Renault Espace dCi 200 im Test

Renault Espace dCi 200: Test

Der neue Diesel tut dem Espace gut

Großer Diesel, großes Auto. Der Renault Espace dCi 200 ist ein Auto mit vielen Talenten. Warum droht dem Van dann ein stilles Aus?
Die Autowelt ist hart. Was sich nicht durchsetzt, muss gehen. Auf der Liste der aussterbenden Arten steht der Van ganz oben. Dieser luftige, nützliche Freund der Familie war vor 20 Jahren noch weitverbreitet, bei uns gerne der französische Renault Espace. Diesen rollenden Glaskasten päppelte Renault mutig zum Luxusmobil auf, zum Lifestyle-Gefährt aller hippen Väter. Bis das SUV kam. Heute zählt der Espace, neben VW Sharan und Ford S-Max, zu den letzten seiner Art.

Mit dem Diesel kommt Souveränität und Ruhe in den Espace

Wunderbar entkoppelt: Vom Selbstzünder im Bug hört man nichts, man spürt nur seine Kraft.

Die fünfte Generation trägt die Blechnase nicht mehr so tief wie ein ICE, sondern hoch wie ein SUV und macht rundum auf rustikal. Gerade hat Renault ihm wieder das Herz eingesetzt, das am besten zu dieser Autogattung passt: einen großen, starken Diesel, der komfortables Reisen zum Eco-Tarif ermöglicht. Ein Motor, als sei der Espace neu geboren. Der 2,0-Liter-dCi bringt mit, was ein Van dringend braucht, um seine Wirkung zu entfalten: Ruhe. Die Souveränität aus dem vollen Hubraum. Der Vierzylinder ist akustisch gar nicht da, und wenn, dann weit weg. So verstärkt der Antrieb das wichtigste Lebensgefühl an Bord: Du bist entrückt, nicht mehr auf dieser Welt. Der Espace entfernt dich von der Straße, genau andersherum als ein Fahrerauto: Lenkung, Dynamik, Kurven, all dieser Hektikerkram, schrumpfen zur Nebensache.

Das Doppelkupplungsgetriebe passt super zum Motor

Tolles Antriebsduo: Das Doppelkupplungsgetriebe ist der perfekte Partner für den Zweiliter-Diesel.

Leistung gibt es im Topmodell genug. 200 PS reichen für angemessene Beschleunigung (9,2 Sekunden bis 100 km/h) und berechtigtes Einnehmen der linken Autobahnspur. Dort ist sein natürliches Revier. Auch wenn es ab Tempo 170 zäher vorangeht, weil sich dann doch eine 1855 Kilo schwere Schrankwand durch die Luft schiebt. Auch das hat der Espace mit einem SUV gemeinsam. Viel wichtiger ist, dass der Diesel mit büffeligen 400 Nm Drehmoment hervorragend mit dem Doppelkupplungsgetriebe harmoniert. Sanft fließen die Gänge hinein, da kommt keine Hektik auf. Auch im Stadtverkehr schaltet das Sechsganggetriebe souveräner als die Siebengang-Aggregate bei Renault, die kleinere Motoren (bis 300 Nm) verwalten. Man spürt's. Genießen wir also den Luxus an Bord: die tolle Sicht nach schräg vorne, weil keine dicke Dachsäule im Blick steht, sondern nur zwei dünne Holme.
Oder die fetten Lounge-Sessel, die im "Initiale Paris" mehrfarbiges Leder tragen. Und schließlich den fürstlichen Fond, wo selbst Basketballer die Beine ausstrecken können. In den Kofferraum des Espace würde sogar deren Mannschaftsgepäck passen – 680 bis 2101 Liter packt kein Kombi und erst recht kein SUV. Der Espace ist quasi im Nebenberuf auch noch Lademeister.
Das Fazit von Joachim Staat: "Vergesst nicht den Espace! Die geräumige, modische Alternative zum SUV verwöhnt auf individuelle Art. Der neue Diesel tut gut, es fehlt ein moderneres Infotainment. Oder hat Renault den ehemaligen Trendsetter vergessen?" AUTO BILD-Testnote: 2-. Weitere Details zum Renault Espace dCi 200 gibt es in der Bildergalerie.

Renault Espace dCi 200 im Test

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Autor: Joachim Staat

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