Range Rover Sport, die Dritte: Gewohnte Linien, die Technik hat er 1:1 vom großen Range Rover übernommen – und sich leider auch dessen Preisniveau angenähert: Einige Motorisierungen sind rund 20.000 Euro teurer geworden; unter 100.000 Euro spielt sich nicht mehr viel ab.


Schöne neue Welt im Cockpit: Die Rundinstrumente mit Zeigern haben sie in Rente geschickt, und sogar die Einstellungen von Lordosenstütze und Sitzwangen wanderten ins Zentralmenü. Immerhin öffnet sich die Seite für die Sitzverstellung automatisch beim Antippen der Sitzverstellknöpfe. Man sitzt etwas tiefer als im großen Range – aber immer noch herrschaftlich erhaben.
Range Rover Sport
Neuer Look: Statt der analogen Rundinstrumente hat die dritte Generation des Range Rover Sport jetzt ein digitales Cockpit.
Probieren wir gleich eine der beiden neuen Motorisierungen aus, den P530 mit 4,4-Liter-V8 und 530 PS. Dieser Sound! Britisch unterspielt und hochadelskompatibel, aber unverkennbar V8. Sehr ausgewogen.
Range Rover Sport
Klangvoller Neuling: Der 4,4-Liter-V8 mit 530 PS kommt ganz frisch unter die Haube und überzeugt mir schönem, ausgewogenem Sound.

Obwohl sich der Sport erdverbundener und weniger fregattenhaft fährt als der große Range, macht auch der kraftstrotzende Achtzylinder (eingekauft bei BMW) aus dem 2,5-Tonner keinen Sportwagen. Der Dynamik-Modus versteift zwar Wankausgleich und Lenkung, einen großen Unterschied macht es nicht. Da bleibt noch Luft für die aggressivere SVR-Version, die mit den üblichen eineinhalb Jahren Abstand folgen dürfte.

Ein Plug-in-Hybrid hilft sparen

Die ebenfalls neue Plug-in-Variante P510e mit 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner, Elektromotor, 510 PS Systemleistung und 113 Kilometern versprochener E-Reichweite haben wir ebenfalls gefahren – subjektiv kaum träger als der V8. Und das bei geringerem Verbrauch. Bei der ersten Ausfahrt in leichtem Gelände und auf der limitierten spanischen Autobahn (120 km/h) zeigte der Bordrechner 8,5 Liter/100 km an, mit nahezu leerem Akku.

Fahrzeugdaten Range Rover Sport

Modell
D250
D300
D350
P400
P440e
P510e
P530
Abzweigung
Motor
Abzweigung
Abzweigung
Hubraum
Abzweigung
Abzweigung
Leistung (Systemleistung)
Abzweigung
Abzweigung
Drehmoment bei U/min
Abzweigung
Abzweigung
Getriebe
Abzweigung
Abzweigung
0-100 km/h
Abzweigung
Abzweigung
Vmax
Abzweigung
Abzweigung
Leergewicht (EG)
Abzweigung
Abzweigung
Verbrauch - CO2 (WLTP)
Abzweigung
Abzweigung
Preis
Abzweigung
R6-Zyl., Turbodiesel
2997 cm³
183 kW (249 PS)
600 Nm/1250-2250
8-Stufen-Wandlerautom.
8,0 s
206 km/h
2390 kg
7,5 l D - 197 g/km
ab 93.000 Euro
R6-Zyl., Turbodiesel
2997 cm³
221 kW (300 PS)
650 Nm/1500-2500
8-Stufen-Wandleraut.
6,6 s
218 km/h
2390 kg
7,5 l D - 197 g/km
ab 96.800 Euro
R6-Zyl., Turbodiesel
2997 cm³
258 kW (350 PS)
700 Nm/1500-3000
8-Stufen-Wandleraut.
5,9 s
234 km/h
2435 kg
7,7 l D - 202 g/km
ab 122.100 Euro
R6-Zyl., Turbobenziner
2996 cm³
294 kW (400 PS)
550 Nm/2000-5000
8-Stufen-Wandleraut.
5,7 s
242 km/h
2385 kg
9,6 l S - 217 g/km
ab 114.000 Euro
R6-Turboben. + E-Motor
2996 cm³
324 kW (440 PS)
620 Nm/1500-5000
8-Stufen-Wandleraut.
5,8 s
225 km/h
2735 kg
0,8 l/30 kWh - 18 g/km
ab 100.200 Euro
R6-Turboben. + E-Motor
2996 cm³
375 kW (510 PS)
700 Nm/1500-5000
8-Stufen-Wandleraut.
5,4 s
242 km/h
2810 kg
0,9 l/30 kWh - 19 g/km
ab 138.500 Euro
V8-Biturbo-Benziner
4395 cm³
390 kW (530 PS)
750 Nm/1800-4600
8-Stufen-Wandleraut.
4,5 s
250 km/h
2505 kg
11,5 l S - 261 g/km
ab 142.600 Euro

Offroad vermag der Range Rover Sport Zweifler sofort auf seine Seite zu ziehen: Auf Neutral schalten, Geländemodus und -untersetzung auswählen – dann wühlt sich der Range mit größter Selbstverständlichkeit durch den Schlamassel.
Trotz mehr als zwei Meter Breite verkratzt man ihn nicht so schnell, dank Ringsum- Kameras und der virtuell durchsichtig gemachten Front. Es gibt sogar einen Geländetempomaten (All-Terrain Progress Control) – der Fahrer muss nichts können, um im Gelände zu brillieren.
Range Rover Sport
Reicht für Pendler: Für den Plug-in-Hybriden P510e verspricht Land Rover 113 Kilometer rein elektrische Reichweite.
Man kann sich mit dem Sport aber auch in die Stadt wagen, denn die Allradlenkung (Serie beim P510e und P530) schrumpft den Wendekreis auf gut elf Meter. Überzeugt hat uns im heißen Spanien auch die perforierte Ledernachbildung Ultrafabrics: Der Rücken schwitzt selbst dann nicht, wenn die Sitzbelüftung aus bleibt.

Auf den V8 muss man lange warten

Die 3,0-Liter-Diesel mit 250, 300 oder 350 PS und die Mildhybrid-Benziner mit gleichem Hubraum (alles Reihensechser) bleiben im Programm. Erstaunliche 30 Prozent der Vorbesteller bei uns haben den V8 geordert. Der emotionale Mehrwert des pulsierenden Achtzylinders kostet nur 4000 Euro Aufschlag. Die Lieferzeiten: vier bis sechs Monate, bei Sonderfarben auch länger. Der V8 lässt gern zehn bis zu zwölf Monate auf sich warten.

Fazit

von

Rolf Klein
Der Range Rover Sport bleibt einmalig – es gibt keinen direkten Konkurrenten. Langstrecke, Gelände, Hängerziehen – ein Alleskönner. Nach dem jüngsten Preissprung sprengt er bürgerliche Budgets aber endgültig.

Von

Rolf Klein