Porsche Taycan im Test

Porsche Taycan Turbo: Test, Elektro, Motor, Preis

Sauschnell! Elektro-Porsche im ersten Test

Mit 800 Volt wird der Porsche Taycan Turbo zum Schnell-Lader. Der AUTO BILD-Test klärt, was der Elektro-Sportler noch so draufhat.
Diese irre Flunder kann man philosophisch betrachten. Ist das noch ein Porsche? Darf ein Sportcoupé wie der Taycan summen statt grollen? Sind Öko-Aspekte bei 625 PS noch relevant? Tatsächlich schwierige Fragen, bei deren Beantwortung Weltanschauungen aufeinanderprallen. Oder man betrachtet den Taycan Turbo einfach als Kraftfahrzeug. Völlig ideologiefrei. Das tun wir. Im Einzeltest. Also, was kann der Apparat? So viel vorab: Er kann mächtig WOW!

Auch den Alltag beherrscht der Elektro-Porsche

Porsche Taycan 4S (2020): Neuvorstellung - erste Fahrt - Elektro

Erste Fahrt im Basis-Taycan

Und auch Alltag. Vier Leute passen rein, vorne sitzen sie stramm in sportliche Sessel gepackt, hinten reicht es sogar für Bewegungsspielraum. Leider misslungen: Die Sicht nach hinten ist katastrophal – da helfen auch Kameras (mit Schwenkbereich!) nicht. Die Vielzahl an Berührbildschirmen und ungewöhnlichen Bedienelementen wie etwa der Wählhebel – eine Art Schnabel, der in den Innenraum ragt – ist jedoch ruckzuck zurechtsortiert. D rein, ssst und los. Fein dosierbar lässt sich das Schiff zum Ablegen bewegen, wahrlich mühelos nimmt der Porsche Fahrt auf. Eine adaptive Federung trennt dabei derbe Buckel vom Passagierpopo. Leise ist er, klar. Solange der Fahrmodusregler in der rechten Lenkradspeiche nicht auf Sport steht. Dann gibt’s künstlichen Krach. Der aber gut passt, eine leichte Brise Captain Future ins Cockpit holt.

Die Beschleunigung des Taycan Turbo ist brutal

Tritt man das rechte Pedal voll durch, geht der Taycan in 3,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100.

Jetzt zum eigentlichen Kitzel. Genau genommen sind es zwei. Alles, was passiert, sobald das rechte Pedal in Aktion ist. Und alles, was folgt, wenn am Lenkrad gedreht wird. Sagen wir so: Da ist vermutlich mehr Leben in der Bude als nachts in Uschi Obermeiers WG je war. Der Taycan ist ein Sportwagen, reagiert brutal auf "Gasgeben", hakt zum Beispiel den Sprint auf Tempo 100 in 3,2 Sekunden ab. Ausnahmsweise glauben wir mal Porsches versprochenem Wert. Wir hatten nämlich nur minimal mehr auf der Stoppuhr – auf nasser Piste. Das zeugt von der Trittfestigkeit des Taycan. Im Grunde ist er ein Allradler. Der Motor vorne legt sich beim Anfahren besonders ins Zeug, mit zunehmendem Tempo feuert die hintere Maschine mit an, schaltet sogar einen zweiten Gang. Und das geht bis Tacho zwosechzig. Drosseln jetzt, dabei rekuperieren – das schafft zusätzliche Verzögerung. Die brachialen Bremsen mit Keramik-Verbundscheiben (ab 5962 Euro) werden kaum angepackt und bleiben handwarm.
Kurve? Au ja! Das ist sein Fach. Mit kraftvoll-kompetenter Rückstellung der Lenkung, sauberem Kopierergebnis des Radius und passendem Einschlagwinkel biegt der Porsche ab. Gestützt von erstarrenden Stabilisatoren dehnt und schwurbelt er nicht, er macht diese herrlich klare Biege, die auch ein Cayman kann. Der ist aber rund eine Tonne leichter.

Der Preis ist so hoch wie die Fahrleistungen

Wenn diese Scheinwerfer aus der eigenen Garage blinken sollen, muss man 152.136 Euro investieren.

Und das ist der einzige echte Makel des Taycan. Die Kurvengier ist ganz schön (technisch) anerzogen, am Ende wurschtelt auch die Physik wieder mit und lässt den Elektroboliden ebenso kräftig wie unerwartet über die Vorderräder nach außen schieben. Das muss man sich klarmachen: Bei aller Leichtfüßigkeit, Geräuscharmut und Lenkdemut – du kurbelst hier den Masse-Gegenwert einer dicken Achtzylinder-Limousine um die Ecke. Apropos Gegenwert. Beim Laden geht es noch auf. 28,2 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer sind okay. Beim Kauf tut's weh. Zu den 152.136 Euro Grundpreis für den Taycan Turbo kommen noch Park-Kamera (muss!), Aktiv-Stabis (für die Kurvenlust), Hinterachslenkung (jetzt wird’s spaßig!) und Co – von Lack und Leder reden wir hier gar nicht. Macht noch mal etwa 20.000 Euro obendrauf. Heftig – auch philosophisch betrachtet.
Das Fazit: Wo Porsche draufsteht, ist auch Porsche drin – daran ändert der Elektroantrieb nichts. Der Taycan ist sauschnell, sehr agil, luxuriös und technisch top. Laden geht jedoch nur bei Ionity richtig flott. AUTO BILD-Testnote: 2

Porsche Taycan im Test

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