrt), 64 PLN (Familien, einfache Fahrt)
13 PLN (Fahrrad); 10 PLN = 2,31 Euro
Landhaus und Restaurant "Dworek nad Rega" – Trzebiatow
Ein Ausflug aufs Land in das malerische Dorf Nowielice bei Trzebiatów lohnt sich nicht nur für Ruhesuchende. Auch kulinarisch ist die Tour ein Erlebnis. Im Restaurant des Landhotels "Dworek nad Rega" serviert das Team lokale Fischspezialitäten zum Niederknien: frische Forelle, Lachs und Plötze, zubereitet nach althergebrachten regionalen Rezepten und mit frischen Kräutern verfeinert. Wer es herzhaft mag, lässt sich ein traditionelles polnisches Gericht kredenzen, die Karte ist voll von Klassikern der vorpommerschen Küche. An schönen Tagen ist die Gartenterrasse geöffnet, die sich auch für die Einkehr zu Kaffee und hausgemachtem Kuchen sowie dank weitem Blick auf Felder und Wiesen bestens für einen gepflegten Sundowner eignet.
Kanutour auf der Rega – Trzebiatow
Die Rega, Polens viertlängster Fluss, schlängelt sich gemächlich durch die herrliche, kaum berührte vorpommersche Naturlandschaft bis zur Ostsee. Sehr beliebt sind die etwa vierstündigen Paddeltouren von Trzebiatów ins 14 Kilometer entfernte Mrzezyno an der Ostseeküste. Der Fluss sorgt sachte und ohne allzu viel Paddeleinsatz für Vortrieb und Entschleunigung. Pro Kilometer verliert die Rega in diesem flachen Abschnitt nicht einmal einen Höhenmeter – ideal für Familien und alle, die nur selten paddeln oder noch nie in einem Kanu gesessen haben. Es geht mitten durch die grüne, urwüchsige und unfassbar stille Küstenlandschaft: durch Wälder, über offene Wiesen und vorbei an verträumten Dörfern – mehr Idylle geht nicht. Die Entdeckung der Langsamkeit auf der Rega.
Freizeitagentur Kajtur
Chełm Gryficki 14
72-320 Trzebiatów
Tel. +48-6 06 19 76 52
https://kajtur.pl
Preise s. Internet
Chełm Gryficki 14
72-320 Trzebiatów
Tel. +48-6 06 19 76 52
https://kajtur.pl
Preise s. Internet
Torfbad – Kołobrzeg
Es kann ausgesprochen entspannend sein, einmal so richtig im Dreck zu liegen. Zumindest wenn es sich um ein warmes Moorbad handelt. An der polnischen Ostseeküste reiht sich ein Spa ans nächste, auf Urlauber warten eine Vielzahl von Kuranwendungen und Sportangeboten. Im San Medical Spa in Kołobrzeg sind es insgesamt 120 (!) zu vergleichsweise moderaten Preisen. Bei einem Moorbad dringt die wohlige Wärme tief in Muskeln, Sehnen und Gelenke ein. Das bringt den Stoffwechsel auf Touren, Erleichterung bei rheumatischen Erkrankungen und ganz allgemein maximale Erholung. Idealerweise geht's nach dem Suhlen tiefenentspannt und ohne Umwege zur Nachtruhe ins Alkoven- oder Heckbett.
Kurhotel San Medical Spa
Kasprowicza 17
78-100 Kołobrzeg
Tel. +48-9 43 52 64 41
www.san.pl/de
Preisbeispiel Moorbad: 100 PLN für externe Gäste;
10 PLN = 2,31 Euro
Kasprowicza 17
78-100 Kołobrzeg
Tel. +48-9 43 52 64 41
www.san.pl/de
Preisbeispiel Moorbad: 100 PLN für externe Gäste;
10 PLN = 2,31 Euro
Bernsteinsuche – Kołobrzeg
Für Bernsteinsucher stehen die Chancen, versteinertes Harz an der Ostseeküste zu finden, nach Frühjahrs- oder Herbststürmen am besten. Doch auch im Sommer werden nach Schlechtwetterphasen Bernstein-"Nuggets" an Land gespült. So auch in Kołobrzeg, das für seinen endlos langen Sandstrand, die Promenade, Solequellen und Bernstein bekannt ist. Der größte Fund am Weststrand von Kołobrzeg datiert von Oktober 2019.
Damals entdeckte hier ein Sammler einen 527 Gramm schweren, goldgelb schillernden Bernsteinbrocken, der inzwischen im Bernsteinmuseum Kołobrzeg zu sehen ist. Wegen der Strömungsverhältnisse wird an dem Küstenabschnitt besonders viel Bernstein angespült, die Suche kann sich also lohnen. Es muss ja nicht gleich ein Kiloklumpen sein. Tipps für die erfolgreiche Bernsteinsuche am Strand gibt es zum Beispiel unter www.bernsteindirekt.de.
Hortulus Buchenlabyrinth – Dobrzyca
Diesmal ist es ernst. In gewöhnlichen Hecken- oder Maisfeld-Irrgärten reicht es meist aus, zur groben Orientierung kurz zu hüpfen, um einen Ausweg aus dem Labyrinth zu finden. Manchmal sind die Anpflanzungen auch so flach, dass nicht mal ein Hüpfer notwendig ist, um schnell wieder herauszukommen. Doch Besucher des Buchenlabyrinths in Dobrzyca erwartet definitiv kein solcher "Kinderkram". Der Irrgarten besteht aus 18.000 Buchen, die zu blickdichten, gut zwei Meter hohen Heckenwänden verwachsen sind. Hüpfen oder andere Tricks? Sinnlos.
Etliche der Gänge mit einer Gesamtlänge von etwa 3,2 Kilometern führen buchstäblich in die Irre, wie es sich für einen richtigen Irrgarten gehört. In der Mitte steht zum Glück ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, von dem aus man versuchen kann, sich wenigstens den Rückweg einzuprägen. Kleiner Hinweis vorweg: Auch das ist zwecklos. Am besten also auf dem Hinweg einen Pulli opfern und einen Faden zur Orientierung legen. Auch abgesehen vom größten Labyrinth Europas ist die weitläufige und top gepflegte Gartenanlage zu jeder Jahreszeit sehr sehenswert. Hier lässt sich locker ein halber Tag verbringen, auch dank der über das Gelände verteilten drei Cafés.
Dobrzyca 76
76-038 Dobrzyca
Tel. +48-9 43 18 13 18
www.hortulus.com.pl
Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 9.30–19 Uhr, So. 10-18 Uhr
(22. April bis 14. September, in der Vor- und Nachsaison bis 18 oder 16 Uhr, s. Internet)
Preis: 17 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
76-038 Dobrzyca
Tel. +48-9 43 18 13 18
www.hortulus.com.pl
Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 9.30–19 Uhr, So. 10-18 Uhr
(22. April bis 14. September, in der Vor- und Nachsaison bis 18 oder 16 Uhr, s. Internet)
Preis: 17 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
Wandern auf der Nehrung – Mielno
Urlauber an der polnischen Ostsee schätzen vor allem die Weitläufigkeit und Ruhe an der Küste. In manchen Gegenden kann man stundenlang allein in der Natur wandern, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. In der Hochsaison müssen sich Urlauber zwar die Nehrung zwischen Mielno und Łazy mit anderen teilen, doch überlaufen ist sie auch im Sommer nicht.
Wer einmal von Mielno nach Łazy und wieder zurück wandern möchte, sollte mindestens fünf Stunden für die insgesamt rund 20 Kilometer einplanen. Es ist unmöglich, sich unterwegs zu verlaufen, denn die Nehrung ist recht schmal. Auf der einen Seite schwappt die Ostsee, auf der anderen der Jamno-See. Etliche weitere Vorschläge für Wanderungen mit Einsamkeitsgarantie und stille Sehnsuchtsorte für Romantiker rund um Mielno gibt es in der Tourist-Info.
Grüne Mühle - Koszalin
In der alten Hansestadt gibt es eine ganze Reihe guter Restaurants, in denen sich ausgezeichnet tafeln lässt. Das vielleicht beste ist die Grüne Mühle (Zielony Młyn). Das gehobene Essen gibt's zu gehobenen Preisen, aber die Investition lohnt sich sehr. Nicht nur wegen des vorzüglichen Essens, sondern auch wegen der rustikalen Weinstube. Sie ist supergemütlich und sehr gut sortiert. Ein feines Restaurant für einen besonderen Urlaubsabend.
Gutshof Osiecki – Osiecki
In den 1960er- und 70er-Jahren war der Gutshof südlich von Łazy Schauplatz von Open-Air-Workshops internationaler Künstlerinnen und Künstler aus Ost und West. Die Zeiten sind längst vorbei, doch der inzwischen umfassend restaurierte Hof hält die Künstlertradition weiter hoch. Regelmäßig schauen hier Maler und Bildhauer vorbei, um zu arbeiten oder anderen dabei zuzusehen und sich auszutauschen.
Mittlerweile bietet das Gut einfache Übernachtungsmöglichkeiten und einen der schönsten Freiluft-Restaurantplätze an der polnischen Ostseeküste an. Auf der lauschigen Waldterrasse servieren die freundlichen Gutsleute Grazyna und Jerzy Jasinski polnische Klassiker wie Zander in Sahne-Weißwein-Sud (sandacz), Roggenmehlsuppe (zurek) oder Piroggen mit verschiedenen Füllungen. Gratis dazu gibt es Vogelgezwitscher – und einen ölig-milden polnischen Wodka, der Gäste schnell mitzwitschern lässt.
Kutterangeln – Ustka
Das Ostseebad Ustka ist ein angesagter Kurort mit breiter Promenade und tollem Sandstrand. Im Hafen liegen Fischkutter, von denen aus die Fischer ihren Fang verkaufen. Wer selbst mal auf Fischfang in der Ostsee gehen möchte, spricht am besten einfach einen Fischer auf eine Mitfahrgelegenheit an. Für ein paar Euro oder Zloty geht es an Bord. Allerdings ist so ein Kutter-Trip nur etwas für Frühaufsteher. Üblicherweise stechen die Fischer zwischen 4 und 6 Uhr in See.
Und so eine Fangfahrt kann schon mal locker acht Stunden oder sogar noch etwas länger dauern, je nachdem, welche Fanggründe der Kutter ansteuert. Die Touren können körperlich anspruchsvoll werden, sind aber definitiv ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Unterwegs lernen die Mitfahrer viel über die Ostseefischerei, den Fischeralltag und darüber, wie die Polen über uns Deutsche denken. Völkerverständigung auf einem schwankenden Fischkutter – vielleicht ein bisschen sinnbildlich für das Verhältnis zwischen den beiden Völkern. Reisetabletten mitnehmen.
Slowinzischer Nationalpark – Smoldzino
Ganz klar: Eine der Hauptattraktionen des Slowinzischen Nationalparks ist die wandernde Łacka-Düne. Doch hat das 550 Hektar große Naturschutzgebiet sehr viel mehr Sehenswertes zu bieten, darunter endlos einsame, breite Sandstrände, stille Flussuferlandschaften, Wälder, Sümpfe und den Lebasee, den größten Küstensee westlich von Danzig. Vom Leuchtturm Czołpino aus lässt sich ein Teil des riesigen Landstrichs gut überblicken. Der Turm ist 25 Meter hoch und steht auf einer bewaldeten Düne. Der Nationalpark ist durch etliche Rad- und Wanderwege erschlossen. Die vielleicht schönste Tour führt über den rund 35 Kilometer langen Küstenwanderweg von Łeba bis nach Rowy. Vor allem bei Wind eine sportliche Herausforderung.
Bohaterów Warszawy 1A
76-214 Smołdzino
Tel. +48-598117204
https://spn.gov.pl/english-version
Leuchtturm: 76-214 Czołpino
Tel. +48-5 98 11 72 04
Öffnungszeiten: tägl. 10-20 Uhr
Tourist-Info: Listopada 5 a, 84-360 Łeba
76-214 Smołdzino
Tel. +48-598117204
https://spn.gov.pl/english-version
Leuchtturm: 76-214 Czołpino
Tel. +48-5 98 11 72 04
Öffnungszeiten: tägl. 10-20 Uhr
Tourist-Info: Listopada 5 a, 84-360 Łeba
Freilichtmuseum – Kluki
Rundherum Sümpfe, Torfmoore, Wiesen, Wälder und Wanderdünen. Mittendrin weiß getünchte, reetgedeckte Fachwerkhäuser: Kluki ist ein typisch pommersches Fischerdorf – und mittlerweile ein slowinzisches Freilichtmuseum. Einige der Wohnhäuser stehen an ihrem ursprünglichen Standort, andere wurden in umliegenden Siedlungen ab- und im Museumsdorf wieder aufgebaut. Die Bauerngärten sind originalgetreu nachgebildet, in manchen stehen Brotbacköfen, Brunnenkräne oder landwirtschaftliche Werkzeuge.
Hier und da hängen zum Trocknen aufgehängte Fischernetze – und auf den Wiesen am Dorf grasen Tiere. Pommersche Landidylle. Auch das Interieur der Wohnhäuser, Werkstätten und anderer Nebengebäude passt bis ins kleinste Detail in ein slowinzisches Fischerdorf des 19. Jahrhunderts. Die dunkle Seite von Kluki: 1947 wurden die verbliebenen deutschen Einwohner vertrieben. An der Ostsee reist die polnisch-deutsche Geschichte immer mit.
Kluki 27
76-214 Kluki
Tel. +48-5 98 46 30 20
www.muzeumkluki.pl/de
Öffnungszeiten Hochsaison: Mo. 10–13, Di.-So. 10–18 Uhr
Preise: 21 PLN (Erw.), 15 PLN (ermäßigt)
Kinder bis 7 J. frei; 10 PLN = 2,31 Euro
76-214 Kluki
Tel. +48-5 98 46 30 20
www.muzeumkluki.pl/de
Öffnungszeiten Hochsaison: Mo. 10–13, Di.-So. 10–18 Uhr
Preise: 21 PLN (Erw.), 15 PLN (ermäßigt)
Kinder bis 7 J. frei; 10 PLN = 2,31 Euro
Lacka-Düne (Lontzkedüne) – Leba
Im Slowinzischen Nationalpark (Ziel 18) kriecht seit Jahrhunderten Europas größte Wanderdüne durch die Landschaft: die bis zu 42 Meter hohe Łacka-Düne. Die "kleine Sahara" hat eine Ausdehnung von 1300 mal 500 Metern, wird vom Wind pro Jahr etwa zwölf Meter gen Osten gepeitscht und ständig neu geformt: Innerhalb kürzester Zeit modelliert er gähnende Abbruchkanten, riesige Wellen oder feinste Rillen im schneeweißen Dünensand. Seit 1977 ist der Küstenabschnitt Unesco-Biosphärenreservat, durch das sich mehrere, teilweise recht anspruchsvolle Wanderwege ziehen. Eine bizarre Wüstenlandschaft am Meer.
Rabka
84-360 Łeba
Tel. +48-59 81 17 20
Tourist-Info: Listopada 5a, 84-360 Łeba
Hinweis: Die Düne ist von Łeba mit dem Boot, auf der Straße, mit einer kleinen Bahn oder per Rad zu erreichen.
84-360 Łeba
Tel. +48-59 81 17 20
Tourist-Info: Listopada 5a, 84-360 Łeba
Hinweis: Die Düne ist von Łeba mit dem Boot, auf der Straße, mit einer kleinen Bahn oder per Rad zu erreichen.
Surfen und Dünenwandern – Hel
Wer die Halbinsel Hel zu Fuß erkunden will, braucht stramme Waden. 34 Kilometer ragt die teilweise nur 200 Meter breite Nehrung nördlich von Sopot (Ziel 23) in die Danziger Bucht hinein. Drei bis zu 25 Meter hohe Dünenwälle schützen die Halbinsel vor der Ostseebrandung, dahinter erstreckt sich teils dichter Küstenkiefernwald.
Die harte Wandertour führt durch die Dünen und am Strand entlang vom Örtchen Hel bis zum Festland. Einfacher und im Sommer angenehmer ist ein Spaziergang durch den Küstenwald. Startpunkt ist ebenfalls Hel, das von Danzig und Sopot aus gut per Fähre erreichbar ist. In Hel sind schattige Rundwege ausgeschildert. Natürlich eignet sich die Nehrung mit ihrem endlosen feinen Sandstrand auch vorzüglich zum Baden – oder zum Surfen und Kiten: Ein toller Surf-Spot liegt ziemlich genau in der Mitte der Halbinsel in Mierzeja Helska.
Infos zur Halbinsel
z. B. unter www.gdansk.de/halbinsel-hel
z. B. unter www.gdansk.de/halbinsel-hel
Meeresaquarium – Gdynia
Im Aquarium Gdynia ist auf 900 Quadratmeter Fläche zu sehen, wie unterschiedlich die Lebensräume im Wasser sind. Es zeigt Ozean-Biotope, das Leben im Amazonas und in der Ostsee. Zu den größten Attraktionen zählt ein großes, von einer Vielzahl von Meereslebewesen bevölkertes Korallenriff – ein faszinierendes, hoch sensibles Ökosystem. Insgesamt tummeln sich rund 250 Tierarten von Fischen über Reptilien bis zu Wirbellosen in den knapp 70 Becken, einige davon sind zusätzlich im Kino des Aquariums zu sehen. Dort laufen Filme über das Leben an und in der Ostsee, also quasi direkt vor der Haustür.
Obwohl die Ostsee-Fauna so nah ist, bleibt uns die Unterwasserwelt meist verborgen. Anders im Aquarium: Hier begegnen Besucher Dorn- oder auch Heringshaien. Letztere werden bis zu drei Meter lang und ähneln optisch dem Weißen Hai. Aber keine Sorge, der Heringshai interessiert sich wirklich nur für Fischschwärme. Wie sein Name schon verrät: Er liebt Heringe. Nur erwidern die seine Liebe nicht.
al. Jana Pawła II 1
81-345 Gdynia
Tel. +48-5 87 32 66 01
www.akwarium.gdynia.pl/en
Öffnungszeiten: Sa.-Do. 9-17 Uhr
Preise Hauptsaison: 42 PLN (Erw.), 20 PLN (ermäßigt)
30 PLN (Kinder ab 5 J.); 10 PLN = 2,31 Euro
81-345 Gdynia
Tel. +48-5 87 32 66 01
www.akwarium.gdynia.pl/en
Öffnungszeiten: Sa.-Do. 9-17 Uhr
Preise Hauptsaison: 42 PLN (Erw.), 20 PLN (ermäßigt)
30 PLN (Kinder ab 5 J.); 10 PLN = 2,31 Euro
Sommerfrische am Meer – Sopot
Manche nennen den mondänen Badeort Sopot schwärmerisch Nizza der Ostsee oder sprechen von der polnischen Riviera. Für andere ist Sopot ganz einfach Polens Sommerhauptstadt. Hier suchen jedes Jahr Zehntausende Zuflucht, wenn sich wieder mal ein kontinentales Hochdruckgebiet über Polen festgesetzt hat und eine Hitzewelle über das Land rollt. An Sopot schätzen die Polen einerseits die Brise, die beständig von der See her milde Frischluft in die Stadt fächert. Andererseits ist die Ostseestadt vor den Toren Danzigs ein klassisches Seebad mit Promenade zum Sehen und Gesehenwerden.
Die Stadt ist im Sommer sehr lebendig, bietet viele Restaurants, Cafés, Pubs und Bars und diverse kulturelle Sommer-Highlights. Es geht aber auch ruhiger in Sopot. Die Küstenstadt lockt Segler und Windsurfer an, sie eignet sich als Ausgangsort für Radtouren, Strand-, Wald- und Wiesenwanderungen und ist außerdem Hochburg des Galoppsports. Die Polen lieben ihr Sopot wie viele Deutsche Sylt, St. Peter-Ording, Warnemünde oder Usedom. Und wer einmal in Sopot war, wird es auch lieben.
Kaschubische Keramik – Chmielno
Die Familie Necel aus Chmielno versteht sich auf kunstvolle Keramikarbeiten, und das seit zehn (!) Generationen. Aktuell führt Karel Necel die Werkstatt, die gleichzeitig ein "lebendes" Keramikmuseum ist. Hier werden unter den Augen der Besucher Gefäße in Handarbeit geformt, und natürlich kann jeder selbst sein Geschick an der Töpferscheibe versuchen. Brauchbare Ergebnisse kommen zusammen mit Necels meisterlich hergestellten Keramiken in die uralten Brennöfen.
Der Chef verziert seine Tonware übrigens mit handgemalten, überlieferten Familienmustern, die Echtheit der Keramiken dokumentiert das Familien-Signet. Die Erzeugnisse der Necels sind für den Gebrauch bestimmt, taugen also grundsätzlich auch für den Einsatz im Reisemobil. Eine gemütliche Museumswerkstatt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und in der sich der superfreundliche Karel Necel viel Zeit nimmt, um seinen Gästen sein Handwerk zu erklären.
Das Haus, das kopfsteht – Szymbark
Ein aus einer einzigen Planke gefertigter Tisch, 37 Meter lang, eine Tonne schwer. Das größte Klavier der Welt, gemacht für einen Riesen. Ein kopfstehendes Holzhaus, das begehbar ist und dessen Spitzdach tief im Boden steckt. Das "Centrum Edukacji", ein überraschungsreicher Freizeitpark in Szymbark, spielt mit den Dimensionen und bringt die Sinne der Besucher ziemlich durcheinander.
Manches mutet angesichts des Krieges im Nachbarland Ukraine allerdings etwas geschmacklos an, allem voran der Nachbau eines unterirdischen hölzernen Partisanenbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg, der durch einen niedrigen Tunnel erreichbar ist. Mittels akustischer Effekte wird im Innern ein Bombenangriff imitiert. Da ist das zivile Parkprogramm wesentlich erholsamer: Es gibt einen Seilpark, die Möglichkeit, Münzen zu prägen, Brot zu backen – und ein Bier zu trinken. Es wird direkt im Park in einer kleinen Brauerei hergestellt.
SzymbarskichZakładników 12
83-315 Szymbark
Tel. +48-6 05 57 06 37
https://cepr.pl
Öffnungszeiten: tägl. 10-16 Uhr
Preis: 42 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
83-315 Szymbark
Tel. +48-6 05 57 06 37
https://cepr.pl
Öffnungszeiten: tägl. 10-16 Uhr
Preis: 42 PLN; 10 PLN = 2,31 Euro
Altstadt und Werft – Gdansk (Danzig)
Hafenpromenade, Langgasse, Rathaus, Langer Markt, Goldenes Haus, Artushof, die Speicherinsel: Trotz schwerer Kriegszerstörungen ist Danzig mit seinen Stadttoren, Denkmälern, Kirchen und bunten Wohnhäusern, beispielsweise entlang der Frauengasse (Mariacka), sehr sehenswert und eine perfekte Einkaufsstadt. Neben einem Stadtrundgang sollten sich Besucher aber auch die Besichtigung der Werft vornehmen, in der Arbeiterführer Lech Wałe˛sa 1980 den politischen Wandel Polens hin zu einer Demokratie einläutete.
1990 wurde Wałesa der erste demokratisch gewählte Präsident Polens seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Werft, "Geburtsort" der Gewerkschaft Solidarnosc, lässt sich per Schiff, zu Fuß oder auch per E-Roller erkunden. Sie war nicht nur die Keimzelle der polnischen Demokratiebewegung, sondern eines der größten industriellen Zentren Europas – gigantisch und heute hier und da ziemlich eingerostet. Aber die Patina macht das Areal erst richtig interessant.
Infos: Danziger Tourismusorganisation
Uczniowska 22 Str.
80-530 Gdansk
Tel. +48-58-3057080
www.visitgdansk.com
Uczniowska 22 Str.
80-530 Gdansk
Tel. +48-58-3057080
www.visitgdansk.com
Museum des 2. Weltkriegs – Gdansk (Danzig)
Um es martialisch zu sagen: Das Museum des Zweiten Weltkriegs ist das am härtesten umkämpfte Museum Polens. Die gerade abgewählte PiS-Regierung wünschte darin Heldentum und Leid Polens im Zweiten Weltkrieg zu sehen. Andere versprachen sich einen klaren historischen Blick auf den deutschen Angriffskrieg, deutsche und russische Gräueltaten, aber auch auf die spätere Vertreibung der Deutschen und eine europäische Perspektive. Das Museum nimmt drei Zeitebenen auf: Die Vergangenheit des Krieges ist in den unterirdischen, rund 5000 Quadratmeter großen Hallen zu sehen, Gegenwart und Zukunft spiegeln sich in den Außenanlagen und den oberen Stockwerken wider.
Im Zentrum der ständigen Ausstellung stehen der militärische Widerstand und das Leid der Polen während der deutschen Besatzung. Fünf Millionen polnische Zivilisten starben, darunter mehr als drei Millionen Juden. Das Museum versteht sich nicht als Militärmuseum, sondern zeigt den Krieg aus der Perspektive der Zivilisten und zieht dabei Parallelen zu anderen Kriegen oder "ethnischen Säuberungen" auf dem Balkan in den 1990ern. Ob sich die Abwahl der PiS-Regierung auf das Konzept des Museums auswirken wird, ist derzeit noch unklar. So oder so: Das Museum zählt zu den interessantesten Polens und verdient einen Besuch.
plac Władysława Bartoszewskiego 1
80-862 Gdansk, Tel. +48-58-7 60 09 60
www.muzeum1939.pl/en
Öffnungszeiten: Di.-So. ab 10 Uhr
Preise: 29 PLN (Erw.), 22 PLN (ermäßigt)
65 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
80-862 Gdansk, Tel. +48-58-7 60 09 60
www.muzeum1939.pl/en
Öffnungszeiten: Di.-So. ab 10 Uhr
Preise: 29 PLN (Erw.), 22 PLN (ermäßigt)
65 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
Bernsteinmuseum – Gdansk (Danzig)
Danzig gilt als Welthauptstadt des Bernsteins. Hier werden seit Jahrhunderten prächtige Schmuckstücke aus dem "Gold der Ostsee" hergestellt. Im Bernsteinmuseum, untergebracht in der ehemaligen "Großen Mühle", sind Kunstgegenstände, Möbel und wahre Schätze wie ein filigranes Mini-Schachspiel aus dem gelbbraun schillernden Harz zu sehen. Viele der Ausstellungsstücke präsentiert das Museum nahezu im Urzustand, nur etwas aufpoliert und mit oft Millionen Jahre alten Einschlüssen von Pflanzenteilen und Tieren.
Darunter sind nicht nur Insekten oder Spinnen, sondern auch ein Gecko! Sie alle teilen ein gemeinsames grausames Schicksal: Sie waren unglücklicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort und wurden durch das klebrige Baumharz unfreiwillig für die Ewigkeit konserviert. Vermutlich kein angenehmes Ende – aber heute für uns wunderschön anzusehen. Ein Schatzhaus mit lichttechnisch perfekt in Szene gesetzten, schillernden Exponaten.
Wielkie Młyny 16
80-849 Gdansk
Tel. +48-58-5 73 31 28
https://muzeumgdansk.pl/en
"Museum of Amber" anklicken
Öffnungszeiten: Mi.- Mo. 10-18 Uhr
Preise: 35 PLN (Erw.), 25 PLN (ermäßigt)
94 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
80-849 Gdansk
Tel. +48-58-5 73 31 28
https://muzeumgdansk.pl/en
"Museum of Amber" anklicken
Öffnungszeiten: Mi.- Mo. 10-18 Uhr
Preise: 35 PLN (Erw.), 25 PLN (ermäßigt)
94 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
Marienburg – Malbork
Die im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden im Weichseldelta erbaute Festung ist Unesco-Weltkulturerbe, das größte Backsteingebäude Europas und flächenmäßig die größte Burg der Welt. Die Anlage erstreckt sich über 21 Hektar, was der Größe von rund 30 Fußballfeldern entspricht. Die Marienburg war Teil einer ganzen Riege von Befestigungsanlagen, mit denen der Deutsche Orden seine während der "Ostexpansion" eroberten Gebiete abzusichern versuchte. Mehr als anderthalb Jahrhunderte bot die Burg verlässlich Schutz und hielt allen Belagerern stand. 1454 schlug jedoch auch der Marienburg die Stunde. Polens König Kasimir IV. gelang es, die Festung einzunehmen. Allerdings kam ihm dabei zugute, dass der Hochmeister der Burg mit Soldzahlungen übel in Rückstand war und die Festung an seine verteidigenden Söldner abtreten musste.
Die neuen Eigentümer hatten nichts Eiligeres zu tun, als die Immobilie an Belagerer Kasimir zu verscherbeln – das war's dann für die angeblich uneinnehmbare XL-Festung. Besucher erfahren noch etliche weitere kuriose Geschichten über die Marienburg, die Teilung Polens im 18. Jahrhundert oder den Wiederaufbau der Festung nach dem Zweiten Weltkrieg. Dreieinhalbstündige Touren führen ganzjährig durch die weitläufige Anlage, darunter durch den Großen Remter, in dem die Ordensritter speisten, den Palast der Hochmeister, durch Schlaf- und Wohntrakte sowie auf Wehrtürme. Eine gigantische, top restaurierte Burg – und eine ebenso gigantische Besuchertour, für die einige Kondition notwendig ist.
ul. Staroscinska 1
82-200 Malbork
Tel. +48-55-6 47 08 00
www.zamek.malbork.pl und www.gdansk.de/marienburg-malbork
Öffnungszeiten: tägl. 9-16 Uhr
Preise: 70 PLN (Erw.), 50 PLN (ermäßigt)
20 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
82-200 Malbork
Tel. +48-55-6 47 08 00
www.zamek.malbork.pl und www.gdansk.de/marienburg-malbork
Öffnungszeiten: tägl. 9-16 Uhr
Preise: 70 PLN (Erw.), 50 PLN (ermäßigt)
20 PLN (Familien); 10 PLN = 2,31 Euro
Autor: Jens Lehmann
Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte über-prüfen Sie vor Ihrer Abreise alle Angaben wie Öffnungszeiten und Preise.
Service-Links