Die Trump-Administration setzt auf Protektionismus. Das belegen sowohl Aufkündigungen bestehender Abkommen als auch Strafzölle für Exportgüter oder Subventionen für die eigene Industrie. Die neueste Nachricht kommt dennoch wie ein Paukenschlag: Polestar darf ab dem Modelljahr 2027 keine neuen Fahrzeuge mehr in den USA verkaufen. Hintergrund ist die sogenannte "Connected Vehicle Rule", eine Regulierung der US-Regierung, die Fahrzeuge mit chinesischer Software oder Technik aus Sicherheitsgründen deutlich einschränkt.
Da Polestar mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern gehört, wurde dem Elektroauto-Hersteller die notwendige Genehmigung für den Fahrzeugverkauf verweigert. Neue Modelle wie die angekündigten Baureihen Polestar 5 oder Polestar 6 werden damit gar nicht erst in den USA auf den Markt kommen.

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Bestehende Fahrzeuge wie Polestar 3 und Polestar 4 dürfen zwar noch verkauft werden, solange Restbestände vorhanden sind, doch danach ist Schluss. Service und Betreuung für Kunden sollen jedoch weiterhin bestehen.

Volvo darf bleiben – warum?

Brisant wird die Situation durch einen scheinbaren Widerspruch, denn die Schwester-Marke Volvo, ebenfalls Teil des Geely-Konzerns, hatte erst im Mai 2026 eine Ausnahmegenehmigung erhalten und darf weiterhin Autos in den USA verkaufen.
Polestar 3
Seit 2024 wurde der Polestar 3 im Werk in South Carolina produziert, um die verhängten US-Zölle zu Umgehen.
Bild: Polestar
Warum Volvo grünes Licht bekommt, Polestar aber nicht, bleibt unklar. Offizielle Erklärungen gibt es bislang kaum. Beobachter sprechen bereits von einem gefährlichen Präzedenzfall – schließlich greift die Politik hier direkt in den Wettbewerb ein. Hinzu kommt, dass der Polestar 3 sogar in den USA produziert wird. Bereits 2024 hatte der schwedische Hersteller dessen Produktion aus dem chinesischen Chengdu ins Volvo-Werk Ridgeville, South Carolina, verlegt, um die von der Trump-Regierung verhängten Zölle zu umgehen. Trotz lokaler Fertigung hilft das jedoch nicht, die regulatorischen Hürden zu umgehen.

Fokus auf andere Märkte

Auch wenn Polestar über das Verkaufsverbot keineswegs erfreut sein dürfte – der Rückzug aus den USA ist für die Marke wirtschaftlich verkraftbar. Schon bisher spielte der Markt nur eine Nebenrolle: Rund 94 Prozent der Verkäufe entfielen zuletzt auf andere Regionen, vor allem Europa.
Polestar dürfte seinen Fokus künftig daher noch stärker auf Europa und andere Wachstumsmärkte wie Lateinamerika oder Kanada legen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie stark geopolitische Spannungen und Machtkämpfe inzwischen die Autoindustrie beeinflussen – gerade bei vernetzten E-Autos, die immer mehr Daten verarbeiten.
Das zeigt auch der Fall BYD, dessen Markteintritt bislang konsequent abgewehrt wurde. Die neuen US-Regeln könnten künftig auch andere Hersteller treffen, die eng mit China verflochten sind. Polestar ist womöglich nur der Anfang.