Porsche 964 Carrera 4 Cabriolet (1990): Gebrauchtwagen
Porsche 964 im Singer-Look – ein Elfer für Kenner

Bild: David Finest Sports Cars
Als der Porsche 964 Anfang der 1990er-Jahre auf den Markt kam, befand sich der klassische 911 im Umbruch. Zwar blieb die Grundform des legendären Elfers erhalten, doch technisch ging der 964 neue Wege: Zum ersten Mal gab es Allradantrieb (Carrera 4), serienmäßiges ABS und eine Servolenkung. In den USA und Kanada waren Fahrer- und Beifahrerairbags bereits ab 1989 serienmäßig. In Europa wurde der Fahrerairbag ab dem Modelljahr 1991 zum Standard.
Ein Carrera 4 Cabriolet kostete damals rund 130.000 DM – umgerechnet und inflationsbereinigt wären das heute etwa 110.000 bis 120.000 Euro. Inklusive Sonderausstattung konnte der Preis schnell steigen. Doch wie bei vielen luftgekühlten Porsche stieg der Marktwert erst Jahre später. Heute werden für ein gut erhaltenes 964 Cabrio 60.000 Euro und mehr gefordert.
Mehr als nur restauriert
Bei David Finest Sports Cars in Hamburg steht ein besonders umgebauter Porsche Carrera 4 Cabriolet zum Verkauf. Der Wagen wurde im Juli 1991 erstmals zugelassen und weist eine Laufleistung von rund 123.000 Kilometern auf. Die Karosserie präsentiert sich in einem Grauton, während der Innenraum mit einem hellen Braunton gehalten ist – ein seltener Kontrast, der den Retro-Look zusätzlich unterstreicht.

Die hellbraunen Ledersitze verleihen dem Innenraum einen warmen, fast wohnlichen Charakter.
Bild: David Finest Sports Cars
In über 1000 Stunden Umbauarbeit wurde das Cabriolet optisch in die Zeit der frühen 911er zurückversetzt. Das sogenannte "Backdate"-Verfahren orientiert sich an einem Trend, der durch die US-Manufaktur Singer bekannt wurde: moderne Technik und klassische Optik. Entsprechend erhielt der Porsche eine Front- und Heckstoßstange, einen modifizierten Heckspoiler sowie Außenspiegel im Singer-Stil.

Der Blick aufs Heck zeigt, wie sich der Umbau am Singer-Stil orientiert – reduziert, klassisch, eigenständig.
Bild: David Finest Sports Cars
Auch technisch gab es Veränderungen: Abgasanlage, Fächerkrümmer, Endschalldämpfer und Heizsystem. Alle Umbauten sind eingetragen. Der Preis für das jetzt 286 PS starke Auto: exakt 129.964 Euro.
"Backdate"-Umbauten wie dieser Porsche 964 unterscheiden sich deutlich von original erhaltenen Fahrzeugen – sowohl optisch als auch technisch. Wer auf klassische Merkmale wie vollständige Originalausstattung besonderen Wert legt, der dürfte sich eher für seriennahe Modelle interessieren. Bei einem Einzelstück wie diesem steht stattdessen die Individualität im Vordergrund. Mit all seinen gestalterischen Freiheiten und technischen Eingriffen.

Der Fahrer blickt auf ein sportliches Dreispeichenlenkrad und analoge Rundinstrumente.
Bild: David Finest Sports Cars
Allerdings gilt auch hier: Ein alter Porsche ist kein günstiges Hobby. Gerade bei umgebauten Fahrzeugen können Ersatzteile und Wartung ins Geld gehen – insbesondere, wenn nicht nur Originalteile verbaut sind. Wer ein solches Auto fährt, sollte neben dem Kaufpreis die laufenden Kosten nicht unterschätzen.













