Red Bull schickt Ricciardo auf die Nordschleife
Formel 1 fährt auf der Nürburgring Nordschleife

Mythos Nordschleife: Zehn Jahre nach Michael Schumacher fährt dieses Jahr erstmals wieder ein Formel-1-Auto auf dem legendären alten Nürburgring.
Bild: Red Bull Content Pool
- Frederik Hackbarth
Nun kommt die Formel 1 dieses Jahr doch noch nach Deutschland! Wenn auch nicht für einen Grand Prix und lediglich mit einem Fahrzeug: Weltmeisterteam Red Bull Racing hat angekündigt, im Rahmen des 12h-Rennens am Nürburgring Reservepilot Daniel Ricciardo für einen Demo-Run ins F1-Auto zu setzen.
Dafür geht es allerdings nicht auf die Grand-Prix-Strecke, wo die Königsklasse letztmals im Corona-Jahr 2020 unterwegs war, sondern auf die legendäre Nordschleife!
Wenn Ricciardo, der nach seinem Aus bei McLaren für 2023 auf die Ersatzbank seines Ex-Teams Red Bull zurückgekehrt ist, am 9. September die "Grüne Hölle" in Angriff nimmt, wird es schon über zehn Jahre her sein, dass dort letztmals ein Formel-1-Bolide unterwegs war: Am 20. Mai 2013, gut ein halbes Jahr vor seinem schweren Skiunfall, gab sich Rekordweltmeister Michael Schumacher im Rahmen des 24h-Rennens für eine Demo-Runde mit dem 2011er F1-Mercedes die Ehre.

Mehr eine Genussfahrt: Schumi im F1-Mercedes auf der Nordschleife
Bild: Daimler
Schumi ließ es dabei allerdings eher ruhig angehen, verlangsamte immer wieder für Film- und Fotoaufnahmen und ließ sich von den Zuschauern gebührend abfeiern. Zudem wurde er schon vor dem Zielstrich von weiteren Autos aus dem Hause Daimler für ein gemeinsames Fotofinish abgefangen.
Rekord des Porsche 919 Hybrid Evo nicht in Gefahr
Etwas flotter war 2007 Nick Heidfeld im BMW-Sauber des Vorjahres unterwegs: Der Mönchengladbacher nahm die Sache ernster als Landsmann Schumacher, war mit speziell harten Testreifen, angepasstem Motormapping und vor allem für F1-Verhältnisse extrem hoher Bodenfreiheit, um die vielen Bodenwellen des Rings zu überstehen, aber etwas gehandicapt. Trotzdem bewegte sich Heidfelds Zeit im Rahmen von sechseinhalb Minuten.
Prinzipiell ist klar: Von der Streckencharakteristik kommt die Nordschleife den modernen F1-Autos nicht gerade entgegen. Deutlich passender war da schon der Porsche 919 Hybrid Evo, mit dem Timo Bernhard bei einer bis ins kleinste Detail optimierten Rekordfahrt 2018 in einer Fabelzeit von 5:19,546 Minuten die aktuell gültige Bestmarke auf der Nordschleife aufstellte.
Ein neuer Rekord scheint bei Ricciardos Demo-Run also ausgeschlossen, zumal für den Dauergrinser aus Down Under bei seiner Fahrt auch eher der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen dürfte.

Go Green: Für Grinsebacke Ricciardo geht's in die "Grüne Hölle"
Bild: danielricciardo Instagram
Kurios: Sein Formel-1-Red-Bull wird dabei aus dem gleichen Jahr stammen wie damals Schumachers Mercedes. Red Bull setzt bei Showfahrten zumeist Autos aus der Zeit vor der aktuellen Turbo-Hybrid-Ära ein, in diesem Fall den RB7 von 2011: Ganz einfach, weil der kreischende V8-Motor im Heck deutlich mehr Eindruck macht als das leisere Turbo-Geblubber der neuen Generation.
Den letzten richtigen Grand Prix auf der Nordschleife fuhr die Formel 1 übrigens bereits 1976: Das waghalsige Rennen auf der über 20 Kilometer langen Eifel-Achterbahn endete mit dem schlimmen Feuerunfall von Niki Lauda. Danach kehrte die Königsklasse nie wieder in die "Grüne Hölle" zurück.
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