Wer heute seine Reifen wechselt, sollte genau hinschauen, sonst kann es schnell teuer werden: Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ist seit Jahren Pflicht und sorgt beim Reifenwechsel regelmäßig für Probleme. Vor allem bei Fahrzeugen mit direkten Reifendrucksensoren können im Zuge des Reifenwechsels Zusatzkosten, Fehlermeldungen oder Werkstattbesuche drohen.
Was beim RDKS-Reifenwechsel wirklich zu beachten ist, wie das Anlernen der Sensoren funktioniert und wann ein Austausch nötig wird, erklären wir hier.
ANZEIGE
Reifen-Finder
In Kooperation mitCheck24 Logo
Reifen

Passende Markenreifen online kaufen & sparen!

Was beim Reifenwechsel mit RDKS zu beachten ist

Beim Reifenwechsel mit RDKS kommt es vor allem darauf an, welches System im Auto verbaut ist: indirektes oder direktes Reifendruckkontrollsystem. Während indirekte Systeme ohne Sensoren im Rad arbeiten und den Reifendruck über ABS-Daten berechnen, sitzen bei direkten Systemen echte Reifendrucksensoren in jedem Reifen.
Je nach verbautem System hat das konkrete Folgen für den Reifenwechsel:
Fahrzeuge mit indirektem RDKS: Nach dem Reifenwechsel muss das System meist nur per Knopfdruck oder Bordcomputer neu kalibriert werden.
Fahrzeuge mit direktem RDKS:
  • Hier sind RDKS-Sensoren in Sommer- und Winterreifen Pflicht, sonst droht eine Fehlermeldung.
  • Nach dem Wechsel müssen die Sensoren oft neu angelernt werden.
  • Ohne passende Sensoren funktioniert das System nicht korrekt.
Besonders wichtig: Wer zwei Radsätze nutzt, also einen für Sommer- und einen für Winterreifen, benötigt in der Regel für beide einen eigenen Satz Reifendrucksensoren. Diese kosten je nach Modell etwa 30 bis 80 Euro pro Stück, hinzu kommen Einbau- und Anlernkosten. Zudem haben die Sensoren nur eine begrenzte Lebensdauer: Die verbaute Batterie hält meist vier bis sechs Jahre, danach müssen sie komplett ersetzt werden. Ohne Sensoren im zweiten Radsatz funktioniert das RDKS nicht korrekt oder meldet einen Fehler. Der Reifenwechsel kann dadurch schnell bis zu 300 Euro teurer werden.
Reifenwechsel
Direkte RDKS arbeiten mit vier Sensoren an den Ventilen. Der Luftdruck wird per Funk übertragen und im Display exakt angezeigt.
Bild: Werk

So lassen sich beim RDKS Kosten sparen

Ganz vermeiden lassen sich die Zusatzkosten beim direkten RDKS nicht, doch es gibt Möglichkeiten beim Reifenwechsel Geld zu sparen. Wer neue Räder kauft, sollte darauf achten, dass bereits programmierte oder kompatible Universal-RDKS-Sensoren verbaut sind. Diese sind oft deutlich günstiger als Originalsensoren und lassen sich bei vielen Fahrzeugen einfacher anlernen.
Reifenwechsel Sensor
Die direkten RDKS-Sensoren erfordern eine regelmäßige Wartung, dadurch wird der Reifenwechsel teurer.
Bild: Werk
Auch sinnvoll: Beim Wechsel auf einen zweiten Radsatz die Sensoren direkt mit einbauen lassen, statt später nachzurüsten – das spart doppelte Montagekosten. Zudem bieten einige Werkstätten Komplettpreise für Reifenwechsel inklusive RDKS-Anlernen an.
Wichtig zu wissen: Ein einfacher Trick wie das "Deaktivieren" des Systems ist nicht erlaubt. Das RDKS ist gesetzlich vorgeschrieben – ohne funktionierende Sensoren drohen Fehlermeldungen und Probleme bei der Hauptuntersuchung.

Checkliste: Reifenwechsel mit RDKS

Wer Reifen mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) wechselt, sollte vorab diese Punkte klären. So lassen sich Fehlermeldungen, unnötige Kosten und Probleme beim TÜV vermeiden.
Checkliste für den RDKS-Reifenwechsel:
  • Welches RDKS-System hat mein Auto? Zeigt das Auto den Reifendruck für jedes Rad einzeln in bar an, ist ein direktes RDKS verbaut. Gibt es nur eine Warnmeldung ohne genaue Werte, handelt es sich meist um ein indirektes RDKS. Alternativ hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung.
  • Sind im zweiten Radsatz Reifendrucksensoren verbaut? Bei Fahrzeugen mit direktem RDKS müssen Sommer- und Winterreifen jeweils eigene Sensoren haben. Fehlen diese, erscheint nach dem Reifenwechsel sofort eine Warnmeldung im Cockpit.
  • Sind die RDKS-Sensoren kompatibel mit dem Fahrzeug? Nicht jeder Sensor passt zu jedem Auto. Deshalb vor dem Kauf unbedingt prüfen (lassen), ob die Sensoren für das jeweilige Modell freigegeben sind. Reifenhändler und Werkstätten können passende Sensoren schnell identifizieren.
  • Müssen die Sensoren nach dem Reifenwechsel angelernt werden? Manche Systeme erkennen neue Sensoren automatisch, bei anderen ist ein Anlernen per Diagnosegerät nötig. Das verursacht zusätzliche Kosten beim Reifenwechsel mit RDKS.
  • Wie alt sind die Sensoren (Batterie beachten)? Die Batterie hält meist vier bis sechs Jahre, danach müssen die Sensoren komplett ersetzt werden. Ein Austausch wird oft erst beim nächsten Reifenwechsel sichtbar.
  • Funktioniert das RDKS nach dem Reifenwechsel korrekt? Bleibt eine Warnleuchte aktiv, liegt meist ein Problem mit Sensoren oder Anlernen vor.
Reifenwechsel
Bei älteren Autos klappt das Zurücksetzen des RDKS teils noch per Taste. Bei neueren Autos tippt man sich durch den Bordcomputer.
Bild: Toni Bader

Typische Fehler beim RDKS-Reifenwechsel

Diese typischen Fehler beim RDKS-Reifenwechsel führen fast immer zu Problemen:
  • Räder ohne Sensoren montieren
  • Falsche oder nicht kompatible Sensoren verwenden
  • Anlernen vergessen oder falsch durchgeführt
  • Leere Sensor-Batterien zu spät erkennen
In all diesen Fällen erscheint eine dauerhafte Fehlermeldung im Fahrerdisplay/Kombiinstrument.

RDKS anlernen – so klappt es nach dem Reifenwechsel

Nach dem Reifenwechsel ist bei vielen Autos ein weiterer Schritt nötig: das Anlernen der RDKS-Sensoren. Nur so erkennt das Fahrzeug die neuen oder gewechselten Räder korrekt.
Wie aufwendig das ist, hängt vom System und Hersteller ab:
  • Automatisches Anlernen: Einige Fahrzeuge erkennen neue Sensoren selbstständig nach wenigen Kilometern Fahrt.
  • Manuelles Anlernen über das Fahrzeugmenü: Bei indirekten Systemen reicht oft ein Reset im Bordcomputer ("Reifendruck speichern").
  • Anlernen in der Werkstatt: Viele direkte RDKS-Systeme benötigen ein Diagnosegerät, um die Sensoren zu programmieren.
    Dafür fallen meist zusätzliche Kosten von rund 20 bis 50 Euro.

RDKS-Pflicht: Warum das System vorgeschrieben ist

Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ist in der EU seit November 2014 für alle neu zugelassenen Pkw gesetzlich vorgeschrieben. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Unfälle durch falschen Reifendruck zu vermeiden.
Denn: Schon ein zu niedriger Reifendruck kann den Bremsweg verlängern, den Spritverbrauch erhöhen und im schlimmsten Fall zu einem Reifenschaden führen. Das RDKS warnt Fahrer frühzeitig vor Druckverlust – oft noch bevor dieser überhaupt bemerkt wird.
ANZEIGE
Reifen-Finder
In Kooperation mitCheck24 Logo
Reifen

Passende Markenreifen online kaufen & sparen!

RDKS und TÜV: Das gilt bei der Hauptuntersuchung

Ein funktionierendes RDKS ist nicht nur Pflicht, sondern auch relevant für die Hauptuntersuchung (HU).
  • Leuchtet die RDKS-Warnlampe dauerhaft, wird das als Mangel gewertet
  • Je nach Fall kann das sogar zu einer nicht bestandenen HU führen
  • Das gilt vor allem bei Fahrzeugen mit direktem RDKS, bei denen Sensoren fehlen oder defekt sind
  • Wichtig: Das System darf nicht deaktiviert oder manipuliert werden.
Leuchtet die RDKS-Warnleuchte dauerhaft, gilt das als erheblicher Mangel und das Fahrzeug fällt bei der Hauptuntersuchung durch und erhält keine Plakette.
Auto Bild & ebay motors So helfe ich mir selbst
Leuchtet das Warnsymbol im Display dauerhaft auf, gibt es bei der Hauptuntersuchung keine Plakette, auch wenn der Reifendruck tatsächlich stimmt. Gründe: Bei defekten Sensoren (leere Batterie), Systemfehlern oder gar fehlenden Sensoren kann das RDKS-System nicht mehr bei Druckverlust warnen.
Bild: Hersteller