Da staunte der Gesamtführende der Dakar 2010 Stéphane Peterhansel (Frankreich) im X-Raid-BMW X3 CC nicht schlecht: Nachdem seine härtesten Verfolger, die Race Touareg von Volkswagen Motorsport bereits mit einer langsameren Zeit im Ziel gestoppt worden waren, schlug der Hummer zu. Auf der 160 Kilometer langen vierten Wertungsprüfung von Fiambala (Argentinien) ins chilenische Copiapo fuhr US-Draufgänger Robby Gordon mit einer Zeit von 1:40:21 Stunden den Tagessieg ein. Und war dabei gerade einmal den Hauch von einer Sekunde schneller als der Pilot des deutschen X-Raid-Teams aus Trebur. An den Zwischenmesspunkten hatte es lange so ausgesehen, als würde das Duo Peterhansel/Cottret den Tagessieg mit dem Quatari Nasser Al-Attiyah und seinem Co-Piloten Timo Gottschalk (Berlin) ausmachen. Al-Attiyah wurde in seinem VW Race Touareg letztendlich mit 2:25 Minuten Rückstand auf Gordon Dritter der Tageswertung.
In der Gesamtwertung baute Peterhansel seinen Vorsprung weiter aus. Er führt nun 7:36 Minuten vor dem zweifachen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz und seinem Koordinator Lucas Cruz (beide Spanien) im Volkswagen Race Touareg. Al-Attiyah/Gottschalk folgen mit 9:56 Minuten Rückstand auf Peterhansel auf dem dritten Rang. Die einschließlich mit den nicht zum Wettbewerb zählenden Verbindungsetappen 629 Kilometer lange Route führte durch die Anden in Höhen von über 4.700 Metern von Argentinien nach Chile. In der dortigen Atacama-Wüste fuhren die Teilnehmer die Wertungsprüfung aus. Weil eine hohe Anzahl von Wettbewerbern am Vortag bei Einbruch der Nacht noch nicht am Bivac angekommen waren, hatte die Organisation vor dem Start der vierten Etappe beschlossen, den Start um eine Stunde zu verschieben und die letzten 40 der ursprünglich geplanten 200 Kilometer auszulassen.
Nach ihrem Getriebeschaden am Vortag sind Matthias Kahle und Beifahrer Dr. Thomas M. Schünemann wieder voll bei der Musik: Die Buggy-Piloten fuhren auf Platz 21 der Tageswertung - als drittbestes Buggy-Team. Im Gesamtklassement verbesserte sich die deutsche Fahrerpaarung von Gesamtrang 66 auf 45.

Motorrad-Favorit Coma kommt in Fahrt

Dakar 2010: Marc Coma (KTM)
Kriegt langsam die Kurve: Der favorisierte Marc Coma konnte erstmals auf seiner KTM glänzen.
Bei den Motorrädern wurde Marc Coma (Spanien, KTM) erstmals seiner Favoriten-Rolle gerecht. Der Vorjahressieger gewann die  Etappe in 1:46.28 Stunden. Damit lag er 2:04 Minuten vor dem Überraschungssieger der zweiten Etappe, David Casteu. Der Franzose schlägt sich mit seiner Sherco weiterhin beachtlich. Drittschnellster wurde Cyril Despres (Frankreich, KTM) mit 3:14 Minuten Rückstand. In der Gesamtwertung liegt Coma nun auf Rang sechs. Despres behauptet die Führung vor Casteu (+ 8:53 Minuten).

Von

Martin Westerhoff