Er führte vom Start bis ins Ziel. Nach 4.252 gewerteten Kilometern in der Wüste Saudi-Arabiens hat Nasser Al-Attiyah hat die 44. Rallye Dakar gewonnen. Für den 51 Jahre alten Katarer ist es der vierte Gesamtsieg. Sein Toyota Hilux war 2022 einmal mehr nicht zu schlagen.
Auf Rang zwei fuhr der neunmalige Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb im BRX-Hunter-Buggy ins Ziel. Sein Rückstand betrug 27:46 Minuten. Dritter wurde Yazeed Al-Rajhi aus Saudi-Arabien, der wie Al-Attiyah einen Toyota pilotierte.
Zufrieden kann auch Audi nach der Dakar-Premiere sein. Vier Etappensiege (zwei durch Carlos Sainz, einer durch Mattias Ekström und einer durch Vorjahressieger Stéphane Peterhansel) sowie Gesamtrang neun durch den Schweden waren vorher kaum zu erwarten. Zu neu und innovativ war der Antrieb aus drei Formel-E-Elektromotoren und dem ehemaligen DTM-Motor als Energiewandler, der aus Benzin Strom zum Laden der Batterie macht. Doch am Ende bereite nicht er die Probleme, sondern zunächst ein offenbar fehlerhaftes Roadbook (kostete Sainz zwei Stunden), anschließend diverse Dämpferschäden.
Nasser Al-Attiyah gewann zum vierten Mal die Rallye Dakar.
„Audi ist seiner Pionierrolle bei der Rallye Dakar auf Anhieb gerecht geworden“, sagt Audis Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann. „Das alternative Antriebskonzept des Audi RS Q e-tron hat mit seinem elektrischen Antriebsstrang, der Hochvoltbatterie und dem hocheffizienten Energiewandler alle Erwartungen erfüllt. Seit mehr als vier Jahrzehnten überzeugt unsere Marke im Motorsport immer wieder mit ihren Innovationen – so auch bei der härtesten Rallye der Welt.“
Carlos Sainz belegte am Ende Rang zwölf, Stéphane Peterhansel den 55. Rang, nachdem der Dakar-Rekordsieger mehrfach den Edelhelfer spielen und Kollege Sainz zweimal einen Dämpfer überlassen bzw. mitbringen musste. Doch nach den Problemen in Woche eins drehten die Audi in Woche zwei so richtig auf.
„Vor allem in der zweiten Hälfte waren die Strecken typisch Dakar, nämlich sehr vielseitig und fordernd mit einer Mischung aus Offroad-Pisten, kleinen und großen Dünen und schwieriger Orientierung“, sagt Sainz. „Mit unseren Ingenieuren haben wir das Auto im Lauf der Rallye immer besser abgestimmt.“
Allein: Auf der letzten Etappe musste der Dakar-Tross noch einen tragischen Unfall erleben. Auf der rund 500 Kilometer langen Verbindungsstrecke von Bischa ins Ziel nach Jeddah kam es zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Begleitfahrzeug und einem lokalen LKW. Quentin Lavalee (FR), der Fahrer des Autos vom französischen Team PH-Sport, verlor bei diesem Unfall sein Leben. Er wurde nur 20 Jahre alt. Sein Beifahrer, Maxime Frere aus Belgien, wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Die Dakar war 2009 aus Sicherheitsgründen von Afrika nach Südamerika umgezogen. Seit 2020 wird in Saudi-Arabien gefahren.

Von

Bianca Garloff