Reisemobil Dethleffs Trend I 7057 EBL im Test
Komfort ohne Gewichtssorgen: Dethleffs Trend für 3,5-Tonnen-Fahrer

Die "Trend"-Baureihe gehört zu den gefragtesten Mobilen von Dethleffs. AUTO BILD REISEMOBIL testet das Topmodell Trend I 7057 EBL!
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
So ein Liner ist schon eine feine Sache: jede Menge Platz und Komfort, hohe Sitzposition, gepaart mit diesem tollen Ausblick auf Verkehr und Landschaft durch die gewaltige Panorama-Frontscheibe. Nun gut, neben Preisen im mittleren sechsstelligen Bereich ist oft auch der Führerschein ein Hindernis – insbesondere natürlich für die jüngeren Camper, die nach 1999 die Prüfung absolviert haben und nur 3,5 Tonnen bewegen dürfen
Aber auch ihnen kann geholfen werden. Denn es gibt ein breites Angebot von integrierten Reisemobilen, die ebenfalls komfortabel sind, aber beim Grundpreis noch unter der 100.000-Euro-Schallmauer bleiben. Die Trend-Familie von Dethleffs ist ein gutes Beispiel. Sie besteht – neben teilintegrierten Modellen – aus sechs Integrierten, die zu Preisen ab 88.999 Euro starten. Selbst die teuerste Variante, der von uns getestete I 7057 EBL, wird noch mit einem Basispreis von unter 100.000 Euro angeboten.

Der Trend I EBL hat einen schönen Grundriss, der zum Kuscheln einlädt.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Abgesehen davon sind Vollintegrierte, die notfalls auch für Familien funktionieren, aktuell sehr gefragt. Kein Wunder, bekommt man so doch im Prinzip zwei Fahrzeuge in einem – nämlich ein Panorama-Mobil für zwei komfortverwöhnte oder ein Stauwunder für bis zu vier Camper.
Das ist der Dethleffs Trend I 7057 EBL
Die integrierte Version von Dethleffs' beliebter Trend-Baureihe, hier in der Version als Vierschläfer mit Längseinzelbetten im Heck und großem Hubbett über dem Fahrerhaus. Besonders die Haupt-Schlafgelegenheiten hinten sind sehr bequem. Dafür sorgen 15 Zentimeter dicke EvoPore-Kaltschaummatratzen und Lattenroste. Um die höhergelegten Kojen zu erreichen, erleichtert eine zweistufige Treppe den Aufstieg. Bei Bedarf lässt sich dieser Bereich dank Auszug und Zusatzpolster auch zu einer großen Liegefläche ausbauen. Das kostet allerdings 349 Euro Aufpreis. Mittels Schiebetür lässt sich das Schlafzimmer auch separieren. Viel Stauraum bieten oben umlaufende Fächer und zwei Kleiderschränke jeweils am Fußende der Betten.
Fahrzeugdaten | Dethleffs Trend I 7057 EBL |
|---|---|
Motorisierung | MultiJet 180 |
Leistung | 132 kW (180 PS) bei 3500/min |
Hubraum | 2184 ccm |
Drehmoment | 380 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang manuell/ Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 90 l/Diesel + 19 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 7400/2330/3000 mm |
Radstand/Bereifung | 4035 mm/225/75 R 16 CP 116 R |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 2980/519 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2000/750 kg |
Liegefläche Bug L x B | 1960 x 1500 mm |
Liegefläche Heck L x B | 2070/2110 x 800 mm |
Innenhöhe/-breite max. | 2050/2130 mm |
Kühlschrank/Eisfach | AES, 137/15 l |
Herd | Gas, 2 Flammen |
Bordbatterie | AMG 12 V/95 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 116/90 l |
Gasvorrat/Heizung | 2x 11 kg/Truma Combi 6 |
Grundpreis/Testwagenpreis | 93.999 Euro/107.736 Euro |
Der größte Stauraum liegt freilich darunter – in der sehr geräumigen Garage. Die ist gleich mit zwei großen Klappen, zwei Aluschienen inklusive Verzurrösen am Boden und einer unter der Decke ausgestattet. So lässt sich das sperrige Campingmobiliar klappersicher an der inneren Bordwand fixieren.
In der Fahrzeugmitte ist Platz für das Raumbad, das mit einer separaten Dusche aufwartet. Das Bad ist mit Toilette, festem Waschbecken, verschiebbarem Spiegel, offenen Ablagen und einem geschlossenen Schränkchen unterm Waschbecken klassenüblich ausgerüstet. Praktisch: Handtuchhalter, Toilettenpapier-Abroller, Zahnputzbecher nebst Wandhalterung. Zudem lässt sich die Tür als weitere Abtrennmöglichkeit nach vorn nutzen. Leider lauert dort eine Stufe als Stolperfalle.

Der große Kühlschrank mit doppelt angeschlagener Tür befindet sich gegenüber der Küche.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Im Wohnbereich schließt sich ein kompakter Küchenblock mit Zweiflammenherd, Spüle und offenen Ablagen an. Unter der knappen Arbeitsfläche stecken noch ein Stauschrank sowie drei Schubfächer. Megaviel Platz bietet der mehrfach unterteilte Oberschrank. Der ebenfalls großzügige Kühlschrank (137 Liter, 15 Liter Gefrierfach) befindet sich gegenüber.
Ganz vorn wartet eine luftige und gemütliche Face-to-Face-Sitzgruppe für bis zu sechs Personen, in die sich die drehbaren Pilotsitze integrieren lassen. Die Tischplatte des zentralen Tisches lässt sich zwecks besserem Durchgang von vorn nach hinten halbieren. Sollten mal mehr als zwei Personen mitfahren wollen, lassen sich die Sitzbänke mit wenigen Handgriffen zu Sitzplätzen in Fahrtrichtung und mit Dreipunktgurten umbauen.

Im Heck hält der Trend I eine gemütliche Kuschelecke bereit, die je nach Bedarf aus zwei längs eingebauten Einzelbetten besteht oder aus einer großen Liegefläche (349 Euro Aufpreis).
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ein manuell bedienbares Hubbett bietet eine weitere gemütliche Schlafgelegenheit. Es fällt mit einer Größe von 196 x 150 Zentimetern groß aus und ist mit Tellerfedern ausgerüstet. Da es sich weit nach unten absenken lässt, braucht man zum Einstieg nur eine kurze Leiter – oder man steigt gleich über die rechte Sitzbank hoch.
Das hat der Trend I 7057 EBL
Ein modernes Interieur, eine ordentliche Ausstattung und etliche Individualisierungsmöglichkeiten. Das fängt schon mit dem Aufbau an, bei dem man sich vor Kauf darüber im Klaren sein sollte, ob man ernsthaftes Wintercamping betreiben möchte oder nicht. Denn im Serientrimm kommt der Trend I mit doch recht konventionellem Wandaufbau daher: EPS als Isolationsmaterial und mit Holz verstärkt. Der Boden kommt mit PU-Leisten statt Holzeinlagen und mit einer GFK-Platte als Abschluss nach außen. Das Winterkomfort-Paket inkludiert nicht nur XPS-Isolierung rundum, sondern unter anderem auch die Isolierung von Unterflurleitungen und des Wassertanks.
Den Wohnraum betritt man durch eine breite Aufbautür (70 Zentimeter) mit Fenster, die auch in die Fahrzeug-Zentralverriegelung eingebunden werden kann. Das findet sich im Active-Paket für 3000 Euro, das auch gleich das Verdunkelungsrollo für die Aufbautür sowie indirekte Ambientebeleuchtung über den Dachstauschränken, an Wandflächen und im Bad mit beleuchteter Duschtasse beinhaltet.

Die große Heckgarage kommt mit Licht, Steckdose, drei Verzurrschienen sowie zwei Serviceklappen mit Einhandbedienung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Und das ist empfehlenswert, denn gerade die indirekte Beleuchtung sorgt abends für die gemütliche Atmosphäre im Mobil – und harmoniert dabei gut mit der eher gedeckten Einrichtung, in der dunkelgraue Oberflächen (ungewöhnlicherweise auch an der Decke), gemixt mit hellgrauer Filzoptik, sowie Möbelklappen und Fußboden in Holzoptik dominieren.
Im Testwagen wurde dieser Look mit der Textilleder-Wohnwelt Heron aufgepeppt, die ebenfalls Bestandteil des Active-Paketes ist. Ebenso enthalten sind u. a. noch: Vorbereitung Radiosystem inklusive Soundpaket im Fahrerhaus, DAB+-Antenne auf dem Dach, Bettumbau von Einzelbetten zum Doppelbett, Außendesign GT (Heckleuchtenträger mit schwarzem Diffusor, erweiterte Außenbeklebung, Skidplatte rot), integrierte Einlinsen-Rückfahrkamera, Duschrost, Fenster im Bad, Naviceiver sowie Vorbereitungen für Sat-Anlage, Dachklimaanlage und Solar. Das lohnt sich noch mehr als das ähnliche, im Testwagen verbaute Family-Paket für 2499 Euro, dem zum Beispiel Naviceiver, Rückfahrkamera, Fenster im Bad, die Wohnwelt Heron und das GT-Außendesign fehlen.
So fährt der Liner
Wenn man sich erst einmal an die Dimensionen gewöhnt hat, lässt sich das 7,40-Meter lange und 2,33 Meter breite Reisemobil locker durch den Verkehr lenken. Die Geräuschentwicklung ist naturgemäß etwas höher als in einem Teilintegrierten, schließlich bietet die integrierte Bauform zum Beispiel dem Motor mehr Resonanzraum. Vor allem der kräftige 2,2-Liter-Diesel ist daher doch recht deutlich zu hören.

Das Cockpit gibt sich übersichtlich und aufgeräumt, ins seitliche Staufach rechts passen nicht nur die Warnwesten.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Im Testwagen war statt der 140-PS-Serienmotorisierung die Top-Motorisierung mit 180 PS verbaut. Die steht dem 3,5-Tonner sehr gut – nicht, weil man damit schneller fährt, sondern überlegener und ruhiger. Sie schlägt mit 3399 Euro zu Buche. Insgesamt gibt es wenig Störgeräusche aus dem Aufbau. Etwas nervig sind die störrischen Sonnenblenden, die man während der Fahrt nicht gut erreichen kann und die nicht immer in der gewünschten Stellung verharren.
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