Porsche Panamera: Gebrauchtwagen-Test

Porsche Panamera: Gebrauchtwagen-Test

Traum mit bösem Erwachen

Ein Porsche zum Passat-Preis. Mit dem Panamera wird das möglich – wären da nicht die hohen Folgekosten. Der Gebrauchtwagen-Test!
Es ist so einfach, die Perspektive zu wechseln. Eben noch zählten Werte wie CO2-Ausstoß, Elektromobilität und Carsharing, jetzt ist nur noch wichtig, dass der Vordermann endlich die linke Spur räumt. Willkommen an Bord des Porsche Panamera Turbo. 4,8 Liter Hubraum, 500 PS und ein Neupreis jenseits der 130.000 Euro. Jenseits von Gut und Böse und der Gipfel automobiler Unvernunft, meinen Sie? Vielleicht, doch es gibt auch die andere Seite: Nach sieben Jahren kostet so ein Bolide gerade noch so viel wie ein besserer VW Passat, mit vier Sitzen und 445 Liter Kofferraumvolumen ist er sogar fast so familientauglich wie der vernünftige Konzernbruder.

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Optisch ein Buckelwal, gefühlt ein Düsenjet

In Kurven ist der Panamera ganz Porsche: sauschnell. Er eignet sich aber auch hervorragend für Langstrecken.

Zumal man im Passat bei Weitem nicht so spektakulär reist. Dafür allerdings etwas diskreter. Der Panamera polarisiert heute noch so stark wie im Jahr 2009 bei seiner Vorstellung. Der Versuch, mehr Platz unter der Silhouette des 911ers unterzubringen, glückte nur bedingt. Die wuchtige Heckansicht machte ihn im Volksmund schnell zum "Buckelwal". Im Innern spielt das keine Rolle. Nie war ein Porsche langstreckentauglicher und bei Bedarf dank der optionalen Luftfederung komfortabler. In vier Sitznischen verzurrt, fühlt sich die Besatzung wie im Düsenjet kurz vorm Abheben. Der Panamera ist ein perfekter Gran Turismo und damit der legitime Nachfolger des verkannten großen Porsche 928. Auch hier hat der Motor vorzugsweise acht Zylinder und arbeitet im Bug. Nur der Einstiegsbenziner sowie die Diesel müssen mit sechs Pötten auskommen. Irritierenderweise waren es in den ersten drei Jahren gerade die kleinen Benziner, die zum Nageln neigten, ein Kolbenfresser ist dann die Folge. Doch auch die Achtzylinder sind sensibel, müssen selbst bei guter Pflege oft schon nach weniger als 50.000 Kilometern überholt oder getauscht werden. Ursache können zum Beispiel verschlissene Kolbenringe oder Kolbenkipper sein. Kostenpunkt: 20.000 Euro und mehr.

Technische Daten: Porsche Panamera Turbo
Motor Achtzylinder/vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 4806 cm³
Leistung 368 kW (500 PS) bei 6000/min
Drehmoment 700 Nm bei 2250/min
Höchstgeschwindigkeit 303 km/h
0–100 km/h 4,2 s
Tank/Kraftstoff 100 l/Super plus
Getriebe/Antrieb Siebenstufenautomatik/Allrad
Länge/Breite/Höhe 4970/1931/1418 mm
Kofferraumvolumen 445-1263 l
Leergewicht/Zuladung 1970/530 kg
Überblick: Alles zum Porsche Panamera

Der Panamera ist und bleibt riskant

Abhilfe verspricht die "Porsche Approved"-Gebrauchtgarantie, für Fahrzeuge bis 15 Jahre und 200.000 Kilometer abschließbar. Voraussetzung ist das Bestehen eines 111-Punkte-Programms sowie der kostspielige Service in der Porsche-Werkstatt. Riskant bleibt ein Panamera trotzdem. Oft geben die optionalen Keramikbremsen, die ein Leben lang halten sollen, schon nach 100.000 Kilometern und weniger auf. In der Werkstatt werden sie dann kurzerhand zum Verschleißteil – Kostenübernahme abgelehnt. Dann sind schnell die nächsten 20.000 Euro fällig. Und auch dem Letzten wird klar: Mit seinem horrenden Unterhalt wird der Panamera nie vernünftig. Aber träumen ist ja wohl erlaubt.

Kosten: Porsche Panamera Turbo
Unterhalt
Testverbrauch 16,2 l SP/100 km
CO2 384 g/km
Inspektion 600-1100 Euro
Haftpflicht (20)* 726 Euro
Teilkasko (31)* 711 Euro
Vollkasko (32)* 2783 Euro
Kfz-Steuer (Euro 5) 430 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine (AT) 1687 Euro
Anlasser (AT) 815 Euro
Wasserpumpe 636 Euro
Zahnriemen entfällt, Kette
Nachschalldämpfer u. Endrohre 4172 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 1329 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 2096 Euro
*Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15 000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; ** Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer
Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Porsche Panamera außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Porsche Panamera: Gebrauchtwagen-Test

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Gebrauchtwagensuche: Porsche Panamera

Malte Büttner

Fazit

Motorschäden dürfen in dieser Preisklasse nicht vorkommen – schon gar nicht bei Porsche. Die Stuttgarter sollten aus ihren Debakeln mit 996 und Cayenne gelernt haben. Ansonsten ist der Panamera ein Traum.

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