Nach zuletzt zwei Schotter-Veranstaltungen wechselt die Weltmeisterschaft für die verbleibenden zwei Läufe in Katalonien und Monza/Italien wieder auf Asphalt. Die Rallye Spanien wird dabei am kommenden Wochenende erstmals komplett auf festem Untergrund ausgetragen.Der früher nach der ersten Etappe übliche Umbau von Schotter- auf Asphalt-Konfiguration bleibt den Teams dieses Mal erspart.
Mit einer Länge von nur 280 Kilometern ist die Rallye rund um den Badeort Salou vergleichsweise kurz. In den Bergen südlich von Barcelona warten kurvenreiche, meist sehr glatte Straßen auf die Teilnehmer. Weil fast überall entweder Leitplanken oder Felsen am Streckenrand lauern, ist das sonst übliche Kurvenschneiden nur selten möglich. „Stattdessen brauchst du einen sauberen Fahrstil, beinahe wie ein Rundstreckenpilot“, beschreibt Tabellenführer Sébastien Ogier.
Der heutige Toyota-Werksfahrer hat die Rallye Spanien bereits dreimal gewonnen, in den Jahren 2013, 2014 und 2016 für Volkswagen. Mit einem weiteren Sieg würde sich der 37 Jahre alte Franzose vorzeitig seinen achten Weltmeistertitel sichern. „Die Asphalt-Wertungsprüfungen in Spanien machen viel Spaß. Noch besser: Durch den Wegfall der Schotter-Etappe muss ich dieses Mal nicht am Freitag den Straßenfeger für die Kollegen spielen“, erläutert Ogier, der als Tabellenführer jeweils als Erster starten muss.
Titelkonkurrenten: Elfyn Evans und Sébastien Ogier.
Einziger im Titelkampf verbliebener Konkurrent für Ogier ist Elfyn Evans, der ebenfalls einen Toyota Yaris WRC (1,6-Liter-Turbomotor, rund 380 PS, Allradantrieb) fährt. 24 Punkte trennen die beiden Teamkollegen. „Meine Chance ist klein, aber ich will sie nutzen“, blickt Evans voraus. Der 32-Jährige aus Wales hatte vor zwei Wochen mit dem Sieg bei der Rallye Finnland überrascht und damit Ogiers ersten Matchball abgewehrt.
Für den Tabellendritten Thierry Neuville ist der Zug zum Fahrertitel zwar bereits abgefahren. Als Sieger der letzten Rallye Spanien in der Saison 2019 zählt der Belgier dennoch zu den Favoriten. Zumal der Hyundai-Pilot damit zumindest den Kampf um den für die Teams wichtigeren Titel in der Herstellerwertung offen halten würde. Hier führt Toyota vor Hyundai.
In der „zweiten Liga“ der Rally2-Fahrzeuge (1,6-Liter-Turbomotor, rund 290 PS, Allradantrieb) stellen sich zwei deutsche Teams der internationalen Konkurrenz. Armin Kremer, dreimaliger Deutscher Meister und Rallye-Europameister des Jahres 2001, geht im Citroën C3 mit Tochter Ella als Beifahrerin an den Start. Fabian Kreim, ebenfalls drei Mal nationaler Meister, startet mit Copilot Frank Christian im VW Polo.
Los geht’s am Freitag (15. Oktober) um 8:00 Uhr. Zielankunft ist nach 17 Wertungsprüfungen am Sonntag um 13:34 Uhr. Die Homepage der Rallye-WM (www.wrc.com) streamt alle Wertungsprüfungen live im Internet, der Dienst ist kostenpflichtig. Servus TV (www.servustv.com/sport) überträgt am Samstag und Sonntag jeweils zwei WP live im Internet, darunter die abschließende Powerstage.

Von

Christian Schön