Schön und schnell: Nachdem der Rimac Nevera R erst vor wenigen Tagen den prestigeträchtigen Red Dot Design Award in der Kategorie Produktdesign abgeräumt hat, hat das vollelektrische Hypercar jetzt auch noch sämtliche Beschleunigungsrekorde für Serienautos pulverisiert – und ist ganz nebenbei das schnellste Elektroauto der Welt!
Rimac Nevera R
Papenburg scheint ein gutes Pflaster für Rimac zu sein. Nachdem der Nevera 2023 bereits mehrere Rekorde geknackt hatte, konnte der Nevera R jetzt noch einen draufsetzen.
Bild: Rimac Group Ltd.
Tatort Papenburg: Bereits 2023 konnte das Rimac-Team auf dem Prüfgelände Automotive Testing Papenburg, kurz ATP, mit dem 1914 PS starken Nevera 23 Rekorde einheimsen. Rund zwei Jahre später ist Rimac zurück und hat den nachgeschärften Nevera R im Gepäck. 2024 sagte Firmenchef Mate Rimac bei der Präsentation: "Wir entwickeln das Auto jedoch unerbittlich mit Blick auf Kundenwünsche weiter. Auf diese Nachfragen antworten wir mit dem Nevera R: die gesamte DNA des Rekorde brechenden Nevera, aber leichter, schneller und konzentrierter."

0-400-0 km/h in 25,79 Sekunden

Wie viel schneller der 2136 PS starke Nevera R wirklich ist, konnte das auf 40 Exemplare limitierte Hypercar jetzt beweisen, indem es alle Rekorde des Nevera pulverisiert hat. Besonders hervorzuheben ist dabei der Wert 0-400-0-km/h, sozusagen die absolute Königsdisziplin für Hypercars. Mit einer phänomenalen Zeit von 25,79 Sekunden übertrumpfte der Nevera R nicht nur den Nevera (29,93 Sekunden) – er holte auch den zwischenzeitlich an den Koenigsegg Jesko (27,83 Sekunden) verlorenen Titel zurück nach Kroatien.
Rimac Nevera R
In Papenburg erreichte der Rimac Nevera R eine Höchstgeschwindigkeit von 431,45 km/h – und kürte sich damit zum schnellsten Elektroauto der Welt.
Bild: Rimac Group Ltd.
Aber auch die übrigen Beschleunigungswerte lesen sich mehr als beeindruckend: 0-100 km/h in 1,74 Sekunden (Nevera: 1,81 Sekunden), 0-200 km/h in wahnwitzigen 3,95 Sekunden (Nevera: 4,42 Sekunden) und 0-300 km/h in nur 7,89 Sekunden (Nevera: 9,22 Sekunden), womit der Nevera R sogar die bei der Präsentation ausgegebene Prognose von 8,66 Sekunden deutlich unterbieten konnte.

Die Rekorde auf einen Blick:

  • 0-100 km/h: 1,72 Sekunden (0,09 Sekunden schneller)
  • 0-200 km/h: 3,95 Sekunden (0,47 Sekunden schneller)
  • 0-300 km/h: 7,89 Sekunden (1,33 Sekunden schneller)
  • 0-400 km/h: 17,35 Sekunden (3,96 Sekunden schneller)
  • 100-200 km/h: 2,22 Sekunden (0,37 Sekunden schneller)
  • 200-250 km/h: 1,65 Sekunden (0,35 Sekunden schneller)
  • 200-300 km/h: 3,89 Sekunden (0,9 Sekunden schneller)
  • 0-100-0 km/h: 3,32 Sekunden (0,67 Sekunden schneller)
  • 0-200-0 km/h: 8,58 Sekunden (0,27 Sekunden schneller)
  • 0-300-0 km/h: 14,49 Sekunden (1,19 Sekunden schneller)
  • 0-400-0 km/h: 25,79 Sekunden (4,14 Sekunden schneller)
  • Viertelmeile: 7,90 Sekunden (0,35 Sekunden schneller)
  • Topspeed: 431,45 km/h (Nevera 412 km/h)

431,45 km/h Topspeed

Doch das ist noch nicht alles, denn fast schon im Vorbeigehen hat der Nevera R auch noch den Geschwindigkeitsrekord für Elektroautos geknackt. Mit verifizierten 431,45 km/h ist er fast 20 km/h schneller als der Nevera, der 412 km/h schafft. Vermutlich wird die Serienversion des Nevera R jedoch, genau wie der Nevera, bei 352 km/h elektronisch begrenzt. Im Rahmen spezieller Events und mit der Unterstützung von Rimac soll es aber die Möglichkeit geben, die elektronische Geschwindigkeitsbegrenzung temporär aufzuheben.
Rimac Nevera R
Ein feststehender Spoiler und neue Michelin Pilot Sport Cup 2 sind nur zwei der vielen Veränderungen am Rimac Nevera R.
Bild: Rimac Group Ltd.
Dass der Nevera R den Standard-Nevera so deutlich übertrumpfen konnte, liegt aber nicht ausschließlich am Leistungsplus, sondern an der Summe zahlreicher Optimierungen. So konnte die Aerodynamik dank eines feststehenden Spoilers und eines größeren Diffusors deutlich verbessert werden. Der Nevera R bietet 15 Prozent mehr Abtrieb, während die aerodynamische Effizienz um zehn Prozent erhöht wurde.
Zudem wird der Nevera R mit 20-/21-Zoll-Rädern ausgeliefert, die serienmäßig mit Semislicks vom Typ Michelin Sport Cup 2 bestückt sind. Und auch das Allrad-Torque-Vectoring-System mit dem sperrigen Kürzel R-AWTV wurde neu abgestimmt, sodass der R eine noch bessere Quer-Performance bieten soll.

Nur 40 Nevera R werden gebaut

Die Rekordfahrt in Papenburg war Teil des letzten Validierungstests, bevor die ersten Kundenfahrzeuge demnächst ausgeliefert werden. 40 Nevera R zum Stückpreis von mindestens 2,74 Millionen Euro brutto werden gebaut.