Rhön Camp Ultimate: Fahrbericht
Ist der Rhön Camp Ultimate der bessere T6.1 California?

Die junge Marke Rhön Camp will mit schickem Design und hochwertigem Möbelbau qualitätsbewusste Bulli-Fans für sich gewinnen. Erster Test!
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
- Martin Häußermann
Rhön Camp? Nie gehört. So mag der eine oder andere Leser reagieren, wenn er diesen Markennamen in einem Bulli-Fahrbericht liest. Verständlich, schließlich trat Rhön Camp erst 2022 auf den Plan. Doch steckt hinter dieser jungen Marke ein alter Hase. Mario Volklandt ist schon seit mehr als 30 Jahren in der Branche aktiv.
Als junger Mann fing er beim Wohnwagenbauer Tabbert in Mottgers als Schreiner an, später absolvierte er ein Fernstudium zum staatlich geprüften Holztechniker und bildete sich zum technischen Betriebswirt weiter. Volklandt arbeitete sich hoch und war zuletzt als Marken- und Produktmanager für die Caravan-Marken Tabbert, Weinsberg und T@B tätig.
Insgesamt arbeitete Volklandt rund ein Vierteljahrhundert für die Knaus Tabbert Group, bevor er sich mit der Volklandt GmbH & Co KG selbstständig machte.

Ambiente-Beleuchtung und Holzboden im Rhön Camp Ultimate erinnern an Jachtdesign.
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Er ist ein Hidden Champion der Branche, schließlich sind viele seiner Campervans Auftragsentwicklungen und -fertigungen, die unter anderen Markennamen verkauft werden. Und weil die sich gut verkaufen, lag es nahe, eine eigene Marke zu schaffen.
Das ist der Rhön Camp
Der Ultimate ist ein hochwertiger Ausbau des VW T 6.1. Sein Grundriss ist dem Multiseller California durchaus ähnlich – mit einer durchgehenden Schrankzeile auf der Fahrerseite, einer zum Doppelbett umbaubaren Doppelsitzbank daneben sowie zwei weiteren Schlafplätzen unter dem Aufstelldach. Dabei ist der Ultimate keine Kopie des California, schon gar keine billige. Während Volkswagen auf dünnwandigen Leichtbau setzt, regiert im Ultimate traditioneller Möbelbau in einem zeitgemäßen Design.

Für zwei Personen wird es im Doppelbett echt kuschelig.
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Der Korpus ist grau foliert, Holztöne – unter anderem im Jachtboden und an der Decke – sorgen dafür, dass die Atmosphäre nicht zu kühl wird. Das alles ist erstklassige Schreinerarbeit, bei deren Verarbeitung Holztechniker Volklandt keine Kompromisse duldet. Türen und Schubladen laufen einwandfrei, und auch beim Fahren klappert nix.
Auch eine feine Sache ist der Hängeschrank über der Küchenzeile, allerdings halten wir die schicken offenen Ablagen für nicht sehr praktisch. Da hätten wir gerne Klappen davor, damit der Schrankinhalt beim Fahren nicht rausfliegt.

Klassengerecht: die Kombüse mit überdurchschnittlich großer Kühlbox.
Bild: Martin Häußermann / AUTO BILD
Der Tisch ist in die Schrankzeile integriert, wird bei Bedarf einfach hochgeklappt. Der Bettenbau im Untergeschoss braucht ein bisschen Übung. Zunächst werden die Sitzlehnen nach hinten geklappt, dann vorne die beiden Verlängerungen eingehängt, die im Fahrbetrieb unter der Bank verstaut sind.
Im Grunde handelt es sich hier um zwei Einzelbetten, die unabhängig voneinander genutzt werden können. Um auf dieser doch etwas zerklüfteten Konstruktion bequem zu liegen, braucht es einen Topper, der die Liegefläche ebnet.

Das Aufstelldach schafft Stehhöhe im Innenraum.
Bild: Rhön Camp
Unter dem manuell zu bedienenden SCA-Aufstelldach schläft man auf einer durchgehenden Matratze. Und wer die Sterne sehen will, öffnet einfach die Reißverschlüsse vorne im Faltenbalg. Auch die Körperpflege erfolgt im Freien – mit Außenwasseranschluss im Kofferraum plus Brauseschlauch. Ein serienmäßiges Solarpanel auf dem Dach erhöht die Autarkie.
So fährt der Ultimate
Wie ein Bulli eben fährt – komfortabel und souverän. Erst recht, wenn Topmotorisierung, DSG-Getriebe und Allradantrieb mitbestellt wurden. Ganz nach Gusto ein Pkw mit großem Freizeittalent oder ein Camper mit Pkw-Fahrgefühl.
Technische Daten und Preis: Rhön Camp Ultimate
- Motorisierung Reihenvierzylinder-Diesel
- Leistung 110 kW (150 PS) bei 3250–3750/min
- Höchstgeschwindigkeit 179 km/h
- Länge/Breite/Höhe 4900/1900/2030 mm
- Kühlbox 40 l
- Herd 2 Flammen
- Bordbatterie 1x 75 Ah, AGM
- Frisch-/Grau-/Schwarzwassertank 65/k. A./28 l
- Gasvorrat/Heizung 2,5 kg/Diesel
- Grundpreis/Testwagenpreis ab 84.990 Euro/91.474 Euro
Service-Links









