Renault Mégane gebraucht: TÜV-Report 2026
Beim TÜV bekommt der Mégane Stress

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Rot sehen die Prüfer bei den Mängeln des Renault Mégane. Schade, sprechen doch Motorenvielfalt und Funktionalität für ihn. Zwei Generationen im TÜV-Check.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Renault Mégane ist ein kompakter Allrounder mit französischem Design, ordentlichem Fahrkomfort und vielseitigen Modellvarianten – von Limousine bis Sportversion. Beim TÜV-Check zeigt sich allerdings: Nicht jeder Mégane kommt so souverän durch wie der Durchschnitt. Hier kommt der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
Renault Mégane IV
- Bauzeit: 2016 bis 2024
- Motoren: 90 PS (dCi 90) bis 300 PS (R.S. Trophy)
- Preis: ab 6750 Euro
Das ist er: Ein Kompakter mit eleganter Linie. Die Motoren punkten mit Sparsamkeit, das Fahrwerk ist ausgewogen. In der R.S.-Version gibt er den superpotenten Sportler. Die Technik teilt er sich mit dem Nissan Pulsar. Angeboten als Fünftürer und geräumiger Kombi Grandtour. Sowohl vom Coupé als auch vom Cabrio verabschiedete sich Renault, die Stufenheckversion war hierzulande nicht zu haben.

Den Dauertest von AUTO BILD schloss der Mégane IV mit der Gesamtnote 2 ab.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das kann er: Familien elegant im Alltag und auf Reisen begleiten. Die fünftürige Kompaktlimousine bietet ausreichend Platz, während der Kombi Grandtour ein richtiger Lademeister ist. Das Bedienkonzept mit Touchscreen ist teilweise unlogisch aufgebaut. Die vielen Benzinmotoren leisten von 100 bis zu 300 PS in besagtem R.S. Die sparsamen Diesel (alle mindestens Euro 6b) liefern 90 bis 165 PS.
Das macht Ärger: Nervige Bedienung des R-Link-Systems, ansonsten holte ein Mégane im AUTO BILD-Dauertest die respektable Note 2. Jedoch war ein Tausch der Koppelstangen nötig. Rückrufe erfolgten aufgrund einer falschen Batterieverkabelung, wegen Brandgefahr durch fehlerhafte Bauteile an der Motorkühlung, Metallpartikeln im Öldruckregelmagnetventil, beschädigter Kraftstoffleitungen sowie zuletzt falsch angezogener Radbefestigungsschrauben.
Renault Mégane III
- Bauzeit: 2008 bis 2016
- Motoren: 90 PS (1.5 dCi) bis 273 PS (R.S. TCe 275)
- Preis: ab 1600 Euro
Das ist er: Einer mit vielen Gesichtern. In dritter Generation als Fünftürer, Cabrio, Coupé, Kombi und als R.S.-Sportler mit bis zu 273 PS im Angebot. Wer die Stufenheckkarosserie bevorzugt: Ab 2010 gab’s unter dem Namen Fluence die klassische Limousinenform.

Der Mégane III kam als Fünftürer, Cabriolet, Coupé, Kombi und R.S.-Sportversion.
Bild: Roman Raetzke
Das kann er: Ordentlich Stauraum in allen Karosserievarianten bieten. Handling und Komfort passen insgesamt, wobei das Fahrwerk die Insassen manchmal zu gut über die Qualität des Straßenbelags informiert. Obwohl der Mégane III mit seinen mindestens 4,30 Meter Länge seinerzeit kein kompakter Kompakter war, fällt das Platzangebot mäßig aus. Nur im Kombi sitzt man auch hinten bequem.
Das macht Ärger: In der ADAC-Pannenstatistik u. a. Kühl-/Heizungsschlauch und Anlasser; Ausfall von Klimaanlage und Zentralverriegelung durch anfällige Elektronik. Diverse Rückrufe betrafen u. a. eine fehlerhafte Schweißnaht am Bremspedal, nicht auslösende Airbags, Probleme mit dem Kabelbaum der elektrischen Servolenkung, nachlassende Bremskraft, fehlende Isofix-Ösen sowie nicht korrekt festgezogene Radbolzen.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Die Achsaufhängungen beider Generationen aller Jahrgänge landen überdurchschnittlich oft auf der Mängelliste, die Federn/Dämpfer und Lenkgelenke des Mégane III ebenfalls. Die Lenkanlage des Nachfolgers fällt vermehrt negativ auf. Rost kann bei beiden Typen ein Thema sein.
Licht
Beide Generationen präsentieren über die Maßen Mängel an Abblend- und Rücklicht. Scheinwerfer sind bestenfalls Durchschnitt. Am solidesten sind die Blinker.
Bremsen
Kritik an der Fußbremsfunktion liegt nur bei den Elfjährigen unter dem Schnitt, die Mängelquote der Zwei- bis Dreijährigen ist achtmal höher. Auch Probleme mit der Feststellbremse machen einigen Jahrgängen zu schaffen. Während sich Leitungen und Schläuche als überwiegend solide erweisen, zeigen die Scheiben aller Jahrgänge überproportional viel Verschleiß.
Umwelt
Erfreulich: Zwar kommt Ölverlust bei beiden Baureihen vor, aber die Quote bleibt durchweg unterhalb des Durchschnitts. Rostige Abgasanlagen werden vermehrt dem jüngeren Mégane IV attestiert. Die AU verpatzen dieser sowie sein Vorgänger ebenfalls überproportional.
Renault Mégane: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 82,1 (Ø 89,4) | 6,1 (Ø 4,0) | 11,8 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 80,7 (Ø 84,7) | 8,2 (Ø 5,3) | 11,2 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 75,6 (Ø 78,8) | 8,6 (Ø 7,6) | 15,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 69,0 (Ø 71,7) | 11,2 (Ø 10,0) | 19,9 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 55,0 (Ø 64,7) | 13,3 (Ø 12,4) | 31,7 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 47,8 (Ø 56,0) | 14,9 (Ø 15,5) | 37,4 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Der französische Golf-Gegner ist eine elegante Erscheinung – und dabei doch mehr Schein als Sein. Die Zahl mängelfreier Exemplare liegt bei beiden Generationen unter dem Durchschnitt. Zu viele Problemzonen zählt der Kompaktwagen, dazu gehören ausgeschlagene Lagerungen der Koppelstangen an den Achsaufhängungen, Bremsen und Licht. Beim Mégane III kommen noch gebrochene Federn und undichte Schwingungsdämpfer sowie ausgeschlagene Spurstangenköpfe hinzu.
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