Wird die rot-weiße Kelle geschwenkt, heißt das für Autofahrer: Jetzt wird es ernst! Mit dem Zeichen "Halt, Polizei" zeigen die Gesetzeshüter in den meisten Fällen eine allgemeine Verkehrskontrolle an. Laut Straßenverkehrsordnung § 36 hat die Polizei die Befugnis, Autofahrer jederzeit und ohne Grund anzuhalten. Und das stößt bei den Autofahrern sogar überwiegend auf Zustimmung.
93 Prozent der Deutschen halten Verkehrskontrollen für wichtig, und gut die Hälfte (48 Prozent) sagt, dass es nicht genügend Kontrollen gibt. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Tankstellenkette HEM. Ein weiteres Ergebnis sind die Orte und Zeiten, an denen sich die Befragten mehr Kontrollen wünschen (siehe rechts). Dabei werden Brennpunkte wie Diskotheken und Autobahnen genannt, und es wird der Wunsch nach mehr Kontrollen nachts und an Feiertagen geäußert.
Verkehrskontrollen sollen in erster Linie für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Neben dem technischen Zustand des Autos und der vorgeschriebenen Notfallausrüstung (Warndreieck und Co) liegt der Fokus auf der Fahrtüchtigkeit des Fahrers. Dabei wird vor allem auf Alkohol- und Drogenkonsum kontrolliert.
Polizeikontrolle
Laut Umfragen fordert jeder zweite Autofahrer mehr Polizeipräsenz auf unseren Straßen.

Das zeigen auch die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zu den festgestellten Delikten, die die Verkehrssicherheit gefährden. Neben Handyverstößen und Autorennen sind das in erster Linie Ordnungswidrigkeiten und Straftaten infolge von Betäubungsmittelmissbrauch, also betrunkene und berauschte Fahrer.

Durchsuchung des Autos ohne Zustimmung nicht erlaubt

Für Polizei und Kontrollierte gelten dabei klare Regeln: Die Ordnungshüter dürfen jeden Autofahrer auffordern, den Wagen zu verlassen, Führerschein und Fahrzeugpapiere verlangen sowie kontrollieren, ob Verbandkasten, Warndreieck und -weste im Auto vorhanden sind. Nicht erlaubt ohne Zustimmung sind dagegen die Durchsuchung des Autos, Alkohol- und Drogenkontrolle per Messgerät und Pupillentest mit Licht. (So viel Diesel-Klau wie seit Jahren nicht)
Auch die Aufforderung, auf einer Linie zu laufen oder die Nase mit dem Finger zu berühren, ist zustimmungspflichtig. Aber: Verweigern Sie beispielsweise die Atemalkohol-Kontrolle, können die Beamten bei entsprechendem Verdacht eine Blutkontrolle anordnen. Dafür ist dann allerdings ein offizieller Beschluss nötig.
Für Autofahrer sollte grundsätzlich die Devise lauten: Ruhe bewahren und höflich bleiben. Aber: Auf informative Fragen, etwa ob Sie Alkohol getrunken haben, müssen Sie nicht antworten. Äußern Sie sich generell nicht zu Vorwürfen, sondern bestehen Sie auf Ihr Recht einer juristischen Beratung. Antworten Sie lieber: "Dazu möchte ich mich nicht äußern."
Und: Verwarn- und Bußgelder müssen nicht sofort vor Ort bezahlt werden. Warten Sie lieber auf den Bußgeldbescheid.

Diese Sprüche und Gesten werden besonders teuer

Polizeikontrolle
Der allseits beliebte Stinkefinger kann bis zu 4000 Euro kosten.

Autofahrer mit einer lockeren Zunge sollten hier genau lesen. Wer sich bei einer Kontrolle im Ton vergreift und/oder mit einer Geste beleidigt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Der allseits beliebte Stinkefinger kann bis zu 4000 Euro kosten. Wer zu einem Polizisten „Du Mädchen“ sagt, muss mit 200 Euro rechnen. Das Gleiche gilt übrigens für jede Person, die Sie beschimpfen oder beleidigen. Da es für Beleidigungen keinen Katalog gibt, basieren die Bußgelder auf Gerichtsurteilen und dienen nur als grobe Orientierung.

Wann und wo sollten verstärkt Kontrollen durchgeführt werden?

59% In der Nähe von Diskotheken
58% Am Wochenende zur Abendzeit/Nacht
37% Auf der Autobahn
18% An Feiertagen
10% Kontrollen sollten nicht verstärkt durchgeführt werden