Sie ist die Mutter aller Wüsten-Rallyes: die Rallye Dakar. Auch Audi sucht nun die Herausforderung, geht 2022 (2. bis 14. Januar 2022) mit dem Audi QS e-tron an den Start.
Der Clou: Der Gelände-Rennwagen wird von zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 680 PS angetrieben. Wie bitte? Mit E-Abtrieb auf bis zu 800 Kilometer langen Etappen durch die Wüste? Ohne Ladestation und mit begrenzter Reichweite der Batterien?
Audi geht 2022 mit dem QS e-tron, bei der Rallye Dakar, an den Start.
Kein Wunder also, dass bisher alle E-Auto-Projekte bei der Königin der Wüstenrallyes scheiterten. Audi will das nun ändern – und die Rallye Dakar als wahrhaft wüstes Testlabor für seine Serienfahrzeuge nutzen.
Das Konzept: ein Hybrid. Vorder- und Hinterachse werden mit je einem 250 kW (340 PS) starken Elektromotor aus der Formel E angetrieben. Im Herzen des Audi RS Q e-tron arbeitet zudem ein Verbrennungsmotor. Der wiederum treibt einen Generator an, der die 370 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie (52 kWh) für die Antriebsmotoren lädt. Zusätzlich wird Energie beim Bremsen rekuperiert.
„Das Auto ist das komplexeste, das ich je gesehen habe“, sagt Sven Quandt, Gründer von Q Motorsport, dem Einsatzteam von Audi. Er vergleicht das Projekt sogar mit der ersten Mondlandung: „Damals wussten die Ingenieure auch nicht, was auf sie zukommt. Bei uns ist es ähnlich. Eine Zielankunft beim ersten Einsatz wäre ein Erfolg.“
Der Gelände-Rennwagen wird von zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 680 PS angetrieben.
Der Verbrennungsmotor ist der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo, den Audi bis Ende 2020 in der DTM verwendet hat. 30 dieser Aggregate hat Audi noch. Für den Dakar-Ein- satz wurde der Motor überarbeitet. Stefan Dreyer, Entwicklungschef von Audi Sport: „Wir haben die Leistung von 450 auf 200 kW reduziert. Er arbeitet Bestpunkt-optimiert in einem engen Drehzahlbereich zwischen 4500 und 6000 statt 9000 Touren.“
Als Fahrer gehen Mattias Ekström (43, mit Audi zweimal DTM-Champion, einmal Rallycross-Weltmeister), Carlos Sainz (59, dreimal Dakar-Sieger) und der Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel (55, 14 Siege) an den Start. Ekström zu ABMS: „Eines der geilsten Autos, die ich je gefahren bin.“

Von

Bianca Garloff
Michael Zeitler