Die Rallye Zentraleuropa erlebte die Titelverteidigung des jungen Finnen.
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Christian Schön
Der zweite Rang bei der Rallye Zentraleuropa reichte Kalle Rovanperä (23), um vorzeitig seinen Weltmeistertitel zu verteidigen. Einzig Toyota-Teamkollege Elfyn Evans (34) hätte den Finnen beim neuen WM-Lauf durch Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik noch abfangen können. Aber der Brite schied nach einem kuriosen Unfall aus: Er landete in einer Holzhütte. Beim Saisonfinale in Japan (16. bis 19. November) ist Rovanperä nun nicht mehr einzuholen.
„Der Titel bedeutet mir noch mehr als der im letzten Jahr, ich freue mich stärker darüber. Dieses Mal musste ich viel härter dafür kämpfen“, fasste Rovanperä im Ziel in Passau zusammen. 2022 schrieb der Sohn des früheren Werksfahrers und WM-Siegers Harri Rovanperä (57) Geschichte: Im Alter von 22 Jahren wurde er mit Toyota jüngster Champion in der Historie der seit 1979 ausgerichteten Fahrer-Weltmeisterschaft.
Sieger fährt einen Hyundai
Thierry Neuville/Martijn Wydaeghe gewinnen die Rallye Zentraleuropa.
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Der Sieg beim zwölften WM-Lauf des Jahres ging an das belgische Hyundai-Team Thierry Neuville/Martijn Wydaeghe, Rang drei sicherten sich die Esten Ott Tänak/Martin Järveoja im Ford. Eher farblos blieb dagegen der achtmalige Weltmeister Sébastien Ogier (Toyota). Der mit der deutschen TV-Moderatorin Andrea Kaiser verheiratete Franzose haderte mit einem Reifenschaden am ersten Tag. Auch sonst kam der 39-Jährige, eigentlich ein Asphaltspezialist, mit den aufgrund Regens extrem rutschigen Prüfungen nicht wie gewohnt zurecht. Er wurde abgeschlagen Vierter.
Während die Werksautos von Ogier und Co. einen Hybrid-Antrieb (Benziner+Elektromotor) mit über 510 PS unter der Haube haben, müssen die WRC2-Teams mit knapp unter 300 PS aus einem Turbobenziner auskommen. In dieser Klasse gewann der Norweger Andreas Mikkelsen (34) im privaten Skoda ebenfalls vorzeitig den Titel.
Skoda-Pilot kämpft um Masters-Titel
Noch nicht entschieden ist dagegen der Titelkampf im WRC Masters Cup. In der Klasse der über-50-jährigen Fahrer siegte Armin Kremer (54), dem Tochter Ella (24) im Skoda den Streckenaufschrieb („Gebetbuch“) vorlas. Der Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern duelliert sich nun beim Saisonfinale in Japan mit dem Spanier Alexander Villanueva um den Gesamtsieg.