Renault Twingo gebraucht: TÜV-Report 2026
Beim TÜV zeigt der Twingo seine Macken

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Der Twingo, wie wir ihn kannten, ist als Neuwagen Geschichte. Die als Gebrauchter geht weiter, doch das TÜV-Kapitel ist für den kleinen Verführer keine leichte Kost. Zwei Generationen im Check!
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Der Renault Twingo ist klein, niedlich und wendig. Beim TÜV zeigt er jedoch auch Ecken und Kanten: Frühere Modelle machten öfter Zicken bei Federn, Bremsen und Lenkgelenken. Der aktuelle Twingo ist zuverlässiger, doch ganz makellos ist auch er nicht. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Renault Twingo 3
- Bauzeit: 2014 bis 2024
- Motoren: 65 PS (1.0 SCe) bis 109 PS (TCe 110 GT)
- Gebrauchtpreis: ab 4000 Euro
Das ist er: Ein putziges Stadtauto, dem Renault wieder den Charme des Ur-Twingo eingehaucht hat. Der Motor treibt nun die Hinterräder an. Neu ist auch das weitere Paar Türen, denn der Renault teilt sich die Grundkonstruktion mit dem Smart forfour (W453). Daher kommen der faszinierend kleine Wendekreis von nur 8,65 Metern, aber auch die weniger faszinierenden Fahrgeräusche sowie die mitunter heikle Windanfälligkeit.

Parkwunder oder Kleintransporter? Der praktische Renault Twingo kann beides sein.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Das kann er: Als Parkwunder, Sparbüchse oder Mikrotransporter fungieren. Der bis auf 890 Liter erweiterbare Kofferraum kann auch kleinere Umzüge. Mit dem kleinen 1,0-Liter-Sauger und 71 PS ist der Twingo günstig, aber spaßbefreit unterwegs. Fast schon sportlich und mit entsprechender Freude lässt sich der Franzosen-Zwerg mit dem 0,9-Liter-Turbo (109 PS) bewegen. Gegen Ende der Produktion kam sogar noch ein E-Antrieb mit 60 kW (82 PS) ins Programm.
Das macht Ärger: Turbolader, die zu viel Kurzstrecke mit Defekten quittieren können. Gut: Im AUTO BILD-Dauertest erreichte ein Twingo TCe 90 die Note 2. Rückrufe gab es unter anderem wegen fehlerhafter Automatikgetriebesteuerung (2016), eines schwachen vorderen Achsträgers (2017) und Motorhaubenteilen, die auf die Straße fliegen konnten (2019).
Renault Twingo 2
- Bauzeit: 2007 bis 2014
- Motoren: 58 PS (1.2) bis 133 PS (1.6 16V)
- Gebrauchtpreis: ab 1000 Euro
Das ist er: Zunächst weniger niedlich als die erste Serie – so ganz ohne Kulleraugen. Auch innen eher farb- und reizarm. Dafür mit mehr Platz, sogar optional verschiebbaren Einzelsitzen im Fond. Serienmäßige E-Fensterheber und eine Funkfernbedienung sorgten für einen Hauch Kleinwagenluxus. Das Facelift 2012 brachte die freundliche Front und etwas Charme zurück.

Die zweite Twingo-Generation fährt sich deutlich erwachsener als der Ur-Twingo.
Bild: Krieger
Das kann er: Sicherer als der Vorgänger sein. ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung ist Serie, ebenso ein Bremsassistent, zwei Frontairbags, Seitenaufprallschutz und Gurtstraffer. Die zweite Generation fährt sich besser, Ausnahme ist der veraltete Basisbenziner mit 58 PS. Der 1.2 16V marschiert flott, spätere Sportversionen schafften mit 133 PS den Sprint auf 100 km/h gar in unter neun Sekunden.
Das macht Ärger: Die vielen nicht gut gewarteten Exemplare. Zudem sind vom Diesel Turboladerschäden und defekte Hochdruckpumpen bekannt, der ADAC meldete diverse Drosselklappenprobleme. Rückrufe betrafen 2009 gebrochene Federn in der Sitzschiene und schlechte Fahrersitzverriegelungen, 2010 fehlerhafte Ventilkeile.
Renault Twingo: Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 87,6 (Ø 89,4) | 5,7 (Ø 4,0) | 6,7 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 81,8 (Ø 84,7) | 7,3 (Ø 5,3) | 10,9 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 74,9 (Ø 78,8) | 8,9 (Ø 7,6) | 16,3 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 67,9 (Ø 71,7) | 9,8 (Ø 10,0) | 22,3 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 52,1 (Ø 64,7) | 15,7 (Ø 12,4) | 32,1 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 45,0 (Ø 56,0) | 14,8 (Ø 15,5) | 40,0 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Bereits nach vier Jahren geben die Achsaufhängungen übermäßig häufig den Geist auf, beim IIIer liegt es vorrangig am ausgeschlagenen Trag-/Führungsgelenk, beim IIer am ausgeschlagenen Federbein-/Domlager. Ansonsten gibt sich der Twingo III recht stabil. Sein Vorgänger hat dagegen überdurchschnittlich viele gebrochene Federn, dazu ausgeschlagene Spurstangenköpfe an den Lenkgelenken und leichten Fettverlust an der Staubmanschette am Achsantrieb. Immerhin: Die Lenkanlage beider Typen ist langlebig.
Licht
Können diese Augen leuchten? Ja, aber nicht immer oder nicht immer in die richtige Richtung. Das Abblendlicht beider Modelle ist zu oft verstellt, auch Rückleuchten und Blinker sind nicht sonderlich zuverlässig. Das Licht vorn ist insgesamt okay.
Bremse
Frühzeitig verschlissene Bremsscheiben kommen eher am jüngeren Twingo III vor, dafür sind an Serie II sowohl die Fußbremse als auch marode Bremsleitungen deutlich öfter als im Schnitt ein Grund für eine verhauene HU. Solide: die Feststellbremse.
Umwelt
Öl verlieren beide Generationen zu oft, undichte Abgasanlagen und vergeigte AUs sind eher ein Problem der dritten Auflage.
Fazit
So sympathisch der Twingo auch auftritt, ein Kauf sollte gut überlegt sein. Die Mängelquoten von Generation II liegen – mit Ausnahme des Umweltkapitels – im roten Bereich. Der Typ III kann einiges besser, fällt aber ebenfalls in allen Altersklassen häufiger bei der HU durch als das Durchschnittsauto. Da hilft am ehesten ein top gewarteter Gebrauchter – und dann noch etwas Glück.
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