Leasingübernahme

Ratgeber: Leasingübernahme

Kürzere Laufzeit, niedrige Raten

Wenn Sie vorzeitig aus Ihrem Leasingvertrag aussteigen oder einen laufenden Vertrag für die Restzeit übernehmen wollen, kann sich eine Leasingübernahme lohnen. AUTO BILD erklärt, was Sie beachten müssen.
Bei der Leasingübernahme wechselt während des laufendes Vertrags der Leasingnehmer. Der neue Leasingnehmer übernimmt den Vertrag zu den bestehenden Konditionen vom alten Leasingnehmer. Der Leasinggeber muss diesen Wechsel jedoch akzeptieren. Manche Leasingverträge schließen dies grundsätzlich aus. Ob der Leasingvertrag überschrieben werden darf, ist im Vertrag definiert.
Es gibt verschiedene Gründe, weshalb es sich anbieten kann, aus einem laufenden Leasingvertrag auszusteigen. Eine vorzeitige Beendigung des Vertrags akzeptiert der Leasinggeber meist nicht. Sie können ihren Vertrag aber für einen Leasingwechsel anbieten. Dies ist beispielsweise eine Lösung, wenn es unvorhergesehen zu einem finanziellen Engpass kommt. Auch wenn Sie mit dem Fahrzeug unzufrieden sind, es aber an sich in Ordnung ist, könnte ein Leasingwechsel in Frage kommen. Ferner bietet es sich an, wenn Sie aufgrund einer familiären Veränderung ein größeres Fahrzeug benötigen – oder auch ein kleineres. Angeboten werden solche Verträge im Internet. Zahlreiche Onlineplattformen haben sich auf Leasingübernahmen spezialisiert. Oftmals unterstützen diese Anbieter auch bei der Abwicklung. Die Möglichkeit zur Übernahme eines Leasingfahrzeuges beschränkt sich dabei nicht nur auf Privatpersonen. Auch Unternehmen und gewerbliche Halter können dies nutzen.
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Die Vorteile der Leasingübernahme

Der klare Vorteil für den Leasingnehmer ist die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen. Aber auch der Leasinggeber, die Bank oder das Autohaus, hat einen Vorteil, denn er bekommt einen neuen, solventen Kunden. Der neue Leasingnehmer hat vermutlich die meisten Vorteile. Er bekommt einen Vertrag mit einer kurzen Laufzeit, so wie sie bei einem Neuvertrag eventuell nicht möglich wäre. Außerdem ist die Leasingübernahme meist kostengünstiger als die Kurzmiete eines Fahrzeugs für den entsprechenden Zeitraum.

Leasingübernahme: Die Nachteile

Wenn Sie einen laufenden Leasingvertrag übernehmen, müssen Sie einige Dinge in Kauf nehmen. So haben Sie beispielsweise keinen Einfluss darauf, wie das Fahrzeug konfiguriert ist. Das fängt bei der Lackierung an und hört beim Motor auf. Außerdem übernehmen Sie den Vertrag zu den laufenden Bedingungen. Laufzeit, Ratenhöhe und vereinbarte Kilometerleistung lassen sich nicht ändern. Es gibt jedoch auch Nachteile, die weniger offensichtlich sind. So sollten Sie genau kontrollieren, ob die gefahrenen Kilometer auch den vertraglich vereinbarten entsprechen. Sind bereits Mehrkilometer angefallen, sollten Sie dafür die entsprechende Summe vom derzeitigen Leasingnehmer einfordern. Sonst müssen Sie am Ende für sämtliche Mehrkilometer einstehen. Das gleiche gilt für Schäden am Fahrzeug. Sollten bereits Vorschäden existieren, haften Sie am Ende auch für diese. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eventuell verdeckte Schäden vorhanden sind, sollten Sie einen neutralen Gutachter beauftragen. Die Kosten können sich beide Leasingnehmer teilen.

Was kostet eine Leasingübernahme?

Neben dem genannten Gutachter können auch andere Kosten bei der Leasingübernahme anfallen. Sollte der bisherige Leasingnehmer eine Sonderzahlung geleistet haben, um die Raten niedrig zu halten, kann er einen entsprechenden Anteil an dieser Summe vom neuen Leasingnehmer einfordern. Normalerweise wird die Sonderzahlung durch die Zahl der Monate geteilt, über die der Vertrag läuft. Jeder zahlt dann seinen Teil. Letztlich ist dies Verhandlungssache. Außerdem fallen Gebühren bei der Umschreibung an. Wer diese in welcher Höhe trägt ist ebenfalls Verhandlungssache. In der Regel verlangen Hersteller nur für die Umschreibung zwischen 250 bis 500 Euro.

Alternativen zur Leasingübernahme

Wenn Sie ein Fahrzeug für ein Jahr oder länger benötigen, könnte sich ein günstiger Neuvertrag mit einer entsprechend kurzen Laufzeit lohnen. In den meisten Fällen sind Leasingverträge mit einer Laufzeit von 12 Monaten durchaus möglich, auch wenn in der Regel 36 Monate vorgeschlagen werden. Dabei entfallen die oben genannten Nachteile. Die Raten sind allerdings vergleichsweise entsprechend höher. Wenn Sie lediglich irgendwie mobil sein wollen, könnte sich auch ein gut erhaltener Gebrauchter lohnen. Falls Sie ihn nicht bar zahlen können, lassen sich in den meisten Fällen auch Gebrauchte über den Händler oder die entsprechende Autobank finanzieren.
Wissenswertes über Autoleasing

Wann lohnt sich eine Leasingübernahme?

Eine Leasingübernahme lohnt sich, wenn Sie ein Fahrzeug nur für einen kurzen Zeitraum benötigen, etwa um die Zeit zu überbrücken, bis Ihr eigentliches Wunschfahrzeug als Jahreswagen auf dem Markt angeboten wird. Auch wenn Ihre Bonität nicht für einen längeren Leasingvertrag ausreicht – beispielsweise wegen eines Schufa-Eintrags oder weil Ihre Firma noch jung ist – kommt eine Leasingübernahme in Frage. Was Sie noch bedenken sollten: Bei einer Leasingübernahme wird ein neuer Halter in den Fahrzeugbrief eingetragen. Dieser zusätzliche Haltereintrag wirkt sich in der Regel wertmindernd auf das Fahrzeug aus. Das Verfahren bei der Leasingübernahme ist relativ zeitaufwendig und dauert meist zwischen zwei und sechs Wochen. Es eignet sich also nicht, wenn Sie sofort ein Fahrzeug benötigen.

Gerald Beeckmann

Fazit

Wenn Sie für einen kurzen Zeitraum ein Fahrzeug brauchen und die genauen Konditionen sowie die Konfiguration für Sie keine große Rolle spielen, kann sich eine Leasingübernahme anbieten. Achten Sie aber auf jeden Fall auf eventuelle Mehrkilometer und Vorschäden. Ein Gutachter kann hier viel Ärger ersparen.

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