Die Formel-1-Welt steht unter Schock. Einer der größten Rennfahrer der Geschichte gibt seinen Rücktritt bekannt. Sebastian Vettel, viermaliger Formel-1-Weltmeister, hängt den Rennfahrerhelm an den Nagel. Spürbar getroffen ist davon auch Vettels Teamkollege Alejandro Sanchez.
Der 21-Jährige fährt für Aston Martin eSports. Parallel zum Start unseres Interviews veröffentlichte Vettel sein Rücktrittsvideo auf Instagram. „Oh nein, das ist ein großer Verlust für die Formel 1“, zeigt sich Sanchez schockiert.

Racing Unleashed live:


Während die eine Karriere endet, startet die des Madrilenen gerade erst durch. Sanchez ist seit 2016 professionell im Simracing aktiv, mittlerweile kann er von Preisgeldern und Gehältern von Aston Martin und seinem Zweitteam Apex Racing leben. „Für mich ist es eine große Ehre im gleichen Team wie Sebastian Vettel zu fahren“, betont der amtierende Racing Unleashed Champion.
Racing Unleashed – Beyond the Pinnacle (hier geht’s zur Homepage) – das ist die Rennserie, in der die Fahrer in Hochleistungs-Simulatoren ein virtuelles 2022er Formel-1-Modell über die Rennstrecken jagen. 46-Zoll Bildschirme mit panorama-ähnlichem Blick und Kohlefasercockpits mit integriertem Soundsystem machen die Rennen in den Racing Lounges an verschiedenen Standorten in Deutschland, der Schweiz oder Spanien zum fast realen Formel-1-Erlebnis.   
Sanchez ist seit 2016 professionell im Simracing aktiv.

An diesem Wochenende fahren die Piloten der Racer und Challenger League in Silverstone. Die Rennen gibt’s Samstag und Sonntag ab 10:50 Uhr live auf dem Twitch-Kanal von Racing Unleashed und auch hier auf dieser Webseite. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von rund 200.000 Schweizer Franken.
Von dem Meisterschafts-Preisgeld hat sich Sanchez neue Reifen für sein Auto gekauft. „Ansonsten spare ich es lieber“, erklärt der Profi-Simracer. Neben seiner Rennfahrer-Karriere absolviert er ein Ingenieurs-Studium, befindet sich dort in den letzten Zügen. „Ich werde nach dem Studium weiter das Simracing im Fokus haben. Das ist meine größte Leidenschaft und Stärke.“
Die muss man sich jedoch hart erarbeiten. „Im Simracing spielt das Streckentraining eine größere Rolle als im realen Motorsport. Wir müssen im Simulator etliche Runden abspulen, jede Kurve perfekt einstudieren und das im Rennen jeden Umlauf abrufen.“ Bei virtuellen Rennen wechseln zwar auch die Bedingungen, doch die Anpassungsfähigkeit ist nicht so wichtig als der perfekte Rhythmus.
An diesem Wochenende fahren die Piloten der Racer und Challenger League in Silverstone.

Sanchez: „Im echten Motorsport spielt vor allem das Adaptieren eine große Rolle. Reale Rennen sind dynamischer, es gibt mehr Einflussfaktoren. Darauf muss man reagieren und diese immer in den bestmöglichen Speed umwandeln.“
Zwei, die das auch im realen Rennsport beherrschen, sind Max Verstappen und Sanchez großes Vorbild Fernando Alonso. Über den Alpine-Piloten sagt er: „Alonso hat extrem hart für den Erfolg gearbeitet und er bringt ein unfassbares Talent mit."
Ein noch besseres Auge hat der Spanier Sanchez für die Performance von Simracern. Für die Stars von morgen hat er Tipps parat. „Wer professionell durchstarten will, muss zunächst einmal die Leidenschaft dafür haben. Ansonsten quält man sich zu sehr, immer besser zu werden“, ordnet der Aston-Martin-eSportler ein.
„Wichtig ist auch die Mentalität. Man darf unter dem Druck bei Qualifikationsrunden und Zweikämpfen nicht zusammenbrechen und der ist permanent da. Auf dem hohen Niveau sind Fehler verboten.“ Wie Sanchez selbst damit umgeht, werden Fans am Sonntag beim Rennen der Racer League sehen. Live auf dem Twitch-Kanal von Racing Unleashed und auf unserer Webseite.
In der Meisterschaft liegt Sanchez auf Rang drei (41 Punkte) hinter Michal Smidl (102) und Angelo Michel (45).

Die Rennen der Challenger und Racer League gibt's am Samstag und Sonntag ab 10.50 Uhr hier live:

Von

Alexander Warneke