Die Zahl ist durchaus beeindruckend: Wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) verrät, geben die deutschen Autofahrer im Durchschnitt bis zu 440 Euro im Jahr für Reparaturen und Wartung ihres Autos aus. Das könnte deutlich weniger sein, denn oft werden in den Werkstätten Teile komplett ausgetauscht, obwohl sie auch repariert werden könnten.
Das macht teilweise einen enormen Unterschied, wie die Allianz vorrechnet. Die Reparatur einer Windschutzscheibe eines VW ID.3 kostet bis zu 1200 Euro weniger. Bei einem Scheinwerfer sind es bis zu 1000 Euro. Bei der Seitenwand eines Ford Fiesta reduzieren sich die Kosten gar um circa 1700 Euro.

Kritik an Regelungen

Verrückt: Während die Reparatur eines Scheinwerfergehäuses in Deutschland erlaubt ist, wird die Instandsetzung der Scheinwerferverglasung nicht zugelassen.
"Dies ist insofern nicht verständlich, da dieses Verfahren in anderen europäischen Ländern zulässig ist und zudem von einer Reihe von Fahrzeugherstellern freigegeben ist", sagte Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer der AZT Automotive GmbH. "Hier sollte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr die aktuelle Regelung prüfen und den Weg für eine fachgerechte Instandsetzung durch die Werkstätten freimachen."
Wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) verrät, geben die deutschen Autofahrer im Durchschnitt bis zu 440 Euro im Jahr für Reparaturen und Wartung ihres Autos aus. 
Bild: Getty

Es gibt neben den Kosten noch einen weiteren, wichtigen Grund, Teile zu reparieren, anstatt sie sofort immer auszutauschen: Es ist deutlich umweltfreundlicher.
"Würde man in Deutschland die Reparaturquote nur um 2 Prozentpunkte erhöhen, ließen sich rund 5000 Tonnen CO2 einsparen, das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von 860 Haushalten", sagte Lauterwasser.

Deutlich umweltfreundlicher

Zieht man die erwähnten Beispiele heran, werden bei der Reparatur des Scheinwerfers gegenüber dem Einbau eines Neuteils 98 Prozent der CO2-Emissionen eingespart. Bei der Windschutzscheibe eines VW ID.3 werden im Vergleich zum Ersatz 99 Prozent der CO2-Emissionen eingespart, bei der Seitenwand des Fiesta verringert sich der CO2-Verbrauch um 60 Prozent.
Autofahrer haben aber Möglichkeiten, wie die Experten vom Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. betonen. So kann man sich auch auf dem freien Markt über Autoteile informieren und die Werkstätten darauf ansprechen, ebenso wie auf eine Reparatur anstelle eines Austausches. Zulieferer-Teile sind zudem nicht schlechter als Zubehör der Autobauer, dafür aber oft günstiger.
Außerdem sind freie Werkstätten oft günstiger als herstellergebundene. Die Befürchtung vieler Autofahrer, dass sie Probleme mit der Gewährleistung bekommen, ist unbegründet, denn im Gewährleistungsfall zählt, wer das Problem verursacht hat. Auch Neuwagengarantien werden nicht negativ beeinflusst.