Porsche Mobil 1 Supercup

Sechs Champions kämpfen im Supercup

An diesem Wochenende startet der Porsche Supercup in seine 27. Saison. AUTO BILD MOTORSPORT hat alle Infos und nennt die Renntermine.
Der Michael-Schumacher-Boom der 90er- und 2000er-Jahre hätte auch Michael Ammermüller (33) fast in die Formel 1 gespült. 2006 war er Testfahrer für Red Bull, durfte bei drei Grands Prix sogar das Freitagstraining bestreiten. Eine Handverletzung in Folge eines GP2-Unfalls beendete jedoch seine F1-Träume.
Ammermüller will den Titel verteidigen: Hier klicken
Trotz der verpassten Chance fühlt sich der BWT Lechner Racing-Pilot pudelwohl. Er ist Familienvater und hat auch im Motorsport inzwischen eine neue Familie gefunden: den Porsche Mobil 1 Supercup. Den dominiert er nun seit zwei Jahren. „Es geht hier viel entspannter zu, obwohl das Fahrerfeld ebenfalls extrem gut ist. Ich fühle mich hier wohl“, erklärt der Bayer. 
Zum Einsatz kommt im Supercup wie in allen Porsche-Markenpokalen der 911 GT3 Cup. Inzwischen wurde bereits die siebte Version auf Kiel gelegt. Die leistet dank des Vierliter-Sechszylinder-Boxermotors 485 PS.
24 Porsche-Cups werden weltweit ausgefahren. Der jüngste kam 2018 ins Programm – in Argentinien. Südamerika, Nordamerika, Europa, Australien und Asien – auf fast allen Kontinenten und der arabischen Halbinsel ist Porsche vertreten. Mit mehr als 500 Autos.

Zum Einsatz kommt im Supercup wie in den meisten Porsche-Markenpokalen der 911 GT3 Cup

Der Porsche Supercup, der 1993 erstmals ausgetragen wurde, startet am 11. und 12. Mai im Rahmen des Spanien-Grand-Prix in Barcelona in die neue Saison. Neben dem amtierenden Supercup-Meister Michael Ammermüller (BWT Lechner Racing) gehören fünf aktuelle Champions aus den nationalen Porsche-Markenpokalen zum Starterfeld der Rennserie: Tio Ellinas (Champion Porsche Carrera Cup Great Britain/Momo Megatron Lechner Racing), Porsche-Junior Jaxon Evans (Champion Porsche Carrera Cup Australia/Fach Auto Tech), Ayhancan Güven (Champion Porsche Carrera Cup France und Porsche GT3 Cup Challenge Benelux/Martinet by Almeras), Gianmarco Quaresmini (Champion Porsche Carrera Cup Italia/Dinamic Motorsport) und Al Faisal Al Zubair (Champion Porsche GT3 Cup Challenge Middle East/Lechner Racing Middle East) wollen ihr Talent im exklusiven Umfeld der Formel-1-Weltmeisterschaft unter Beweis stellen.
Zusätzlich zu den Stammpiloten haben sich über 200 Promis im Supercup versucht – neben Schauspielern und Adligen auch mehr als 30 ehemalige Formel-1-Fahrer. Aber nur einer konnte ein Rennen gewinnen: Mika Häkkinen in Monaco 1993. „Der Häkkinen-Einsatz hat sich kurzfristig ergeben“, erinnert sich Rallye-Ass Walter Röhrl (71), damals Porsche-Testfahrer und ebenfalls im Supercup aktiv. „Ich bin beim Training vor ihm hergefahren, um ihm zu zeigen, welche Linie man mit dem Elfer fährt. Der arme Kerl hatte noch nie in diesem Rennauto gesessen.“
Das Supercup-Fahrzeug basierte auf dem Porsche 964. „265 PS, keine Servolenkung, kein ABS, das war fast ein Serienauto“, sagt Röhrl. „Und es war richtig schwer zu fahren. Ich hab‘ immer gesagt: Das ist was für Buben, nichts für Bübchen.“ Typisch Röhrl. Bis heute gilt der Porsche 911 GT3 Cup als schwer zu fahren. Röhrl weiter: „Dass das Rennen in Monaco lief, war Mikas Glück. Da haben auch die Elfer-Profis Respekt. In Hockenheim, wo es Auslaufzonen gibt, wären sie ihm um die Ohrwascheln gepfiffen.“
Auch wenn sich die Technik des Porsche-Cup-Autos inzwischen weiterentwickelt hat (über 200 PS mehr, Sicherheitsverbesserungen, Rennfahrwerk, moderne Bremsanlagen), ist doch eines gleich geblieben: Alle fahren hier mit dem gleichen Auto, nur das Talent und die Set-up-Arbeit der Einsatzteams machen den Unterschied. „Wer also wissen will, wie gut er wirklich Rennen fahren kann, der muss in so einem Cup fahren“, glaubt Ex-Porsche-Motorsportchef Dr. Frank-Steffen Walliser (49). „Wer da Meister wird, der hat Talent. Und daher ist es nur logisch, dass wir auch versuchen, die in der Familie zu halten.“
Mit dem Resultat, dass allein zehn Porsche-Werksfahrer ihre ersten Porsche-Schritte im Supercup gemacht haben und in den Porsche-Juniorenkader aufgenommen wurden. Darunter die Le-Mans-Sieger Nick Tandy, Timo Bernhard und Marc Lieb. Timo Bernhard (38): „Deswegen hat es mir so viel bedeutet, dass  ich nach Audi auch für Porsche die 24 Stunden von Le Mans gewonnen habe. Denn wer einmal bei Porsche ist, der hat eine Chance, ewig da zu bleiben. Eine solch familiäre Bindung kommt im Motorsport nur selten vor.“ Heute setzt Bernhard mit seinem eigenen Team GT3-Rennwagen von Porsche ein, unter anderem im ADAC GT Masters.
Eurosport zeigt alle Rennen live oder zeitversetzt über die komplette Distanz. Der deutsche Free-TV-Sender Sport1 zeigt 2019 ebenfalls alle Rennen. Sonntag ab 12.40 Uhr live auf sport1.de
Rennkalender Porsche Mobil 1 Supercup 2019
10.05.-12.05.2019, Barcelona (Spanien), Rennen 1
23.05.-26.05.2019, Monte Carlo (Monaco), Rennen 2
28.06.-30.06.2019, Spielberg (Österreich), Rennen 3
12.07.-14.07.2019, Silverstone (Großbritannien), Rennen 4
26.07.-28.07.2019, Hockenheim (Deutschland), Rennen 5
02.08.-04.08.2019, Budapest (Ungarn), Rennen 6
30.08.-01.09.2019, Spa-Francorchamps (Belgien), Rennen 7
06.09.-08.09.2019, Monza (Italien), Rennen 8
25.10.-27.10.2019, Mexiko-Stadt (Mexiko), Rennen 9+10gegen eine Gebühr an.
Mehr Infos: https://www.porsche.com/germany/motorsportandevents/motorsport/customerracing/porschecups/pmsc/

Autoren: Bianca Garloff, Michael Zeitler

Fotos: Porsche

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