Krisen hin, Krisen her – ein Geldmotto bleibt immer gut und gültig: Sparen ohne Verzicht. Bei der Versicherung kann es für viele Autofahrer Realität werden. Denn bei durchschnittlich 300 Euro liegt das Sparpotenzial durch den Wechsel zu einer anderen Versicherung oder in einen anderen Tarif beim bisherigen Versicherer – und das bei vergleichbaren Leistungen. Umgerechnet sind das etwa 250 Liter Sprit oder zwei Leasingraten. Oder sogar mehr, als in den meisten Fällen an Kfz-Steuern im Jahr fällig sind. 300 Euro Plus im Geldbeutel sind ein ordentlicher Batzen und bringen den Autofahrer also ein gutes Stück weiter. Doch beim Versicherungs- und Tarifwechsel muss einiges bedacht werden.

Was ist bei der Sparrunde für 2009 zu beachten?

Mercedes GLK
Mercedes GLK: Unter 1160 Euro für Haftpflicht und Vollkasko läuft hier nichts. Der teuerste Anbieter verlangt sogar satte 3462 Euro.
Bild: Angelika Emmerling
• An der Höhe der Haftpflichtdeckung sollte nicht gespart werden, 100 Millionen Euro sind heutzutage üblich und auch sinnvoll.
• Eine Hotline mit 24 Stunden Erreichbarkeit ist unverzichtbar und wird von den meisten Versicherungen inzwischen auch geboten.
• Vollkasko ist bei einem Neuwagen sehr ratsam, sofern man nicht so viel auf der hohen Kante hat, dass man einen Totalschaden ohne Weiteres selbst zahlen kann.
• Extras in der Kasko wie kompletter Schutz auch bei grober Fahrlässigkeit oder bei Tierunfällen aller Art kosten meist auch extra. Sie sind üblicherweise in den teureren Tarifen der Versicherung integriert. Fast jede bietet heute mehrere Tarife an, die sich in Preis wie Leistung unterscheiden.
• Für aktuelle Autos in allen Klassen hat Finanzdienstleister Aspect online die günstigsten Tarife 2009 ermittelt. Neben dem Fahrzeug kommt es beim Kurs auch auf das Profil des Halters an.
• Mehr zum Thema finden Sie in unserem Heftarchiv. Dort können Sie sich unter anderem auch diesen Artikel als PDF herunterladen – komplett mit allen Tabellen im Original-Layout.
• Wichtig: Die präsentierten Prämien sind lediglich Beispiele. Wer seine eigenen Sparchancen aufdecken will, sollte seinen ganz individuellen Vergleich starten. Das klappt schnell und einfach: Hier finden Sie den Rechner für Ihren Versicherungsvergleich!

Spannende Musterrechnungen gibt es in der Bildergalerie. Ein Beispiel vorab:

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Roland Bunke

Sparen an den Prämien der Autoversicherung? Ja klar. Aber wann der Autofahrer seine Versicherung wechselt, muss jeder für sich entscheiden. Der eine verlässt sie bei 50 Euro Ersparnis im Jahr, der andere wird ihr erst ab 100 Euro untreu. Natürlich müssen auch die Leistungen stimmen, sie sollten deshalb vor einem Wechsel genau geprüft und verglichen werden. Je teurer, desto besser? Das stimmt in der Autoversicherung genauso wenig wie sonst im Leben. Und noch ein Tipp: Neben der Autoversicherung sollten Sparfüchse auch andere Beiträge prüfen, etwa für die Rechtsschutzpolice. Dann wird das Sparschwein noch kräftiger. 

Tipps: So kann jeder sparen

1. Sie wollen Ihre Versicherung nicht wechseln? Dann lassen Sie dennoch Ihre Police nach dem Tarif für Neukunden kalkulieren. Denn oft zahlen die weniger als treue Altkunden. Bei einem Wechsel in einen neuen, günstigeren Tarif beim selben Versicherer müssen aber auch die eventuell abweichenden Leistungen dieses Tarifs beachtet werden.
2. Wer Rabatte nutzt, sollte sie regelmäßig auf Aktualität überprüfen. Fahren Sie tatsächlich so viele Kilometer im Jahr, wie im Vertrag steht? Wenn nicht, die Kilometerleistung anpassen. Mit Glück geht es dann in die sparsamere Kilometerklasse.
3. Wer von Voll- auf Teilkasko umsteigt, spart am meisten. Oft sind es auf einen Schlag 50 Prozent des Beitrags und mehr. Aber, Achtung: Schäden aus eigener Schuld sowie durch Vandalismus sind dann nicht mehr gedeckt.
4. Wer die Vollkasko nicht gleich ganz streichen will, kann seinen Selbstbehalt (SB) erhöhen. Das spart, und gleichzeitig bleibt das Risiko auf den neu vereinbarten SB-Betrag begrenzt. Details offenbart der Online-Check mit verschieden hohen Beträgen für den SB.
5. Ein Zweitwagen startet bei einem Beitragssatz von mehr als 100 Prozent. Doch viele Versicherer bieten mit der "besonderen Zweitwagenregelung" einen günstigeren Satz, wenn die Police für den Erstwagen einen bestimmten Schadenfreiheitsrabatt (SF-Rabatt) erreicht hat und der Zweitwagen nicht von jungen Leuten (etwa unter 23 Jahren) gefahren wird.
6. Fahranfänger können bei ihrem ersten eigenen Auto oft kräftig Beitrag sparen, wenn sie es bei der Gesellschaft der Eltern versichern. Voraussetzung: Die Police von Vater oder Mutter weist einen bestimmten SF-Rabatt auf.
7. Junge Leute können auch eine Police mit SF-Rabatt von einem Verwandten übernehmen, wenn der darauf verzichtet. Von den SF-Klassen einer Police können dabei aber nur so viele Klassen übernommen werden, wie der Policen-Erbe an Jahren Führerscheinbesitz aufweisen kann.
8. Wenn der Sohn oder die Tochter im Rahmen des Führerscheins mit 17 am begleiteten Fahren teilnimmt, sollten die Eltern einen Versicherer suchen, der dies honoriert und den Beitrag wegen des weiteren, jungen Mitfahrers nur moderat anhebt. Der junge Führerscheininhaber selbst bekommt bei einigen Versicherungen für sein erstes eigenes Auto ebenfalls Rabatt.
9. Wenn es mal gekracht hat, kann es sich rechnen, den Schaden aus eigener Tasche zu begleichen. So bleibt der SF-Rabatt erhalten. Bei der Ermittlung der günstigeren Variante hilft die Versicherung üblicherweise, sie informiert auch über die dabei einzuhaltenden Fristen.
10. Wer neben seinen Autoversicherungen weitere Policen hat (Rechtsschutz, Unfall), sollte auch deren Kosten einmal genau auf Sparpotenzial überprüfen.

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