Reifendruck: Richtiger Luftdruck
So finden Sie den richtigen Luftdruck für Ihre Reifen

Der falsche Luftdruck in den Reifen kostet nicht nur Sprit, er kann sogar zu gefährlichen Situationen führen. Reifendruck-Tabellen und regelmäßige Kontrollen helfen, den Überblick zu behalten.
Bild: Christoph Börries
Inhaltsverzeichnis
Viele Autofahrer prüfen ihren Reifendruck nur sehr unregelmäßig. Oft erst, wenn das RDKS-Warnlicht aufleuchtet. Dabei ist der richtige Luftdruck in den Reifen entscheidend. Nur so behalten die Reifen ihre optimalen Fahreigenschaften. Vom richtigen Reifendruck hängen unter anderem die Länge des Bremsweges ab, die Stabilität in Kurven, das Aquaplaning-Risiko, der Reifenverschleiß und auch der Kraftstoffverbrauch. Und bei sehr hohen Geschwindigkeiten kann es bei falschem Reifendruck sogar dazu kommen, dass der Reifen platzt. Doch wie findet man den richtigen Reifendruck? Hier kommen die wichtigsten Infos!
Wie hoch der optimale Luftdruck für Winter-, Sommer- oder Ganzjahresreifen ist, hängt vor allem vom Auto ab. Die Vorgaben dazu macht der Hersteller. Die korrekten Angaben sind direkt im oder am Auto zu finden. Meist verbergen sich die Werte an folgenden Stellen:
- auf einem Aufkleber an der Innenseite der B-Säule auf der Fahrerseite
- auf einem Aufkleber an der Innenseite des Tankdeckels
- auf einem Aufkleber im Handschuhfach
- in der Bedienungsanleitung
- Eine Alternative ist, den richtigen Wert in einer Reifendrucktabelle (online) "nachzuschlagen".
Wichtig: Der Reifendruck kann je nach Beladung variieren und muss bei voller Beladung erhöht werden. Wer Sprit sparen möchte, kann den vom Hersteller angegebenen Reifendruck geringfügig (!) um 0,2 bis 0,3 Bar erhöhen. Beziehungsweise ist es in Ordnung, im unbeladenen Zustand den angegebenen Reifendruck für den beladenen Zustand einzustellen. Allerdings geht das auch zu Lasten des Komforts, denn die praller gefüllten Reifen rollen härter über kurze Unebenheiten ab. So geben einige Hersteller in Ihren Bedienungsanleitungen auch einen (höheren) Luftdruck für effizientes Fahren und einen niedrigeren Komfortluftdruck an.
Grundsätzlich lautet die Empfehlung, den Luftdruck regelmäßig im Abstand von 14 Tagen zu überprüfen. Doch die wenigsten Autofahrer halten sich daran. Dabei ist der richtige Reifendruck essenziell für sicheres Fahrverhalten: Zu niedriger Reifendruck führt zu instabilem Fahrverhalten und sorgt schlimmstenfalls für einen gefährlichen Reifenplatzer.

Zu niedriger Luftdruck lässt sich am schnellsten und sichersten bei der regelmäßigen Messung erkennen. Bei modernen Autos helfen RDKS-Systeme, die den genauen Luftdruck aller Reifen anzeigen.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Nebenbei schont der richtige Luftdruck das Portemonnaie, denn Benzinverbrauch und Verschleiß steigen bei zu wenig Luft deutlich an. Auch wer ein Reifendruck-Kontrollsystem an Bord hat, das warnt, sobald ein Reifen zu wenig Druck aufweist, sollte regelmäßig den Luftdruck checken (mehr zum RDKS). Viele moderne RDKS-Systeme zeigen längst auch den exakten Luftdruck im Bordcomputer beziehungsweise im Fahrerdisplay an. Hier sollte der Luftdruck dennoch kontrolliert werden, wenn die angegebenen Werte nicht plausibel erscheinen.
Zum Beispiel:
- wenn sich das Fahrverhalten des Autos verändert
- es zu ungewohnter Geräuschentwicklung beim Abrollen kommt
- ein Reifen flacher und breiter erscheint als die übrigen Reifen
- oder die Abnutzung eines Reifens sich an den Aussenseiten von der Abnutzung der Reifenmitte unterscheiden
Generell gilt: Schon geringfügige Änderungen von nur einem halben Bar reichen aus, um die Fahreigenschaften zu verändern und den Spritverbrauch um etwa 0,3 Liter auf 100 Kilometer ansteigen zu lassen.
Ist zu wenig Luft in den Reifen, wird das Fahrverhalten des Autos schwammig. Das kann sich in einem unruhigen Heck beim Spurwechsel oder unsauberem Geradeauslauf des Wagens äußern. Ist der Luftverlust gravierend, kann es zu Eingriffen des ESP kommen. Spätestens dann sollten Sie schnellstmöglich den Reifendruck kontrollieren. Aber auch ohne diese starken Anzeichen wirkt sich ein zu niedriger Reifendruck ungünstig aus: Die Bremswege verlängern sich, das Fahrverhalten in Kurven verschlechtert sich und Verschleiß sowie Kraftstoffverbrauch nehmen zu.
Video: Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS)
So funktioniert das Nachrüsten
Erhöhter Luftdruck ist oft weniger bedenklich. Schon um Sprit zu sparen, erhöhen viele Autofahrer den vom Hersteller empfohlenen Luftdruck. Eine Abweichung von 0,2 bis 0,3 Bar ist dabei unbedenklich und wirkt sich nicht auf die Sicherheit aus. Aber ein deutlich zu hoher Luftdruck ist riskant. Der Grund: Die Auflagefläche des Reifens verringert sich, der Grip nimmt dadurch ab (schnell durchdrehende Reifen, vor allem bei Nässe). Ist der Reifendruck dauerhaft zu hoch, läuft zudem das Reifenprofil ungleichmäßig ab, der Reifen ist so frühzeitig verschlissen.
Am einfachsten ist es, den Reifendruck an der Tankstelle zu überprüfen und gegebenenfalls Luft nachzufüllen. An den meisten Tankstellen geht das kostenlos. Alternativ gibt es handliche Reifendruckprüfgeräte oder kleine Kompressoren aus dem Zubehörhandel. Wichtig bei der Messung: Im Gegensatz zum Rennsport wird der Reifendruck für den Alltag bei möglichst kalten Reifen kontrolliert, da sich warme Luft ausdehnt und den Messwert um mehrere Zehntel Bar erhöhen kann.

Reifenfülldruck bei kalten Reifen messen. Im Bordbuch sind die Drücke je nach Raddimension und Beladung aufgeführt.
Bild: Christoph Börries
Am besten vor Beginn der Fahrt oder nach wenigen Kilometern an der nächstgelegenen Tankstelle den Druck überprüfen. Nicht vergessen: wer ein Reserverad im oder am Auto mitführt, sollte auch hier in den Luftdruck prüfen. Auf jeden Fall vor längeren Fahrten oder beim Wechsel der Jahreszeiten.
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