RaceChip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

RaceChip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

Was kann die Tuning-App?

Der Tuner RaceChip verspricht Mehrleistung, die per Smartphone-App abrufbar ist. Wir haben den von RaceChip getunten VW Golf R getestet.
Mehr Power auf Knopfdruck? Der Tuner RaceChip verspricht genau das. Wer sein Fahrzeug mit dem ZusatzsteuergerĂ€t RaceChip Ultimate Connect ausrĂŒstet, der kann per Smartphone-App aus drei Leistungsstufen wĂ€hlen: Eco, Sport und Race. Ohne Eingriff in die Motorelektronik und – so RaceChip – mit einem Teilegutachten, das "die Eintragung der Leistungssteigerung erleichtert". Doch was kann die Tuning-App? Wir haben nachgemessen.
Alles News und Tests zum VW Golf R

Flink: Der getunte Golf R geht deutlich besser als die Serie und zieht sauber durchs Drehzahlband.

Unser Testfahrzeug ist ein Golf R, der nach der RaceChip-Kur 373 PS leistet. Neben dem ZusatzsteuergerĂ€t (599 Euro), das im Motorraum hinter der Batterie sitzt, ist der folierte R-Golf mit einer Komplettabgasanlage (3900 Euro) ausgerĂŒstet. Ein weiteres Gimmick ist die sogenannte Response Control, ein kleiner Kasten, mit dem wĂ€hrend der Fahrt die Kennlinie des Gaspedals eingestellt werden kann. Das System kostet 199 Euro. Eine Tieferlegung (H&R Federn und Platten fĂŒr 800 Euro) und eine Folierung sind ebenfalls mit an Bord, was auf die Fahrleistungen aber keinen direkten Einfluss haben sollte. Ansonsten ist der getunte Golf R serienmĂ€ĂŸig.

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Sauberer Durchzug

Grummelnder Bass: Der Testwagen ist mit einer Klappenauspuffanlage ausgerĂŒstet, die fĂŒr dumpfen Klang sorgt.

Also RaceChip-App starten und ZĂŒndung an. Wichtig: WĂ€hrend der Fahrt lĂ€sst sich das ZusatzsteuergerĂ€t nicht konfigurieren. Das ist sinnvoll, so kommt man gar nicht erst in die Verlegenheit, abgelenkt zu sein. Wir aktivieren zunĂ€chst die Leistungsstufe Eco und starten den Zweiliter-Turbobenziner. Bassig grummelnd legt der RaceChip-Golf los. Auch abseits der akustischen Untermalung ist schnell klar: Der Motor ist merklich krĂ€ftiger als die Serie und zieht sauber durchs Drehzahlband. Kurz rechts ran, Motor aus, ZĂŒndung an und per Druck aufs Smartphone auf Race geschaltet. Und auch hier tritt der Turbomotor bĂ€rig an, posaunt ab dem dritten Gang lautstark durch den offenen Klappenauspuff, dreht ohne Mucken hoch und beschleunigt souverĂ€n bis zur Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Einen großen Unterschied spĂŒren wir zwischen den Fahrstufen jedoch nicht.
Vorstellung: Die Tuning-App

Bessere ElastizitĂ€t als der serienmĂ€ĂŸige Golf R

Messen wir also nach. Im Eco-Modus braucht der RaceChip-Golf 4,9 Sekunden fĂŒr den Sprint von null auf hundert. Kein schlechter Wert. Der von AUTO BILD Sportscars gemessene serienmĂ€ĂŸige Golf R brachte es auf 5,3 Sekunden – wohlgemerkt bei wesentlich besseren Messbedingungen (Messung Serien-Golf R bei 13 Grad Lufttemperatur; RaceChip-Messungen bei 26 und 27 Grad). Bei der Beschleunigung auf 200 km/h (17,6 s) hĂ€ngt der RaceChip-Golf die Serie um 2,1 Sekunden ab. Den Durchzugstest im vierten Gang (60 bis 100 km/h) absolviert der getunte Golf in 3,8 Sekunden – 0,2 Sekunden schneller als das Standard-Modell. FĂŒr die grĂ¶ĂŸtmögliche Spreizung der Werte messen wir nun im Race-Modus.

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Kaum Unterschiede zwischen den Tuning-Stufen

So viel vorweg: Die Unterschiede zwischen den Fahrmodi fallen gering aus. Aus dem Stand zieht der Golf nach wie vor in 4,9 Sekunden auf hundert. Beim Beschleunigen auf 200 km/h ergibt sich immerhin eine Differenz von 0,3 Sekunden (Eco: 17,6 s, Race: 17,3 s). Das Durchzugsvermögen nimmt in der Race-Einstellung zu. Im fĂŒnften Gang zieht der Golf R in 6,1 s von 80 auf 120 km/h (Eco: 6,4 s; Serie: 6,8 s). Umso stĂ€rker wirken sich Änderungen an der Response Control fĂŒr die Gaspedalkennlinie aus. In der aggressivsten Stellung reagiert der Golf ĂŒbertrieben nervös auf GasstĂ¶ĂŸe und lĂ€sst den Turbo selbst bei vorsichtigem Gasgeben zum Angriff blasen. Das ist eigentlich gar nicht nötig, zumal das Gaspedal auch bei ausgeschalteter Zusatzbox den Lader frĂŒh einsetzen lĂ€sst.

RaceChip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Das Einstellen des ZusatzsteuergerĂ€ts per App ist spaßig, der Unterschied zwischen den Fahrmodi verschwindend gering. Dennoch: Der RaceChip-Golf geht deutlich besser als die Serie – und das fĂŒr vergleichsweise kleines Geld.

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