Risiko im Winter: Auto fahren bei Blitzeis
Hochrisiko-Bedingungen für Autofahrer

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Blitzeis stellt Autofahrer vor extreme Herausforderungen. Wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie von Blitzeis während der Fahrt überrascht werden, und wo Blitzeis besonders häufig auftritt!
Bild: Sven Krieger
Das sogenannte Blitzeis entsteht, wenn Regentropfen auf der gefrorenen Fahrbahn innerhalb von Sekunden gefrieren und die Straße in eine spiegelglatte Eisfläche verwandeln. Gerade nach Regen in einer Frostnacht kann sich der Asphalt innerhalb von Sekunden in eine unsichtbare Falle verwandeln. Das ist der Moment, in dem Sekunden über die Sicherheit beim Autofahren entscheiden.
Im Gegensatz zu Eis, das sich durch eingefrorenen oder verdichteten Schnee bildet, ist die Eisschicht beim Blitzeis sehr glatt und homogen und bietet kaum Reibung. Der Haftungsabriss beim Fahren geschieht hier extrem plötzlich und ist faktisch nicht kontrollierbar.
Von Blitzeis betroffene Straßenabschnitte lassen sich nicht leicht erkennen. Dazu sind gefährdete Bereiche nicht immer durch Warnschilder gekennzeichnet. Besonders oft betroffen sind Brücken und Überführungen, da sie schnell abkühlen, was die Bildung von Eis stark begünstigt. Gleiches gilt für Straßenabschnitte, die durch Gebäude oder Vegetation permanent beschattet werden. Eine erhöhte Blitzeisgefahr besteht außerdem in Fahrbahnsenken oder auf Kuppen, an Feldrändern und – besonders tückisch – auf Autobahnauffahrten und -abfahrten.
Wird man allerdings während der Fahrt von Blitzeis überrascht, sind die folgenden Dinge zu beachten, um das Risiko eines Unfalls zu minimieren:
- Nicht in Panik geraten: Keine ruckartigen Lenkbewegungen oder abruptes Abbremsen, denn das verschlechtert die Situation.
- Geschwindigkeit vorsichtig reduzieren: Durch Ausrollen, vorsichtiges Bremsen oder mithilfe der Motorbremse das Auto kontrolliert verlangsamen.
- Warnblinker einschalten: Mittels der Warnblinker können andere Verkehrsteilnehmer auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht werden.
- Abstand vergrößern: Abstand zu vorausfahrendem Verkehr deutlich vergrößern.
- Sanftes Lenken: Alle Lenkbewegungen gleichmäßig und ruhig ausführen.
- Kontrolliertes Schleudern: Verliert das Auto doch die Haftung und bricht aus, in die Richtung lenken, in die das Heck ausgebrochen ist, um die Bewegung des Fahrzeugs auszugleichen. Auskuppeln kann helfen, das Fahrzeug zu stabilisieren.
- An sicherer Stelle anhalten: Wenn die Bedingungen zu gefährlich werden, einen sicheren Ort zum Anhalten suchen, etwa eine Parkbucht oder einen Rastplatz. Nicht mitten auf der Straße, hinter einer Kurve oder einer Kuppe anhalten.
- Verkehrsmeldungen verfolgen: Erst wenn sich die Verhältnisse durch Abschmelzen der Eisschicht oder durch den Einsatz von Streufahrzeugen verbessert haben, kann die Fahrt fortgesetzt werden.
In solchen Situationen hilft nur eine Maßnahme: das Fahrzeug stehen lassen. Denn selbst Winterreifen und elektronische Regelsysteme wie ABS oder ESP bieten bei Blitzeis keinen ausreichenden Schutz. Die extrem langen Bremswege auf Eis verdeutlichen dies: Bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h benötigt ein Auto selbst mit Winterreifen bis zu 100 Meter, um auf Eis zum Stehen zu kommen. Sichere Bremsungen oder das Reagieren auf andere Verkehrsteilnehmer lassen sich unter diesen Bedingungen nicht mehr bewältigen. Absolut chancenlos ist man auf Sommerreifen, auf denen der Bremsweg auf Blitzeis aus 50 km/h bis zu 200 Meter betragen kann.
Wenn auf der Straße vorhandenes Wasser in Spurrillen oder Pfützen gefriert, handelt es sich dabei um "überfrierende Nässe". Auch hier droht Gefahr, und die besonders gefährdeten Straßenabschnitte gleichen denen von Blitzeis.
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