Porsche Cayenne gegen KMW AMPV

Duell der Super-SUVs

Diese beiden Monster haben eine Gemeinsamkeit: Beide wurden von Porsche gezeichnet. Den Cayenne kann jeder kaufen, der gepanzerte Geländewagen AMPV ist nur fürs Militär gedacht. Ein Duell der Extreme.
Albert Einstein hatte (natürlich) recht – alles ist relativ. Eben noch bin ich mit dem neuen Porsche Cayenne durch den morgendlichen Stadtverkehr gepflügt. Ausgewachsene Limousinen schrumpfen vom Turbo-Hochsitz auf Kleinwagenformat. Und, klar: Der 4,85-Meter-Geländewagen wirkt im Großstadtdschungel schlicht deplatziert. Er ist zu groß, zu massig. Gegenüber seinem Vorgänger ist er zwar leichter geworden – trotzdem fühle ich mich fett und ein bisschen so, als würde ich auf einem Dinosaurier reiten. Und jetzt das. Auf abgesperrtem Gelände treffen wir den großen Halbbruder des Cayenne, den AMPV.

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Das steht für Armoured Multi-Purpose Vehicle – gepanzertes Schweizer Messer auf vier Rädern, so könnte man das wohl am besten übersetzen. Er wird von den deutschen Rüstungsschmieden Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall gebaut, doch gezeichnet hat ihn Porsche. Willkommen in der Familie. Plötzlich verrutschen die Proportionen. Der fette Cayenne reicht dem AMPV gerade mal bis zur Fensterlinie. Wenn du aus dem Fester schaust, siehst du eine scheinbar endlose Wüste aus olivfarbenem, grob zusammengedengeltem Blech. Sonst nichts. Und der eben noch so aggressive Porsche-Blick wirkt neben dem Bulldoggen-Gesicht des Militärgeländewagens plötzlich harmlos wie der eines Kleinkinds. Der AMPV ist ein Auto mit einer eindeutigen Ansprache: Komm mit – oder geh mir aus dem Weg!

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Der stärkste Geländewagen Deutschlands plötzlich nur noch ein Spielzeug? Tja: Einstein hat's gewusst. Und so starten wir zum Familienausflug ins Gelände. Der AMPV soll sich trotz Vollpanzerung und konsequenter Nutzwert-Orientierung so einfach wie ein Pkw fahren lassen. Über Kuppen kraxeln, die kein Unimog dieser Welt schafft. Sich durch Löcher wühlen, in denen ein Cayenne wahrscheinlich versinken würde. Dabei beginnt die Fahrt mit dem Sergeant Pepper unter den Porsche ganz unspektakulär. In den Recaro-Sitz aufsteigen, die gepanzerte Tür (Gewicht rund 150 Kilogramm) lautlos ins Schloss ziehen und verriegeln. Vierpunktgurt (wie im Rennwagen) angelegt, Schlüssel gedreht und den 272-PS-Turbodiesel aus dem Hause Steyr geweckt. Wählhebel auf D – und schon legt die Fuhre mit wildem Knurren ab.

Technische Daten Porsche Cayenne Turbo V8-Biturbo, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4806 cm³ • Leistung 368 kW (500 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 700 Nm bei 2250/min • Allradantrieb • Achtstufenautomatik • Spitze 278 km/h • Leergewicht 2260 kg • Zuladung 620 kg • Steigfähigkeit > 90 Prozent.
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Technische Daten KMW/Rheinmetall AMPV
V6-Turbodiesel, vorn längs • zwei Ventile pro Zylinder • Hubraum 3200 cm³ • Leistung 200 kW (272 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 610 Nm bei 2000/min • Allradantrieb • Sechsstufenautomatik • Spitze 110 km/h • Leergewicht 7300 kg • Zuladung 2000 kg • Steigfähigkeit > 70 Prozent.

Wie sich der Panzer-Porsche gegen den Cayenne  schlägt, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel lesen Sie in AUTO BILD 27/2010 – ab 9. Juli im Handel.

Autor: Stefan Voswinkel

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