Renault Captur: TÜV-Report 2026
Mit diesem Problem kämpft der gebrauchte Captur

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Schick, dieses wendige Klein-SUV aus Frankreich. Design und Technik brachten dem Renault Captur großen Erfolg bei der älteren Kundschaft – die späten Ärger erwarten muss.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Renault Captur verbindet die Wendigkeit eines Stadtautos mit dem robusten Look eines SUV. Seit 2013 überzeugt er mit modernem Design und variablen Innenraumlösungen, gilt als pflegeleicht sowie langlebig. Kleinere Schwächen gibt es, doch insgesamt zeigt er sich erfreulich zuverlässig.
Renault Captur 2
- Bauzeit: 2019 bis heute
- Motoren: 91 PS (90 TCe) bis 158 PS (TCe 160, Plug-in 160)
- Preis: ab 10.500 Euro
Das ist er: Dem erfolgreichen Vorgänger sehr ähnlich, jedoch auf einer neuen Plattform (wie Nissan Juke und Mitsubishi ASX). Bei nun 4,24 Meter Länge bietet der Franzose mehr Platz und mehr Kofferraum (422 bis 1275 Liter), wobei die praktische Schiebe-Rückbank erhalten blieb.

Der Kofferraum des Captur 2 fasst 422 bis 1275 Liter.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das kann er: Gelassen machen, weil das kompakte SUV viele Jobs ordentlich erledigt: wendig und übersichtlich in der Stadt, komfortabel mit seinem kommoden Fahrwerk, sparsam genug dank Frontantrieb und nur rund 1,3 Tonnen Gewicht (reine Verbrenner). Neben Benzinern (91 bis 155 PS) gab es anfangs einen Diesel (115 PS) – der entfiel 2020 zugunsten eines Plug-in- und später eines Vollhybriden (143 und 158 PS).
Das macht Ärger: Bei den Hybriden sorgt das teils ruppig schaltende Multimode-Getriebe für Frust. Auch Versionen mit EDC-Doppelkupplungsgetriebe zeigen Schaltpatzer; im AUTO BILD-Dauertest gab es für einen Captur TCe 130 Intens die Note 3+. Schnell nervte das Infotainment mit Fehlfunktionen, später ein ruppiges EDC. Beim Zerlegen fanden sich Schleifspuren durch Schmutz am Turbolader und in einem Zylinder. Ein Rückruf betraf ein Software-Update für den Hybrid, um einen drohenden Antriebsverlust zu verhindern.
Renault Captur 1
- Bauzeit: 2013 bis 2019
- Motoren: 90 PS (TCe 90/dCi 90) bis 150 PS (TCe 150)
- Preis: ab 7000 Euro
Das ist er: Das erste kleine SUV von Renault, ein Hochsitz auf französische Art: komfortabel und variabel dank verschiebbarer Rückbank. Mit dem beliebten Zweifarbenlack wirkt der Crossover auch heute noch frisch. Unterm Blech steckt Technik vom Kleinwagen Clio; mit dem Facelift 2017 verbesserte Renault die zuvor kritisierte Qualität und Verarbeitung des Interieurs.

Mit der Zweifarblackierung wirkt der Captur 1 auch heute noch modern.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Beweisen, dass auch auf Kleinwagenlänge (4,12 Meter) Platz herrschen kann wie in einem Kompakten. 377 bis 1235 Liter Kofferraumvolumen schlucken was weg. Das kann auch das sanft abgestimmte Fahrwerk, das gut mit ausreichend temperamentvollen Motoren harmoniert. Angefangen beim Basis-Dreizylinder haben alle Turbolader, als Extra war ein Doppelkupplungsgetriebe zu bekommen.
Das macht Ärger: Elektronik, das maue Infotainmentsystem, Korrosion sowie die anfangs mäßige Verarbeitungsqualität (wurde ab 2017 besser). Die unpraktische Schlüsselkarte ist für Macken bekannt. Rückrufe betrafen Bremsschläuche und brüchige Radnaben sowie Löcher im Kat-Gehäuse.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Schon ab einem Alter von vier bis fünf Jahren zeigen die Achsaufhängungen vermehrt ausgeschlagene Trag-/Führungsgelenke, im Alter von 10 bis 11 Jahren dann doppelt so oft wie im Durchschnitt. Federn und Dämpfer halten besser durch. In puncto Lenkanlage ist nur die zweite Generation leicht auffällig. Kritisch: Ab dem vierten HU-Termin gibt es immer mehr Rost, vor allem am Hilfsrahmen.
Licht
Abblendlicht und Blinker sind durchgehend kein Problem, die Werte liegen im Schnitt. Beim ersten Captur fällt die vordere Beleuchtung auf, die Rückleuchten werden noch häufiger bemängelt.
Bremsen
Ein durchschnittliches Kapitel für beide Generationen. Leitungen und Schläuche sind robust. Auch die Bremsscheiben geben eher selten Anlass für Tadel. Problematischer sieht es mit der Feststellbremse aus, immerhin liegen die Werte noch im Klassenmittel. Anders die Fußbremse, welche ab der dritten HU und dann noch mehr im Alter schwächelt.
Umwelt
Sieht gut aus, denn die Antriebe sind dicht und die Abgasanlagen haltbar. Auch das Motormanagement macht wenig Zicken.
Renault Captur: Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 90,8 (Ø 89,4) | 4,8 (Ø 4,0) | 4,3 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 86,0 (Ø 84,7) | 6,6 (Ø 5,3) | 7,4 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 82,7 (Ø 78,8) | 7,4 (Ø 7,6) | 9,9 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 75,5 (Ø 71,7) | 8,2 (Ø 10,0) | 16,2 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 69,0 (Ø 64,7) | 8,6 (Ø 12,4) | 22,4 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
Fazit
Der Captur wird gern von älteren Semestern gefahren, die ihr Auto schonen und Laufleistungen erzielen, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Trotzdem erfreulich, dass der Franzose durchweg seltener die HU mit erheblichen Mängeln abschließt. Die Schwächen liegen in den Achsaufhängungen und beim Licht, zudem verdient Rost ein wachsames Auge. Der sollte doch längst ausgerottet sein!
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