Rauchen im Auto: Verbot gefordert

Rauchen im Auto: Politiker fordern Rauchverbot

Rauchverbot im Auto soll Kinder schützen

Rauchen im Auto ist schädlich, besonders Kinder und Schwangere leiden unter dem Tabakqualm. NRW-Politiker fordern ein Rauchverbot im Auto!
(dpa/cj) Nordrhein-Westfalen macht Druck für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere an Bord sind. In einem gemeinsamen Antrag forderten die Regierungsfraktionen von CDU und FDP mit der Opposition aus SPD und Grünen die Landesregierung am 21. März 2019 auf, über den Bundesrat einen Gesetzentwurf für ein entsprechendes Rauchverbot einzubringen. Die AfD enthielt sich.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sicherte zu, dass die Landesregierung eine Bundesratsinitiative vorbereiten werde. Das Land NRW wolle auch mit anderen Landesregierungen Gespräche über ein Rauchverbot in Autos führen. Schon die Gesundheitsminister der Länder hatten im Herbst 2018 die Bundesregierung aufgefordert, ein bundesweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen einzuführen – sofern Minderjährige und Schwangere mitfahren. Auch E-Zigaretten könnten unter ein gesetzliches Rauchverbot in Autos fallen, wenn sie für Kinder gefährlich sind.

Eine Million Minderjährige betroffen

Weltweit sterben jedes Jahr 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens, heißt es in dem Antrag. Staaten wie Großbritannien, Italien, Griechenland oder Frankreich, Südafrika und Australien haben bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Minderjährige mitfahren. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt sind. Folgen des Passivrauchens für Kinder könnten massive Gesundheitsschäden an der sich noch entwickelnden Lunge und den Atemwegen sein, heißt es in dem Antrag. Asthma-Erkrankungen könnten sich verschlimmern, der Blutdruck könne sich erhöhen. Mediziner diagnostizierten ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen, Übergewicht und Diabetes II. Bei Säuglingen steige das Risiko eines plötzlichen Kindstods.

"Rauchverbot wird Menschenleben schützen"

Die Rauchkonzentration beim Passivrauchen sei für Minderjährige nirgends so hoch wie als Beifahrer, heißt es weiter. Messungen zufolge sei die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar. "Niemand würde auf die Idee kommen, seinen Säugling mit in eine Raucherbar zu nehmen", sagte Marcel Hafke von der FDP. Der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer sagte: "Genauso wie die Gurtpflicht wird auch das Rauchverbot dazu führen, dass Menschenleben geschützt und gerettet werden."
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