Viele Autofahrer prüfen ihren Reifendruck nur sehr unregelmäßig. Oft erst, wenn das RDKS meckert. Dabei ist der richtige Luftdruck in den Reifen entscheidend. Nur so behalten die Pneus ihre optimalen Fahreigenschaften. Davon hängen die Länge der Bremswege ab, die Stabilität in Kurven, das Aquaplaning-Risiko, der Verschleiß beziehungsweise die Haltbarkeit der Reifen und auch der Kraftstoffverbrauch. Doch welcher Reifendruck ist richtig? Hier kommen die wichtigsten Infos!

Welcher Reifendruck ist richtig?

Wie hoch der optimale Luftdruck für Winter-, Sommer- oder Ganzjahresreifen ist, hängt vor allem vom Auto ab. Die Vorgaben dazu macht der Hersteller. Die korrekten Angaben sind direkt im oder am Auto zu finden. Meist verbergen sich die Werte an folgenden Stellen:
• auf einem Aufkleber an der Innenseite der B-Säule
• auf einem Aufkleber an der Innenseite des Tankdeckels
• auf einem Aufkleber im Handschuhfach
• in der Bedienungsanleitung
• Eine Alternative ist, den richtigen Wert in einer Reifendrucktabelle nachzuschlagen. Zum Beispiel in der Reifendruck-Tabelle von Continental
Wichtig: Der Reifendruck kann je nach Beladung variieren und muss bei voller Beladung erhöht werden. Wer Sprit sparen möchte, kann den vom Hersteller angegebenen Reifendruck geringfügig (!) um 0,2 bis 0,3 Bar erhöhen.
 

So finden Sie den richtigen Luftdruck

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
GOODYEAR Digitaler Reifendruckprüfer
HAZET Reifendruckprüfer
HEYNER Reifendruckprüfer
Makita Akku-Kompressor
Mannesmann Mini-Alu Kompressor

Wie häufig sollte man den Reifendruck überprüfen?

Grundsätzlich lautet die Empfehlung, den Luftdruck regelmäßig im Abstand von 14 Tagen zu überprüfen. Doch die wenigsten Autofahrer halten sich daran. Dabei ist der richtige Reifendruck essenziell für sicheres Fahrverhalten: Zu niedriger Reifendruck führt zu instabilem Fahrverhalten und sorgt schlimmstenfalls für einen gefährlichen Reifenplatzer.
Reifenfülldruck
Ein zu niedriger Luftdruck lässt sich am schnellsten und sichersten bei der regelmäßigen Messung erkennen.
Nebenbei schont der richtige Luftdruck das Portemonnaie, denn Benzinverbrauch und Verschleiß steigen bei zu wenig Luft deutlich an. Auch wer ein Reifendruck-Kontrollsystem an Bord hat, das warnt, sobald ein Reifen zu wenig Druck aufweist, sollte regelmäßig den Luftdruck checken (mehr zum RDKS). Das Gleiche gilt für mit Reifengas gefüllte Pneus. Zwar wird das hauptsächlich aus Stickstoff bestehende Gemisch vom Reifen besser gehalten, eine regelmäßige Luftdruck-Kontrolle ist trotzdem erforderlich. Denn schon geringfügige Änderungen von nur einem halben Bar weniger reichen aus, um die Fahreigenschaften zu verändern und den Spritverbrauch um 0,3 Liter auf 100 Kilometer ansteigen zu lassen.

Was passiert beim Fahren mit falschem Reifendruck?

Ist zu wenig Luft in den Reifen, wird das Fahrverhalten des Autos schwammig. Das kann sich in einem unruhigen Heck beim Spurwechsel oder unsauberem Geradeauslauf des Wagens äußern. Ist der Luftverlust gravierend, kann es zu Eingriffen des ESP kommen. Spätestens dann sollten Sie schnellstmöglich den Reifendruck kontrollieren. Aber auch ohne diese starken Anzeichen wirkt sich ein zu niedriger Reifendruck ungünstig aus: Die Bremswege verlängern sich, das Fahrverhalten in Kurven verschlechtert sich und Verschließ sowie Kraftstoffverbrauch nehmen zu.
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Video: Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS)

So funktioniert das Nachrüsten

Erhöhter Luftdruck ist oft weniger bedenklich. Schon um Sprit zu sparen, erhöhen viele Autofahrer den vom Hersteller empfohlenen Luftdruck. Eine Abweichung von 0,2 bis 0,3 Bar ist dabei unbedenklich und wirkt sich nicht auf die Sicherheit aus. Aber ein deutlich zu hoher Luftdruck ist riskant. Der Grund: Die Auflagefläche des Reifens verringert sich, der Grip nimmt dadurch ab (schnell durchdrehende Reifen, vor allem bei Nässe). Ist der Reifendruck dauerhaft zu hoch, läuft zudem das Reifenprofil ungleichmäßig ab, der Reifen ist so frühzeitig verschlissen.

Luftdruck-Kontrolle: So wird der Reifendruck gecheckt

Am einfachsten ist es, den Reifendruck an der Tanke zu überprüfen und gegebenenfalls Luft nachzufüllen. An den meisten Tankstellen geht das kostenlos. Alternativ gibt es Reifendruckprüfer für zu Hause sowie kleine Kompressoren aus dem Baumarkt oder Zubehörhandel. Wichtig bei der Messung: Bei möglichst kalten Reifen kontrollieren, da sich warme Luft ausdehnt und den Messwert verfälscht. Am besten vor Beginn der Fahrt oder nach wenigen Kilometern an der nächstgelegenen Tankstelle den Druck überprüfen. Geht es nicht anders und die Reifen sind schon warmgelaufen, 0,2 Bar vom Messwert abziehen. Und: Das Reserverad nicht vergessen.