Reifen sind das A und O für Sicherheit – beim Ziehen des Wohnwagens genauso wie beim Steuern des großen Wohnmobils. Sie halten das hohe Fahrzeuggewicht aus, sorgen für Grip bei Regen und müssen auch lange Standzeiten unbeschadet überstehen. Grund genug, sich die Pneus genauer anzuschauen.

Wohnwagen-Reifen: Schwerstarbeit am Haken

Caravan-Reifen müssen ein hohes Gewicht aushalten. Denn Wohnwagen sind oft echte Brocken. Entscheidend ist hier der Lastindex.
Ein Beispiel: Ein Reifen mit dem Index 102 darf 850 Kilogramm tragen. Auf der Achse sind das 1700 Kilo. Das passt bei vielen Modellen, wird bei vollgepackten Caravans aber schnell knapp. Wer hier spart, riskiert Instabilitäten in Kurven oder sogar Reifenplatzer. Tipp: Beim Kauf immer etwas Reserve nach oben einplanen.
Auch die Profiltiefe ist ein Sicherheitsfaktor. Zwar schreibt der Gesetzgeber 1,6 Millimeter vor, doch schon bei weniger als 4 Millimetern steigt die Aquaplaning-Gefahr enorm.

Wohnmobile: besser mit Camping-Reifen

Bei Reisemobilen sieht die Sache komplexer aus. Kleinere Camper unter 3,5 Tonnen rollen häufig auf normalen Pkw-Reifen. Viele Hersteller rüsten ihre Autos auch mit Transporter-Reifen aus. Doch die sind nicht für lange Standzeiten gemacht – und genau die sind typisch fürs Wohnmobil. UV-Strahlung, Hitze oder Frost setzen dem Gummi zu, es entstehen Risse, und die Lebensdauer sinkt drastisch.
Besser: spezielle Camping-Reifen. Die sind auf seltene Nutzung, lange Pausen und hohe Lasten optimiert. Sie haben robustere Karkassen, widerstehen UV-Strahlung und bleiben länger formstabil. Bei Campern über 3,5 Tonnen sind oft sogar Lkw-Reifen vorgeschrieben.

Kennzahlen richtig lesen

Auf der Reifenflanke stehen Zahlen wie 185/60 R14 102Q. Liste der Reifencodes:
  • 185 = Breite in Millimetern
  • 60 = Flankenhöhe in Prozent
  • R = Radialbauweise
  • 14 = Felgendurchmesser in Zoll
  • 102 = Lastindex (850 Kilogramm pro Reifen)
  • Q = Geschwindigkeitsindex (bis 160 km/h)
Gerade bei Tempo-100-Wohnwagen gilt: mindestens Index L (bis 120 km/h). Außerdem schreibt der Gesetzgeber hier einen Tausch nach sechs Jahren vor – egal, wie das Profil aussieht. Erkennen kann man das Reifenalter an der DOT-Nummer (z. B. 4518 = 45. Kalenderwoche 2018).

Reifendruck: Lebensversicherung auf Achse

Noch wichtiger als die richtige Reifengröße ist der Luftdruck. Denn nicht die Karkasse, sondern die Luft im Reifen trägt die Last. Bei Caravans sind meist Werte über 2,5 Bar nötig, teils über 3 Bar. Zu wenig Druck führt zu instabiler Spur, hohem Verschleiß an den Flanken und schlimmstenfalls zu einem Reifenplatzer. Deshalb gilt: vor jeder längeren Tour prüfen – am besten im kalten Zustand.

Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

Klar, viele Camper sind nur im Sommer unterwegs. Doch wer auch im Winter fährt, sollte unbedingt umrüsten. Zwar gibt es inzwischen Ganzjahresreifen, die als Kompromiss taugen. Aber in Tests sind echte Winterreifen überlegen – beim Bremsen, bei Traktion und Seitenführung. Wer sicher unterwegs sein will, kommt um den saisonalen Wechsel nicht herum.

Einwintern: Reifenschonen leicht gemacht

Wer seinen Camper im Winter abstellt, sollte die Reifen nicht vergessen. Vor dem Abstellen den Druck um 0,2 bis 0,3 bar erhöhen, um Standplatten zu vermeiden. Noch besser: Wagen mit Stützen oder Böcken entlasten oder auf spezielle Keile stellen. Vor der ersten Ausfahrt im Frühjahr den Druck wieder auf die Normwerte absenken – und die Saison kann starten.