Rallye Dakar: Der neue MINI
MINI greift gleich doppelt an

Die Teams rüsten auf für die härteste Offroad-Rallye der Welt, die vom 6. bis 20. Januar durch Peru, Bolivien und Argentinien führt.
- Christian Schön
MINI setzt bei der Rallye Dakar 2018 zur großen Revanche gegen den zuletzt zwei Mal siegreichen Konkurrenten Peugeot an. Das in der Nähe von Groß-Gerau im Rhein-Main-Gebiet beheimatete Team X-Raid geht mit mindestens sieben Autos an den Start am 6. Januar in der peruanischen Hauptstadt Lima. Drei davon sind erstmals sogenannte Buggys, die anders als die auf dem Countryman basierenden Allradler nur über die Hinterachse angetrieben werden.
„In den vergangenen Jahren haben Reglement und Strecke die Buggys bevorteilt“, begründete Teamchef Sven Quandt (61) bei der Präsentation in Paris die überraschende Entscheidung. Die Buggys sind deutlich leichter, haben mehr Federweg und dürfen größere Reifen verwenden als die Allradler. Außerdem ist ihnen erlaubt, den Luftdruck in den Reifen vom Cockpit aus zu regulieren.
Außer dem Motor, einem Sechszylinder-Turbodiesel mit rund 340 PS, und der Windschutzscheibe sind nur wenige Teile bei beiden Mini-Varianten identisch. „Was mich am meisten beeindruckt hat, ist das Fahrverhalten auf holprigen Strecken. Wo ich mit dem Allradler Tempo herausnehmen musste, kann ich mit dem Buggy auf dem Gas bleiben“, sagte Mikko Hirvonen (37), X-Raid-Speerspitze im Buggy.
Größter Unterschied bei den Allrad-MINI ist das im Vergleich zu 2017 um 102 Kilogramm reduzierte Gewicht. „Das Auto fühlt sich gleich ganz anders an. Damit sollten wir dichter an den Peugeot dran sein“, hofft Nani Roma (45), Dakar-Sieger 2014 und aussichtsreicher Fahrer eines Countryman.

Toyota hat seinen Pickup komplett neu konstruiert. Der Fünfliter-Saugbenziner ist zur besseren Gewichtsverteilung jetzt hinter der Vorderachse platziert, die Leistung blieb mit rund 450 PS etwa gleich. Außerdem gestattet das Reglement dem Toyota Hilux – ebenso wie dem Mini Countryman – nun 30 Millimeter mehr Federweg. „Unser neues Auto ist deutlich schneller“, sagte Dirk von Zitzewitz, deutscher Beifahrer des südafrikanischen Toyota-Werkspiloten Giniel de Villiers.

Ein entscheidender Faktor ist die von Sven Quandt angesprochene Streckenführung. „Die ersten Tage in Peru werden richtig hart, da kann man als gut eingespieltes Team punkten“, schätzte Dirk von Zitzewitz nach der Bekanntgabe der ungefähren Strecke. „Für unseren Saugmotor ist außerdem gut, dass hier fast auf Meereshöhe gefahren wird.“
Von Peru geht es nach Bolivien in Höhen von stellenweise mehr als 4.000 Meter. Hier sind die Turbodiesel von Peugeot und MINI im Vorteil. Nach dem Ruhetag in La Paz/Bolivien führt die zweite Halbzeit durch Argentinien nach Cordoba, wo am 20. Januar das Ziel erreicht wird. Insgesamt ist die Strecke für die 337 Autos, Trucks, Motorräder und Quads rund 8.500 Kilometer lang. Für die Autos stehen 4.329 Kilometer Wertungsprüfung auf dem Programm.
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