Mittwochnacht auf dem Autobahn-Parkplatz Schremheide-Süd zwi­schen Hamburg und Ber­lin. Die Polizeihauptmeister Röh­rig und Pekrul kontrollieren die Tanks der abgestellten Lkw. Grund: Aufgrund der hohen Spritpreise schlagen vermehrt Diesel-Diebe zu (diese Entlastungen für Autofahrer kommen).
Clever Tanken
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Minutengenauer Spritpreis-Check

So steht der Spritpreis an Tankstellen in der Umgebung!

Preis-Check

"Die kommen nachts mit Kleinlastern, knacken die Tankschlösser und pumpen bis zu 600 Liter aus einem Lkw", sagt Polizist Mario Pekrul. Seit die Spritpreise auf zum Teil über 2,40 Euro gestiegen sind, nehmen solche Diebstähle zu, weiß Klaus Wiechmann, Pres­sesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust (Mecklenburg-Vor­pommern). "So viel Diesel-Klau auf den Parkplätzen der Autobah­nen gab es seit Jahren nicht mehr."

Gestohlen wird aus Lkw und Baumaschinen

Die Zahl der Kraftstoff-Diebstähle hat sich im Landkreis Ludwiglust-Parchim im ersten Quartal von 9 auf 22 mehr als ver­doppelt. "Gestohlen wird unter anderem aus Lkw und Bauma­schinen", sagt Wiechmann. Seine Kollegen fahren inzwischen nachts Sonderstreifen, um dem Problem zu begegnen.

Polizei rät: Erst vor der Abfahrt tanken

Die Polizei empfiehlt, erst morgens vor der Abfahrt zu tanken. Und zwar selbst dann, wenn der Lkw auf dem eigenen Betriebshof stehe, denn auch vor denen machten die Diebe nicht halt.
Spritklau
Aus Tankbehältern an Lkw-Zugmaschinen wie diesem stehlen Diebe immer häufiger Hunderte Liter Sprit.
Bild: Holger Karkheck / AUTO BILD

Was mit dem Diebesgut pas­siert? "Entweder ist es für den Eigenbedarf, wird als Hehlerwa­re weiterverkauft oder als Heizöl genutzt", sagt Wiechmann. Kein Wunder, laut ADAC war der März 2022 der teuerste Tankmonat aller Zeiten, der Dieselpreis stieg innerhalb eines Jahres von rund 1,30 auf 2,30 Euro!

Tankbetrüger nach Verfolgungsjagd gestoppt

Wie sehr dadurch auch der Tankbetrug an den Zapfsäulen zunehme, sei noch unklar, heißt es von der Polizei. Jüngst wurde auf der A 24 ein Autofahrer er­wischt, der schlicht nicht genug Geld hatte, um seine Tankrech­nung zu begleichen. Und auf der A 6 im Landkreis Ansbach (Bayern) konnte ein Tankbetrüger erst nach einer halsbrecherischen Verfolgungs­jagd von der Polizei gestoppt wer­den. Er hatte seinen Diesel ohne zu bezahlen vollgetankt – für stattliche 140 Euro.
Ein Spritdieb im Heidekreis (Niedersachsen) stellte sich da­gegen in gewisser Weise selbst. Er floh zwar mit vollem Tank – aber ohne den Ölstand zu checken, wie man es ja bei jedem Tankstopp machen sollte. Und blieb nach wenigen Kilometern mit kaput­tem Motor liegen.