Neureifen, die schon Jahre im Lager standen – ist das okay? Oder schon ein Sicherheitsrisiko? AUTO BILD erklärt, worauf Sie achten müssen und was der ADAC empfiehlt.
Gesetzlich ist nur die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum wie bei Lebensmitteln gibt es nicht. Doch Fakt ist: Auch unbenutzte Reifen altern – durch UV-Licht, Temperaturunterschiede und Ozon in der Luft. Gummi wird härter, Grip und Bremswege verschlechtern sich.

So erkennen Sie das wahre Alter von Reifen

Ein Blick auf die Reifenflanke verrät alles. Im sogenannten DOT-Code sind die Produktionswoche und das Jahr eingeprägt. Beispiel: "1024" bedeutet, der Reifen wurde in der 10. Kalenderwoche 2024 gebaut. Steht dort "1020", ist der Reifen schon vier Jahre alt – für den ADAC klar zu viel, um ihn als "neu" zu verkaufen.
Reifenstapel - Reifen
Nicht jeder Neureifen ist wirklich neu.
Bild: DPA
Die Reifenexperten vom ADAC empfehlen: Neureifen sollten höchstens zwei Jahre alt sein. Wer ganz sicher gehen will, sollte das Alter schon beim Kaufvertrag schriftlich festhalten. Denn Tests haben gezeigt: Selbst unbenutzte Reifen verlieren schon nach drei Jahren messbar an Grip, besonders bei Nässe und Schnee.

Verband spricht von bis zu fünf Jahren

Der Bundesverband Reifenhandel (BRV) ist großzügiger: Bis drei Jahre seien Reifen "fabrikneu", bis fünf Jahre "neu". Voraussetzung: Sie wurden fachgerecht gelagert. Nur – als Käufer können Sie das nicht überprüfen.
Für Wohnwagen und Anhänger gilt sogar eine klare Vorschrift: Spätestens nach sechs Jahren müssen die Pneus runter. Für Pkw gibt der ADAC eine Faustregel: Sommerreifen nicht länger als zehn Jahre fahren, Winterreifen besser nach sechs bis acht Jahren austauschen. Denn gerade Winterreifen brauchen weiche Gummimischungen, die über die Jahre stark abbauen.
Beim Reifenkauf gilt: je frischer, desto besser. Zwei Jahre sollten das Maximum sein. Wer ältere Gummis aufzieht, spart vielleicht ein paar Euro – bezahlt aber mit schlechterem Grip und längeren Bremswegen. Und das kann im Ernstfall richtig teuer werden.