Renault Scénic: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Gebrauchter Scénic: vier gewinnt – ein bisschen

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Fortschritt auf Französisch: Generation vier des Kompaktvans ist gut anzusehen und zuverlässiger als der Vorgänger. Zur Perfektion fehlt aber noch ein gutes Stück. Hier kommt der Überblick aus dem TÜV-Report 2025
Bild: Toni Bader
Der Renault Scénic punktet mit Platz und Alltagstauglichkeit. Beim TÜV zeigt er aber je nach Generation Licht und Schatten – vor allem die Beleuchtung bleibt ein Dauerthema. Zwei Generationen im Check.
Renault Scénic IV
- Bauzeit: 2016 bis 2023
- Motoren: 110 PS (dCi 110) bis 163 PS (TCe 160)
- Preis: ab 9500 Euro
Das ist er: Mit Schwung verfeinert und optisch unverkennbar. Platzangebot und Variabilität bleiben seine Stärken. Überall Ablagen, sogar im Wagenboden, sorgen für innere Ordnung. Renault konnte die Verarbeitung verbessern; schlechter dagegen ist die Übersicht, was dem modernen Design geschuldet ist – Rückfahrkamera eindeutig empfohlen. Die 20-Zoll-Räder sollen besonders leicht rollen, poltern aber. Eine dritte Sitzreihe bringt der 23 Zentimeter längere Grand Scénic mit. 2022 verkündete Renault den Produktionsstopp des Fünfsitzers, der siebensitzige Grand Scénic blieb noch eine Weile im Programm.

Flotte Kurven sind nichts für den Scénic. Dafür ist die Lenkung zu gefühllos.
Bild: Renault
Das kann er: Zur entspannten Fahrt einladen, die auch länger dauern darf. Flotte Kurven sind nicht drin, die Lenkung ist dafür zu gefühllos. Unter der Haube steckt häufig der TCE 140 (Benziner) – ein guter Kompromiss aus Leistung und Effizienz. Kraftübertragung über eine manuelle Sechsgangschaltung oder Sechs- und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DKG).
Das macht Ärger: Ruckelig anfahrende DKG, Abstürze und verwirrende Navi-Angaben des Infotainments, polternde Fahrwerke wegen verschlissener Koppelstangen. Rückrufe betrafen fehlerhafte Bauteile der Motorkühlung, Kraftstoffaustritt und falsche NOx-Sensoren.
Renault Scénic III
- Bauzeit: 2009 bis 2016
- Motoren: 85 PS (1.5 dCi) bis 160 PS (2.0 dCi)
- Preis: ab 3300 Euro
Das ist er: Die französische Interpretation eines ansehnlichen Raumwunders in der kompakten 4,30-Meter-Klasse. Neben dem Fünftürer stand mit der dritten Generation der 22 Zentimeter längere siebensitzige Grand Scénic zur Wahl. Dessen Kofferraum fasst bis zu 2083 Liter (Fünfsitzer: 1870 Liter). Facelifts 2012 und 2013 brachten unter anderem neue Motoren, mehr Assistenten und die Offroad-Variante Xmod.

Selbst im Fond des Scénic III ist die Bewegungsfreiheit hervorragend.
Bild: Krieger
Das kann er: Eine Familie mit viel Raum innen und geringem Platzbedarf außen voranbringen. Selbst hinten ist die Bewegungsfreiheit hervorragend. Die Federung geriet eher weich, die Lenkung schwammig. Nicht so gut: die durstigen und schwächlichen Saugbenziner; die sparsamen Diesel passen besser. 2012 folgte der agile und sparsame Turbobenziner 1.2 TCe.
Das macht Ärger: Defekte Fensterheber und Zicken der Zentralverriegelung. Den AUTO BILD-Dauertest absolvierte der Scénic 2013 mit der Note 2-. Rückrufe wegen reißender Schweißnähte am Bremspedal, weicher Beifahrersitzgestelle, des Bremskraftverstärkers sowie der Vordersitz-Gleitschienen.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Die Achsaufhängungen fallen ab dem ersten TÜV-Termin negativ auf. Defekte Federn und Dämpfer sind eine Schwachstelle des Scénic III, eine weitere defekte Lenkgelenke. Die Antriebswellen sind hingegen durchweg solide.
Licht
Die vordere Beleuchtung beider Baureihen ist zu häufig mangelhaft, das Abblendlicht insgesamt Mittelmaß. Das trifft auch auf Blinker und die hintere Beleuchtung des Scénic IV zu, während sich sein Vorgänger hier insgesamt problematischer darstellt.
Bremsen
Eine insgesamt intakte Fuß- und Feststellbremse haben beide Generationen. Die Bremsschläuche sind gänzlich unauffällig, die Leitungen allenfalls an älteren Scénic III nicht. Er verschleißt auch die Scheiben stärker als sein Nachfolger.
Umwelt
Mit Ölleckagen hat der Scénic in der Regel keine Probleme. Mit der AU hadern relativ gesehen vor allem die 5- bis 11-Jährigen. Die Abgasanlagen sind sehr haltbar.
Renault Scénic: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 89,4 (Ø 90,1) | 4,7 (Ø 3,5) | 5,9 (Ø 6,4) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 85,0 (Ø 85,9) | 5,8 (Ø 5,0) | 9,2 (Ø 9,1) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 81,6 (Ø 79,1) | 6,8 (Ø 7,3) | 11,6 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 65,3 (Ø 72,4) | 12,2 (Ø 9,7) | 22,5 (Ø 17,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 61,4 (Ø 64,8) | 11,7 (Ø 12,2) | 26,9 (Ø 23,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 54,8 (Ø 56,4) | 13,0 (Ø 15,4) | 32,2 (Ø 28,1) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Der kompakte Franzose bringt ein vielfältiges Spiel von Licht und Schatten mit. Generation drei hat insbesondere mit Schäden an den Achsaufhängungen und ausgeschlagenen Lenkgelenken zu kämpfen. Hinzu kommen frühzeitig verschleißende Bremsscheiben. Das kann teuer werden. Der Nachfolger macht's besser. In Sachen Beleuchtung glänzt keine der Baureihen.
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