"Road Birds": Camper-Business statt Weltreise
Kölner Paar baut Camper mit besonderem Mobile-Office-Konzept

Bild: Road Birds
Eigentlich hatten Kristina und Zoltan mit Camping nichts am Hut. Eigentlich wollten die beiden auch längst im Ausland leben. Und eigentlich wollten sie zuvor einmal um die Welt geflogen sein.
Anfang 2020 hat die Coronapandemie das Kölner Paar aber zum Umdenken gezwungen. Denn außer Reisen mit dem eigenen Pkw ging damals nichts. "Es war natürlich naiv, aber wir haben gleich gesagt: Wir bauen selber aus!", berichtet Kristina.
Zwar sind die meisten Selbstausbauer, die das zuvor noch nie gemacht haben, ein Stück weit naiv. Bei Kristina und Zoltan kommt aber hinzu, dass sie überhaupt noch nie campen waren. "Ich habe das mit alten Menschen verbunden, die man auf der Autobahn überholt", erzählt Kristina.

Zusammen tüfteln Kristina und Zoltan an neuen Konzepten.
Bild: Road Birds
Frei nach dem Motto: "Einfach mal machen!" haben die zwei dann losgelegt. Das Objekt der Begierde: ein Iveco Daily. Acht Jahre alt, 45.000 Kilometer gelaufen, ein Glastransportfahrzeug vom Händler. Als studierter Architekt hatte Zoltan gleich richtig Bock auf das Do-it-yourself-Projekt.
"Beim Ausbau haben wir dann oft gesagt: Beim nächsten Mal würde ich das aber anders machen", berichtet er. Also wurde der erste Wagen nach der Premierenfahrt gleich vermietet, ein neuer angeschafft und das Unternehmen Road Birds aus der Taufe gehoben.

Begonnen hat alles mit einem Iveco, nun wird auf Ford gebaut
Bild: Road Birds
Inzwischen bauen die beiden auf Ford-Transit-Basis und haben ein Konzept entwickelt, das sich durch alle Wagen der Flotte zieht: ein Mix aus gemütlichem Zuhause und Büro auf Rädern. "Wir wollen dabei Menschen ansprechen, denen Ästhetik und Naturmaterialien wichtig sind", erklärt Kristina.
Die komplette Elektrik über eine App einstellen
Von außen kommen die Reisemobile eher unauffällig daher. "Die Natur ist dezent und beruhigend, da soll das Auto nicht stören. Es muss nicht sofort nach Wohnmobil aussehen", betont Zoltan. Im Inneren halten die Road Birds einige Besonderheiten bereit. So ist die gesamte Elektrik über eine App steuerbar.
Eine Nasszelle gibt es nicht, Außendusche, mobile Toilette und das große Spülbecken hinter dem Fahrersitz müssen reichen. Dafür kann optional eine Leinwand integriert und der Wagen zum Heimkino umfunktioniert werden.

Ein Schwerpunkt ist das Thema mobiles Arbeiten – Tisch und Bildschirme werden einfach eingehängt.
Bild: Road Birds
Alle Fahrzeuge der Flotte können gemietet und gekauft werden. Auch für Sonderwünsche sind die beiden offen. "Wir hatten einen Mieter, der sein teures Fahrrad gern in den Wagen hängen wollte. Also haben wir eine Vorrichtung dafür gebaut", berichtet Zoltan.
Viele Prozesse wurden inzwischen überarbeitet. So wurde der Möbelbau an eine Schreinerei abgegeben. Dämmung, Fensterbau und vieles mehr übernimmt das Kölner Paar aber vor Ort in der großen Halle. Der ehemalige Teppichhandel ist ideal, um gleichzeitig an mehreren Fahrzeugen zu arbeiten. "Bald wollen wir hier auch Veranstaltungen anbieten", sagt Kristina.
Auch an weiteren Road Birds arbeiten sie fleißig. Da kann man im Nachhinein nur von Glück sprechen, dass die beiden vor vier Jahren nicht ausgewandert sind.
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